TNächster Aufreger in Apensen: Sechs Eichen entfachen Diskussion
Sollen diese sechs Eichen in Apensen gefällt werden? Der „überfallartige“ Vorstoß der Verwaltung verärgerte die Politik. Foto: Laudien
Die Ratssitzung in Apensen war fast schon durch, da sorgte eine Mitteilung der Verwaltung für Aufregung. Die Frage war, ob ein Bürger sechs Eichen fällen darf. Das erzürnte die Politik.
Apensen. Sechs Eichen auf einem Grundstück in unmittelbarer Nähe zum geplanten Bürgerpark in Apensen sorgten bei der Gemeinderatssitzung in Apensen am Donnerstag für reichlich Wirbel. Nils Buntrock, der an der Sitzung als Zuhörer teilnahm, möchte auf seinem Grundstück an der Straße Zum Langen Kamp die Bäume fällen lassen und hatte dafür im Oktober Anträge sowohl bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises als auch bei der Gemeinde Apensen eingereicht. Von der Naturschutzbehörde erhielt er zwischenzeitlich eine Zustimmung mit Auflagen zu Kompensationsmaßnahmen. Auch der Rat hatte sich mit dem Antrag beschäftigt - aber bislang wurde noch kein Beschluss gefasst.
Dass Bauamtsmitarbeiterin Charlotte Richter das Thema in der Ratssitzung als letzten Punkt unter Mitteilungen ansprach und der Antrag nicht ordnungsgemäß auf der Tagesordnung auftauchte, kam bei den Politikern gar nicht gut an. Sie sahen sich zu einer Entscheidung genötigt.
„Das jetzige Vorgehen ist sehr kurzfristig und hier nicht diskussionswürdig. Über die altehrwürdigen Eichen wurde lange gesprochen. Auch wegen des parkähnlichen Aussehens wurde sich sehr klar gegen eine Fällung entschieden“, sagte Ratsmitglied René Ermisch (SPD). Auch Dr. Karin Siedler-Thul zeigte sich überrascht vom „überfallartigen Vorgehen. Das kann man jetzt nicht aus der Hüfte entscheiden“, sagte die CDU-Politikerin.

Die sechs Eichen stehen auf dem Privatgrundstück - rechts davon ist der Bürgerpark geplant. Foto: Laudien
Apensens Bürgermeister Frank Buchholz erklärte als Sitzungsvorsitzender: „Die Zeit drängt aufgrund der Brut- und Setzzeit, durch die Baumfällungen nur noch bis 28. Februar möglich sind. Aufgrund der Kürze könnte eine Entscheidung im Umlaufverfahren getroffen werden. „Das Meinungsbild ist klar. Wir fühlen uns zeitlich nicht gut genug vorbereitet, falls es Argumente für eine Fällung gibt“, sagte Christian Wilkens (CDU).
Laut Antragsteller sind die Bäume nicht als erhaltenswert im B-Plan vorgemerkt: „Jetzt habe ich ein Grundstück gekauft, mit dem ich nichts anfangen kann“, so Buntrock. Das Vorgehen der Gemeinde sei für ihn nicht nachvollziehbar, da er seinen Antrag bereits im Oktober gestellt habe.
Nachfolger für Rathaus-Vize Rot gesucht
Einigkeit im positiven Sinne herrschte bei der Personalie Charlotte Richter: Die junge Bauamtsmitarbeiterin wurde in der Sitzung einstimmig zur stellvertretenden Gemeindedirektorin gewählt. Siedler-Thul appellierte in dem Zusammenhang an die Sorgfaltspflicht der Verwaltung, da die neue Amtsinhaberin künftig „eine ganze Menge auf dem Schoß“ habe.

Rathaus-Vize Edgar Rot verlässt zum 1. März die Apenser Verwaltung. Foto: Laudien
Wie berichtet war die Wahl notwendig geworden, da Amtsinhaber Edgar Rot die Verwaltung zum 1. März verlässt. Der 31-Jährige hat noch weitere Ämter, die besetzt werden müssen. Für seine Position als Ordnungsamtsleiter und stellvertretender Samtgemeindedirektor wird derzeit per Stellenausschreibung eine Nachfolge gesucht.
Haushalt mit 1,2 Millionen Euro im Plus
Für den Beschluss des Haushaltsplans, der im Oktober als Entwurf erstellt wurde, hatte sich Charlotte Richter kurzfristig in die Aktualisierung eingearbeitet, da Kämmerer Kai Pauls krankheitsbedingt ausfiel. Der Haushalt schließt mit einem Überschuss von 1,2 Millionen Euro ab.

Die Sanierung der Neukloster Straße soll in diesem Jahr beginnen. Foto: Laudien
Der Investitionsplan sieht etliche Bauprojekte vor, deren Realisierung von Apensens Bauamt zu koordinieren ist. Dazu gehören etwa das Gemeinschaftsgebäude an der Sportanlage am Soltacker, der Bürgerpark, der Ankauf von Grundstücken, die Sanierung der Spielplätze und der Ausbau der Neukloster Straße. „Der Rat der Gemeinde will weiter in Gewerbe und Wohnbebauung investieren, in jeder Ecke dreht sich bereits ein Kran“, sagte Bürgermeister Buchholz.
Legalisierung Am kleinen Moor
Zu den neuen Bauprojekten zählt auch die Aufstellung des Bebauungsplans „Stader Straße/Ruschwedeler Straße“ unter Einbeziehung des Straßenzuges Am kleinen Moor und von Grundstücken der Freien Waldorfschule Apensen. Zur Abwicklung soll ein städtebaulicher Vertrag geschlossen werden.
Die Anwohner der Straße Am kleinen Moor wird die Legalisierung ihrer Grundstücke nach mehr als 20 Jahren freuen. Maßgeblich dafür ist die Planung für ein neues Wohngebiet mit über 100 Wohneinheiten und Gewerbe sowie einer Kita oder Sporthalle von der Waldorfschule. Lediglich ein CDU-Politiker stimmte dem Vorhaben nicht zu: „Ich möchte keine neun Meter hohen Lärmschutzwände und auch nicht, dass der ansässige Gewerbebetrieb beeinträchtigt wird“, sagte Christian Wilkens.

Die junge Bauamtsmitarbeiterin Charlotte Richter wurde zur stellvertretenden Gemeindedirektorin von Apensen gewählt. Foto: Laudien
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