TRolf Suhr tritt erneut in Sauensiek an: Mit einem ungewöhnlichen Plan
Rolf Suhr tritt ein letztes Mal für das Amt des Bürgermeisters in Sauensiek an. Foto: Laudien
Er macht’s nochmal: Sauensieks Bürgermeister Rolf Suhr tritt wieder an. Zum letzten Mal. Seine Amtszeit plant er aber nur bis 2029. Vor der Wahl legt er die Karten offen.
Apensen. Seit 30 Jahren ist Rolf Suhr (CDU) ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Sauensiek, hat die Entwicklung des Ortes miterlebt und geprägt. Jetzt gab er bekannt: Bei der Kommunalwahl im September wird er ein letztes Mal für das Amt des Bürgermeisters kandidieren – doch nicht, wie eigentlich vorgesehen für fünf Jahre Amtszeit, sondern nur für zwei Jahre. Warum, erklärt Rolf Suhr im Gespräch mit dem TAGEBLATT.
Hohe Lebensqualität und gute Infrastruktur
„Sauensiek war damals ein anderes Dorf“, erinnert sich Rolf Suhr an seine Anfänge im Gemeinderat 1986. Vierzig Jahre später sei vieles anders in seinem Heimatort – die Gemeinde sei eigenständig geblieben, die Lebensqualität hoch. „Vor allem Familien zieht es zu uns aufs Land“, sagt Suhr. Dazu trage ein über Jahre solider geführter Haushalt und eine gute Infrastruktur bei.
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Neu erschlossene Baugebiete, neue Radwege, Hausärzte, Physiotherapien, Kitas oder der Hurtig-Markt machen Sauensiek attraktiv – für junge Familien, ältere Menschen und Gewerbetreibende. „Sauensiek wächst, weil Menschen sich bewusst für den Ort entscheiden“, sagt Rolf Suhr. „Gut angebunden, aber dörflich, sicher und mit viel Lebensqualität.“ All das sei nicht selbstverständlich, betont er. Es sei das Ergebnis langer Arbeit von vielen Beteiligten aus Verwaltung, Rat, Vereinen und Ehrenamt.

Das Apenser Rathaus. Foto: Laudien
Weil ihm seine Gemeinde so sehr am Herzen liegt, stellt Rolf Suhr sich in diesem Jahr erneut zur Wahl: für zwei Jahre. Auch wenn das zunächst nicht so vorgesehen war, doch eine Nachfolge war bis vor Kurzem noch nicht gesichert. „Ich trete zum letzten Mal an. Dafür mit einem Plan für einen geordneten Übergang“, sagt Rolf Suhr. Diesen Plan will er den Menschen vor der Wahl im September erklären, um klare Verhältnisse zu schaffen.
Offene Karten: Rolf Suhr will keine Brüche
„Wer sich zur Wahl stellt, steht grundsätzlich für die ganze Amtszeit zur Verfügung. Wenn das ausnahmsweise anders geplant ist, gehört das auf den Tisch. Und zwar vor der Wahl, nicht erst danach“, sagt Rolf Suhr. Sollte der Gemeinderat ihm erneut das Vertrauen aussprechen, will Suhr sein Bürgermeisteramt bis voraussichtlich Frühjahr 2029 weiterführen. Danach soll ein Nachfolger für ihn übernehmen.
„Für diesen Weg habe ich mich in enger Abstimmung mit der CDU entschieden“, erklärt Rolf Suhr. „Es ist kein Manöver, sondern der bewusste Versuch, es besser zu machen, als es aus Bund und Ländern oft zu erleben ist: Mandatsträger, die mitten in der Amtszeit unvermittelt aufhören oder das Amt wechseln. Das hinterlässt Brüche.“ Deswegen lege er seinen Plan nun offen. Für ihn sei entscheidend, dass die Sauensieker den Weg mittragen.
Wunschnachfolger steht schon in den Startlöchern
Dieser beinhaltet auch die geordnete Übergabe zu seinem Nachfolger. Einen Wunschkandidaten für diesen Posten hat Suhr auch schon im Kopf: Tobias Gorniak. „Die rund zwei Jahre sollen ihm Zeit geben, bei laufendem Betrieb in die Aufgabe hineinzuwachsen“, sagt Rolf Suhr. Das sei ihm besonders wichtig, Bürgerinnen und Bürger dürften schließlich zu Recht Professionalität und Erreichbarkeit von ihrem Bürgermeister erwarten.
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Dr. Tobias Gorniak ist 1982 geboren, promovierter Agraringenieur und verheiratet. Ursprünglich stammt Gorniak aus Hessen - hat aber seit Jahren sein Zuhause in Sauensiek. Tobias Gorniak kandidiert für den Gemeinderat Sauensiek und den Samtgemeinderat Apensen.

Dr. Tobias Gorniak. Foto: CDU Apensen/ Siefert/Laudahn
Seit 2022 ist er Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes Apensen. Für Rolf Suhr ist Gorniak genau die richtige Wahl für seine zukünftige Nachfolge und eine Chance auf eine geordnete Übergabe: „Ich kenne Tobias als bodenständigen, klugen Mann und traue ihm das Amt zu. Ich bin sicher, dass er auch die Menschen in unserer Gemeinde schnell für sich gewinnen wird.“
Suhr: „Das Apenser Rathaus muss zur Ruhe kommen“
Auch im Samtgemeinderat Apensen und im Kreistag Stade hat Rolf Suhr in den vergangenen Jahrzehnten politische Verantwortung übernommen. „Für das Vertrauen bin ich sehr dankbar“, sagt er. Auch für diese Ämter tritt Rolf Suhr zum letzten Mal an. Mit Ende der nächsten Wahlperiode will er diese Mandate niederlegen.
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Was das Apenser Rathaus angeht, findet Suhr klare Worte: „Das Rathaus hat in den vergangenen Jahren mehr negative als erfreuliche Schlagzeilen gemacht.“ Hohe Personalfluktuation, fehlende Haushalte, mangelnde Vorbereitung auf den Ganztag: Die Auswirkungen dieser Missstände seien auch in Sauensiek zu spüren.

Tanja von der Bey. Foto: Privat
„Ich habe meinen Teil dazu beigetragen, einen Weg aus dieser Lage aufzuzeigen. Mit der Nominierung von Tanja von der Bey als Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin liegt ein Angebot auf dem Tisch, das auch von der SPD unterstützt wird: eine erfahrene Verwaltungsfachfrau, parteilos, aus Sauensiek-Revenahe.“
Für den 74-Jährigen wird es persönlich auch nach seiner politischen Karriere nicht langweilig werden, erzählt er. Im Familienbetrieb habe Suhr immer zu tun. Ein Wechsel falle ihm daher nicht schwer: „Und meine Frau wird sich auch über mehr Freizeit freuen.“
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