TRücktritt vom Rücktritt: Nikolai Müller tritt doch zur Wahl im Alten Land an
Nikolai Müller (CDU) hat noch einiges vor: Auch nach der Deicherhöhung soll der Lühe-Anleger mit seinen Buden die Ausflügler und Touristen nach Grünendeich locken. Foto: Anping Richter
Der Grünendeicher Christdemokrat Nikolai Müller (45) tritt zur Kommunalwahl am 13. September 2026 doch wieder an. Das liegt an seiner Frau, seinem Parteivorsitzenden und vielen Bürgern.
Grünendeich. Eigentlich hatte Nikolai Müller (45) im Januar beim Neujahrsempfang der Kirche in der DRK-Begegnungsstätte Windmüller in Steinkirchen angekündigt, zur Kommunalwahl 2026 nicht erneut anzutreten. Als Hauptgründe nannte Müller die Anfeindungen bei der Diskussion um die Sanierung der L140 in Steinkirchen und Grünendeich sowie den Konflikt um die Ökosiedlung von Viebrock in Grünendeich.
Richter in L.A.
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„Ich finde es bedrohlich, wenn eine Gesellschaft nicht mehr zu Konsens und Kompromiss bereit ist und den gewählten Vertretern, die nicht ihre Meinung teilen, unter Verweis auf einen vermeintlichen Wählerwillen absprechen, echte Demokraten zu sein“, so Müller seinerzeit.
Der ehrenamtliche Bürgermeister von Grünendeich beklagte in seiner Windmüller-Rede, dass die Bereitschaft in der Gesellschaft schwinde, andere Meinungen zu respektieren. Er wollte mehr Zeit für Menschen haben, „die nicht laut sind, die nicht polarisieren“. Deshalb habe er sich im Januar für seine Familie, Feuerwehr und Fußball entschieden.
Ehefrau und Bürger machten ihn nachdenklich
Doch nach seiner Brandrede hätten ihn viele Bürger angesprochen - nicht nur aus dem CDU-Lager. Sie hätten ihre Hoffnung ausgedrückt, dass er von seinem Rücktritt zurücktritt. Ob beim Osterfeuer, beim Bäcker, beim Schlachter oder in der Kita, immer wieder gab es Worte des Bedauerns. Seine Frau habe gespürt, dass er letztlich mit seiner Entscheidung „nicht glücklich“ geworden sei. Mit ihr und dem CDU-Vorsitzenden Gerd Dehmel habe der Vater zweier Kinder lange und sehr intensive Gespräche geführt.
Letztlich habe er entschieden, am 13. September erneut zu kandidieren - für den Samtgemeinde- und den Gemeinderat. Er wolle den Wutbürgern nicht das Feld überlassen. „Ich habe noch einige Projekte, die ich begleiten möchte“, sagt Nikolai Müller.
Viele Themen auf dem Zettel
Er wolle allerdings weder Bürgermeister noch Ratsvorsitzender werden. Das lasse ihm Zeit für Familie, Feuerwehr und Fußball. Hinzu kommt: In diesen Ämtern wäre er zur Neutralität verpflichtet. Er wolle seine Meinung sagen, mehr mitreden und gestalten können. Müller: „Ich habe oft Angriffe erfahren, ohne dass ich mich wehren konnte.“
Der Grünendeicher verweist auf die klimawandelbedingte Deicherhöhung und die Umgestaltung des Lühe-Anlegers in Grünendeich an der Elbe, die Modernisierung der Feuerwehrgerätehäuser, den Schulausbau und die Grundsanierung der L140. Er wolle Brücken bauen.
Damit nicht genug. Müller, der sich auch in der SG Lühe insbesondere im Jugendsport engagiert, will erreichen, dass auch Fußballer in der Samtgemeinde Lühe einen Kunstrasenplatz bekommen, wie in Stade, Buxtehude oder Estebrügge.
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