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TOp‘n Diek-Wirtin gibt Trödelparadies in Mittelnkirchen auf

Kreativität statt Trödel: Op'n Diek-Wirtin Miriam Haupt-Bohnenberger räumt den Saal ihres Gasthauses in Mittelnkirchen.

Kreativität statt Trödel: Op'n Diek-Wirtin Miriam Haupt-Bohnenberger räumt den Saal ihres Gasthauses in Mittelnkirchen. Foto: Vasel

Ihren Saal hat Op‘n Diek-Wirtin Miriam Haupt-Bohnenberger bis auf den letzten Zentimeter mit Trödel gefüllt. Jetzt will sie sich von ihren Schätzen trennen. So geht es weiter.

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Von Björn Vasel
25.09.2026, 18:30 Uhr

Mittelnkirchen. In den vergangenen Jahren hatte Eigentümerin Miriam Haupt-Bohnenberger versucht, das im Jahr 1850 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Gasthaus in der Dorfstraße in Mittelnkirchen zu verkaufen. Bislang habe sich kein Käufer gefunden, so die Gastronomin.

Blick auf das traufenständige Gasthaus Op'n Diek an der Dorfstraße 128 in Mittelnkirchen.

Blick auf das traufenständige Gasthaus Op'n Diek an der Dorfstraße 128 in Mittelnkirchen. Foto: Vasel

Die Maklerin der Deutschen Bank rief im Sommer 2024 fast 650.000 Euro als Kaufpreis auf. Doch inklusive der Nebenkosten für Makler, Notar, Grunderwerbssteuer und Grundbucheintrag, hätte ein Interessent letztlich 700.000 Euro für die Traditionsgaststätte mit Saal und Kaffeegarten auf dem Lühe-Deich gegenüber der St.-Bartholomäus-Kirche aufbringen müssen. Die Immobilienmaklerin brachte Mehrgenerationenwohnen ins Gespräch.

Altländer Gastronomin will loslassen

„Ich bin weiterhin bereit zu verkaufen“, sagt Eigentümerin Miriam Haupt-Bohnenberger. Denkbar sei laut Haupt-Bohnenberger auch, dass der ehemalige Kaufmannsladen von Heino Somfleth und ihre Immobilie im Paket gemeinsam verkauft werden. Damit würde ein neuer Eigentümer über mehr Parkplätze verfügen. Seit vier Jahrzehnten führt die Familie das Haus. Sie hoffe weiterhin, dass das Gasthaus Op‘n Diek noch einen Liebhaber findet.

Mittlerweile wird das ortsbildprägende Gebäude bei Köster Immobilien in Buxtehude für 398.000 Euro aufgerufen. Immobilienfachwirt Stefan Köster spricht von einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus „mit unverwechselbarem Charme und vielfältigem Nutzungspotenzial“.

Jetzt will sie loslassen. „Ich will Platz für neue Ideen schaffen“, betont die Gastronomin, die seit Jahren auch mit Kunst, Kunsthandwerk, Kleidung, Antiquitäten und Trödel handelt.

Antiquitäten und Trödel müssen raus aus Flohmarkt-Lager

Für ihr neues Nutzungskonzept „Kunst im Fachwerk“ wolle sie jetzt Platz auf dem Saal schaffen. Diesen nutzt sie - inklusive Bühne - seit Jahren als Lager und Ort für ihre Flohmarkt-Aktivitäten. Viele Altländer werden sich noch an die Weihnachtsmärkte in der märchenhaften Kulisse erinnern.

Im Gasthaus Op’n Diek schlummern auf den Regalen des Saals unzählige Backformen und Rumtöpfe.

Im Gasthaus Op’n Diek schlummern auf den Regalen des Saals unzählige Backformen und Rumtöpfe. Foto: Vasel

„In meinem Fachwerkhaus hat sich über die Jahre einiges angesammelt“, so Haupt-Bohnenberger. So lagert Geschirr für 300 Personen auf dem Saal. Möbel, Gläser, Bücher, Kleidung, Spiegel, Schmuck, Wohnaccessoires, Besteck sowie Gemälde wolle sie ab Oktober verkaufen. Beim Stöbern könnten Interessenten einige Schätze entdecken: „Jetzt darf vieles weiterziehen.“

Miriam Haupt-Bohnenberger sortiert Geschirr in einem der Schränke für den Abverkauf.

Miriam Haupt-Bohnenberger sortiert Geschirr in einem der Schränke für den Abverkauf. Foto: Vasel

Bis der richtige Käufer für ihre Immobilie in der Dorfstraße 128 gefunden ist, soll und werde das Denkmal weiterhin mit Leben gefüllt. Es gelte, die Unterhaltung des Baudenkmals zu sichern.

Miriam Haupt-Bohnenberger hält französisches Porzellan in ihren Händen.

Miriam Haupt-Bohnenberger hält französisches Porzellan in ihren Händen. Foto: Vasel

Eine Säule bleibe die Vermietung von Ferienwohnungen und Gästezimmern mit Frühstück sowie der Betrieb ihrer mit Antiquitäten und Kunst von Richard Eggers und Hans-Dieter Ritter ausgestatteten historischen Gaststube.

In den Wintermonaten laufe die Gastronomie weiter, möglich bleibe die Bewirtung ab zehn Personen - vom Beerdigungskaffee über Kaffeekränzchen bis zu Essen im kleinen Kreis. Solange es das Wetter zulasse, bleibe der Kaffeegarten mit Blick auf die Lühe geöffnet.

Gasthaus Op‘n Diek wird zum Kreativ-Ort

Das Projekt „Kunst im Fachwerk“ soll die zweite Säule werden. Der Saal soll nach dem Abverkauf zu einem Ort der Kreativität und der Begegnung werden. Künstler oder Musiker könnten sich einmieten und Workshops anbieten, Dozenten könnten sich bei ihr melden.

„Ich habe kein fertiges Konzept, es ist ein Ort, der Schritt für Schritt wachsen darf“, sagt die Eigentümerin. Ab dem 2./3./4. Oktober starte der Verkauf im Saal - täglich ab 12 Uhr.

Baudenkmal mit einer langen Geschichte

Frühstücksgast Heino Somfleth drückt ihr die Daumen. Der Kaufmann schloss 2023 seinen Edeka gegenüber. Hotel, Gasthaus und Kaufmannsladen gehörten einst zusammen. Das Op‘n Diek hatte sein Großvater Johannes Somfleth im Jahr 1901 erworben. Seinerzeit war es ein Hotel. Vor dem schmucken Fachwerkhaus standen Kirschbäume.

Die Postkarte zeigt Somfleth's Hotel - auf dem Deich - und das Gasthaus mit dem Krämerladen an der Straße sowie Kirche und Lühe vor dem I. Weltkrieg.

Die Postkarte zeigt Somfleth's Hotel - auf dem Deich - und das Gasthaus mit dem Krämerladen an der Straße sowie Kirche und Lühe vor dem I. Weltkrieg. Foto: Samtgemeindearchiv

Im kleinen Gasthaus mit Kegelbahn auf der anderen Seite gründete Heino Somfleths Vater am 1. Oktober 1921 den Gemischtwarenladen; neben Lebensmitteln gehörten Textilien, Spielzeug, und Haushaltswaren zum Sortiment. 1935 traten die Somfleths der Edeka bei. Von 1965 bis 2023 stand Heinrich „Heino“ Somfleth in der Dorfstraße 127 an der Kasse.

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