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Kreativität

TPop-up-Kultur im Horneburger Schloss: Das ist Neues geplant

Künstlerin und Schauspielerin Julia Brunsch vor dem Horneburger Schloss.

Künstlerin und Schauspielerin Julia Brunsch hat frische Ideen für das Horneburger Schloss. Foto: Buchmann

Kunst und Musik füllen regelmäßig das Herrenhaus in Horneburg mit Leben. Zukünftig will Initiatorin Julia Brunsch noch mehr Raum für Kreativität bieten - im „Niemandsland“.

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Von Steffen Buchmann
Montag, 04.05.2026, 13:50 Uhr

Horneburg. Wer am Horneburger Marschdamm entlang geht, dem fällt das altehrwürdige Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert unweigerlich ins Auge. Doch wer glaubt, das Horneburger Schloss würde ungenutzt da stehen, der irrt. Seit Oktober 2023 hat sich Julia Brunsch es zur Aufgabe gemacht, die historischen Räume als Ort für Kunst und Kultur zu etablieren.

Bekannte Kunstgrößen wie regionale Newcomer hat die Horneburger Schauspielerin schon für Kunstausstellungen, Videodrehs und experimentelle Performances ins Schloss geholt. Mit dem Niemandsland erweitert Julia Brunsch jetzt das Kulturangebot im Flecken.

Was ist das Niemandsland?

„Das Niemandsland ist ein Raum, den ich schaffe, der für alle und niemanden da ist“, erklärt sie. Hier könne jeder frei und kreativ sein, um sich selbst zu finden - wie eine Art Pop-up-Projekt.

Die Hamburger Musikerin Lyyla nutzte das Horneburger Schloss kürzlich, um ein Musikvideo zu drehen.

Die Hamburger Musikerin Lyyla nutzte das Horneburger Schloss kürzlich, um ein Musikvideo zu drehen. Foto: privat

Mit besonderen Konzerten sollen zukünftig Nachtschwärmer ihren Weg in die Schlossräume finden. Den Auftakt macht die Hamburger Astropunk-Band Junokill zusammen mit der Pop-Musikerin Lyyla am 9. Mai. Neben Musik soll es zukünftig auch lyrisch im Horneburger Schloss zugehen, etwa bei Lesungen mit Schauspielern. Dieses Jahr soll es losgehen, verrät Brunsch.

Platz für eine neue Schauspielgruppe

Auch ihre Erfahrungen als Schauspielerin will Brunsch verstärkt in das Niemandsland einfließen lassen - in Form einer Schauspielgruppe. In Kursen über sechs bis acht Wochen will sie mit mindestens fünf Teilnehmern ein experimentierfreudiges Stück entwickeln und es am Ende vor einem Publikum aufführen.

Im April zeigte Christa Donatius ihre Bilder im Horneburger Schloss.

Im April zeigte Christa Donatius ihre Bilder im Horneburger Schloss. Foto: Buchmann

„Es soll kein Improtheater werden“, stellt Brunsch klar. Vielmehr will sie verschiedene Menschen dazu ermutigen, miteinander ein künstlerisches Projekt zu erarbeiten und verschiedene Künste wie Tanz oder Musik einfließen zu lassen.

Kunst- und Kulturfans finden Weg nach Horneburg

Ebenfalls im Niemandsland plant die Künstlerin Coachings und Beratungsangebote im Bereich Gestalt- und Kunsttherapie anzubieten. „Normalerweise laden Menschen bei Therapeuten ihren Müll ab“, sagt sie.

Doch damit sei es nicht getan. Brunsch wolle mit ihren Coachings bei den Menschen Achtsamkeit und Bewusstsein schaffen, Blockaden lösen und durch Kreativität die Heilung fördern.

Ein Blick in die Räume des alten Herrenhauses: Hier finden regelmäßig Konzerte, Kunstausstellungen und bald auch Schauspielkurse statt.

Ein Blick in die Räume des alten Herrenhauses: Hier finden regelmäßig Konzerte, Kunstausstellungen und bald auch Schauspielkurse statt. Foto: Vasel

Seitdem im Herbst 2023 die erste Kunstausstellung im Schloss stattfand, hat sich das alte Herrenhaus als Anlaufort für Kultur und Kunst etabliert. „Es hat sich gut entwickelt“, resümiert Brunsch. Sie erhalte regelmäßig Anfragen von Künstlern, zuletzt stellte Malerin Christa Donatius dort ihre Bilder aus. Neben Einheimischen fänden auch immer mehr Menschen aus dem Hamburger Umland ihren Weg nach Horneburg.

Horneburgerin führt das Kunstprojekt alleine weiter

Mit dem Projekt Niemandsland schlägt Julia Brunsch neue Wege ein. Frank Campoi, mit dem sie bisherige Kunstprojekte im Horneburger Schloss initiiert hatte, ist nicht mehr involviert.

Das ist eine Herausforderung für die alleinerziehende Mutter mit drei Kindern, die sie jedoch gerne annimmt: „Ich will etwas für den Ort tun“, sagt Julia Brunsch. Einen Verein zu gründen, um die Kulturstätte zu betreiben, sei keine Option - vorerst. Brunsch: „Mal schauen, wie sich die Weltlage verändert.“

Das Konzert von Junokill und Lyyla findet am Samstag, 9. Mai, im Horneburger Schloss statt. Einlass ist um 19.30 Uhr, Konzertbeginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 10 Euro auf Spendenbasis.

Interessenten für die kostenpflichtige Schauspielgruppe oder Coaching-Angebote können Julia Brunsch kontaktieren unter: juliabrunsch@icloud.com.

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