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Fährverkehr

TSommerfahrplan: HADAG stellt Expresslinie ab Finkenwerder ein

Blick auf den Fähranleger in Finkenwerder.

Blick auf den Fähranleger in Finkenwerder. Foto: Vasel

Mit mehr als vier Millionen Fahrgästen jährlich ist die Linie 62 das Rückgrat der HADAG. Zum Start des Sommerfahrplans setzt die Hochbahn-Tochter bei einer Fähre den Rotstift an.

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Von Björn Vasel
Dienstag, 24.03.2026, 09:49 Uhr

Finkenwerder. Zum 30. März startet der Sommerfahrplan der stadteigenen Hamburger Hochbahn-Tochter HADAG. Mit diesem werden laut einer HADAG-Sprecherin nahezu alle Angebotsmaßnahmen aus dem Sommer 2025 wieder aufgenommen. Einzige Ausnahme: Um die Stabilität des Betriebs der Hafenfähren zu erhöhen und „Kapazitäten gezielt dort einzusetzen, wo sie am meisten benötigt werden“, hat die HADAG nach eineinhalb Jahren die Expressfähre 66 bis auf weiteres „ruhend gestellt“.

Kleine Hafenrundfahrt mit der HADAG-Linie 62 zwischen Finkenwerder und Hamburg-Landungsbrücken.

Kleine Hafenrundfahrt mit der HADAG-Linie 62 zwischen Finkenwerder und Hamburg-Landungsbrücken. Foto: Vasel

Die Pendler nahmen die neue Nonstop-Fähre trotz der Kombination mit der KVG-Buslinie 2040 (Buxtehude - Jork - Cranz - Neuenfelde - Finkenwerder) nicht an. Sie blieben - wie die Masse der Touristen und die Ausflügler - der Fähre 62 zwischen Finkenwerder und Landungsbrücken mit den Stopps an den Anlegern Bubendey-Ufer, Neumühlen/Övelgönne, Dockland (Fischereihafen) und Altona (Fischmarkt) treu.

Unwirtschaftlich: HADAG streicht Schnellfähre

Die Entscheidung zur Einstellung der Linie 66 sei laut HADAG das Ergebnis einer umfassenden Analyse von Nachfrage und Betriebsstabilität: Die Expresslinie verzeichnete im Jahresverlauf im Minimum unter 10 und selbst im Maximum unter 40 Fahrgäste pro Fahrt, im Durchschnitt etwa 20 Personen. Das entsprach einer Auslastung von lediglich 3 bis 14 Prozent. Die ursprünglich angenommene jährliche Nutzung von rund 600.000 Fahrgästen erfüllte sich nicht, da Pendlerinnen und Pendler eher auf ihren bisherigen Stammverbindungen blieben.

Die dauerhaft geringe Nachfrage auf der neuen Verbindung 66 bei gleichzeitig anhaltend starker Nachfrage auf den Linien 62, 64 und 68 machten eine Verlagerung der Kapazitäten für eine höhere Verlässlichkeit im Gesamtbetrieb erforderlich.

Die Linie 64 zwischen Teufelsbrück und Finkenwerder fährt am Wochenende im 15-Minuten-Takt und bietet unter der Woche weiter ein erweitertes Abendangebot bis Mitternacht. Zusätzlich wird ab dem 4. April die Linie 65 wieder eingesetzt und stellt am Wochenende zwischen 10 und 20 Uhr im Stundentakt die direkte Verbindung zwischen Blankenese und Finkenwerder her. Die Fahrt erfolgt ohne einen Zwischenstopp. In Finkenwerder bestehen Anschlussmöglichkeiten zur Linie 62, so dass eine Verbindung von und zu den Landungsbrücken problemlos möglich wäre.

Die Hafen- und Elbfähren der HADAG sind Teil des HVV. Auf acht Linien mit 18 Anlegern und einer jährlich zurückgelegten Strecke von mehr als 330.000 Seemeilen kommt die Hochbahn-Tochter mit ihren 28 Schiffen jährlich auf mehr als 180.000 Abfahrten. In den vergangenen 20 Jahren habe sich die Fahrgastanzahl auf rund 10 Millionen Fahrgäste mehr als verdreifacht. Gegründet wurde die HADAG im Jahr 1888 unter dem Namen Hafendampfschiffahrts-Actien-Gesellschaft.

Weniger HADAG-Fähren fallen 2025 aus

Die HADAG hat ihre Verkehrsleistung in den vergangenen zwei Jahren ausgebaut. Im Vergleich zum Vorjahr könne der Fährbetrieb im Jahr 2025 insgesamt rund elf Prozent mehr Fahrten vorweisen. Damit nicht genug: Gleichzeitig habe die Ausfallquote von 9,8 Prozent auf 6,8 Prozent gesenkt werden können. Auch beim Personal halte die positive Weiterentwicklung an: Ende 2024 beschäftigte die HADAG 76 Mitarbeiter im Fahrdienst, aktuell sind es bereits 91. Der Betrieb der Fährlinie Cranz - Blankenese (HBEL) geht trotz der Proteste der Altländer nicht wieder in Betrieb.

Die neuen HADAG-Fahrpläne sind über hvv.de sowie in der hvv switch- und der hvvApp abrufbar.

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