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Ladeinfrastruktur

TStrom voraus: HADAG setzt auf die Elektrifizierung der Hafenfähren

Einstecken der Ladekabel an Bord der Grasbrook, einer der drei Hybrid-Fähren der HADAG.

Einstecken der Ladekabel an Bord der Grasbrook, einer der drei Hybrid-Fähren der HADAG. Foto: Hadag/David Goltz

Es ist ein wichtiger Schritt für die Elektrifizierung der Fähren im Hamburger Hafen: Die HADAG hat ihre erste betriebseigene Ladeinfrastruktur ans Netz genommen.

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Von Björn Vasel
20.07.2026, 05:50 Uhr

Hamburg. Am Ponton des Fährunternehmens am Fischmarkt ist über das vergangene Jahr ein modernes Stromversorgungssystem montiert worden. Über die Anlage können nicht nur die drei bereits in die Flotte integrierten Hybrid-Fähren mit Strom versorgt werden. Sie kann auch Landstrom für die Bestandsschiffe liefern. In Zukunft werden dort ebenfalls die für 2028 eingeplanten vollelektrischen Fähren der HADAG geladen. Insgesamt kann die Installation auf zehn Ladepunkte erweitert werden.

„Spannung auf die Elbe“, sagt Martin Bill, Staatsrat der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. Mit der neuen Ladeinfrastruktur nehme die Elektrifizierung der HADAG im Hamburger Hafen weiter Fahrt auf. Elektrisch betriebene Schiffe sparen Diesel und senken die Feinstaubbelastung in der Luft. „Auf der Straße ist der E-Bus schon fest etabliert, jetzt bringen wir die Antriebswende auch auf das Wasser“, betonte Biller am Freitag.

Für die HADAG sei die Schaffung der betriebseigenen Ladeinfrastruktur eine notwendige Voraussetzung für die weitere Elektrifizierung ihrer Flotte. „Mit der eigenen Ladeinfrastruktur sind wir unabhängig und flexibel in der betrieblichen Planung. Nur so können wir die weiteren Schritte in Richtung der Dekarbonisierung auf dem Wasser gehen. Jetzt heißt es: Volle Energie für die Fähren von morgen.“

Drei vollelektrische Schiffe im Bau

Derzeit seien drei erste vollelektrische Schiffe im Bau, ab 2028 sollen sie auf der Elbe unterwegs sein. Mit der neuen Ladeinfrastruktur ist das Tochterunternehmen der städtischen Hochbahn AG bestens vorbereitet. „Langfristig gesehen werden wir auch weitere Liegeplätze mit Ladeinfrastruktur ausstatten, damit unsere E-Flotte künftig flexibel geladen werden kann“, unterstrich HADAG-Vorstand Martin Lobmeyer.

Realisiert wurde der Bau der E-Ladeinfrastruktur von Actemium, einem Spezialisten für elektrotechnische Anlagen und industrielle Prozesslösungen. „Selbst vor Sturmfluten ist die Konstruktion dank zahlreicher Sicherheitsmerkmale geschützt“, sagt der Projektleiter von Actemium Hamburg, René Weigel. Sie leiste damit einen wichtigen Beitrag zur emissionsfreien Zukunft des Hamburger Hafens.

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Wie funktioniert es? Der Strom fließt an Land über eine Mittelspannungsanlage, deren Versorgung mit derzeit 1,5 Megawatt (MW) aus dem 10-kV-Ringnetz, dem zentralen Hamburger Mittelspannungsnetz, erfolgt. Über ein Mittelspannungskabel führt der Strom zu einem Trafo auf der HADAG-Pontonanlage, der ihn dort auf 400 Volt transformiert. Damit werden aktuell vier Ladepunkte mit je maximal 750A (420 kW) versorgt. Die Ladepunkte hängen an einem über Stromschienen versorgten Vahle-Stinge-System, so dass die Stromabnehmer entlang des Pontons flexibel verschieb- und positionierbar sind. Sogenannte Powerlock-Stecker sorgen für ein sicheres Arbeiten.

Der Ladevorgang wird vom Schiff aus gestartet und beendet. Für die Hybrid-Schiffe mit einer Batteriekapazität von 850 Kilowattstunden (kWh) dauert ein Ladevorgang bei maximaler Leistung circa zwei Stunden. Die sich in Planung und Bau befindenden vollelektrischen Fähren werden eine Batteriekapazität von 3800 kWh haben. Die Zukunft wurde bei dem Projekt bereits mitgedacht: Der Trafo auf dem Ponton ist bereits für vier Megawatt ausgelegt. Die hierfür notwendige Anbindung an das nächste Umspannwerk wurde bereits in Auftrag gegeben. Damit können perspektivisch zehn Ladepunkte gleichzeitig, das heißt zehn Schiffe, über die Anlage ihren Ladestrom beziehen.

Das neue, flexible Schleifleitungssystem auf dem HADAG-Ponton am Fischmarkt.

Das neue, flexible Schleifleitungssystem auf dem HADAG-Ponton am Fischmarkt. Foto: Hadag/David Goltz

Mentz Rehder (Business Unit General Manager bei Actemium, dem Generalunternehmer des Projekts), Martin Lobmeyer (HADAG-Vorstand), Staatsrat Martin Bill (Behörde für Verkehr und Mobilitätswende) und Tanja Cohrt (HADAG-Vorständin) auf der Grasbrook bei der feierlichen Einweihung der neuen Ladeinfrastruktur (von links).

Mentz Rehder (Business Unit General Manager bei Actemium, dem Generalunternehmer des Projekts), Martin Lobmeyer (HADAG-Vorstand), Staatsrat Martin Bill (Behörde für Verkehr und Mobilitätswende) und Tanja Cohrt (HADAG-Vorständin) auf der Grasbrook bei der feierlichen Einweihung der neuen Ladeinfrastruktur (von links). Foto: Hadag/David Goltz

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