TUnwetternacht im Kreis Stade: Umgestürzte Bäume, Starkregen und Blitzeinschläge
Auf der L130 zwischen Grundoldendorf und Apensen stürzte vergangene Nacht ein Baum um. Foto: Hellwig
Feuerwehren insbesondere in Nordkehdingen mussten vergangene Nacht ausrücken. Im Alten Land schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein.
Landkreis. In der vergangenen Nacht zogen Gewitter durch den Landkreis Stade. Windböen, Starkregen und Blitzeinschläge sorgten bis sonntags um 11 Uhr für neun Feuerwehreinsätze, wie Andre Holst von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Stade mitteilt.
Vor allem Nordkehdingen sei von den Gewittern getroffen worden. So stürzten zwischen 2 und 3 Uhr nachts in Balje und Burweg Bäume auf die Straße, ebenso in Oederquart auf die L113. In einem Wohnhaus im Eschenhof in Freiburg/Elbe stand etwa 10 Zentimeter hoch Wasser in einem Keller, wie Feuersprecher Egon Viehmann mitteilt. Auf der Insel Krautsand schlug zudem ein Blitz in einen Baum ein, der bis in die Morgenstunden qualmte.
Baum stürzt auf L130
Die jeweiligen Ortswehren waren vor Ort im Einsatz, weitere Schäden etwa an Fahrzeugen oder Personen seien laut Holst dabei nicht entstanden.
Zwischen Grundoldendorf und Apensen auf der L130 auf Höhe der Biogasanlage sowie in Stade stürzten ebenfalls Bäume auf die Straße, was laut Andre Holst und Apensens Feuerwehrsprecher Frank Höper zu Feuerwehreinsätzen führte.
Blitzeinschlag in Grünendeicher Wohnhaus
Das Gewitter sorgte in Grünendeich in der Samtgemeinde Lühe für einen Feuerwehreinsatz. Gegen 4:55 Uhr schlug ein Blitz in ein Einfamilienhaus in Mojenhörn, wie Lühes Feuerwehrsprecher Matthias Brandt mitteilt. Anwohner hätten den Einschlag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

In Grünendeich schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein und zerstörte dabei mehrere Dachpfannen. Foto: Hellwig
Der Blitzeinschlag habe mehrere Dachpfannen zerstört, zudem habe es „verkohlt gerochen“, so Brandt. Die Ortswehr Grünendeich rückte an, konnte mithilfe der Wärmebildkamera jedoch keinen Brand feststellen.
Rettungsleitstelle zieht Fazit zur Gewitternacht
Über den Dachboden kletterten die Einsatzkräfte bis zur Stelle des Einschlags. „Es war kein Eingreifen notwendig“, resümiert Brandt. Durch den Blitz seien lediglich die Haussicherungen herausgeflogen. Über mögliche weitere Schäden etwa an Elektrogeräten im Haus konnte die Feuerwehr keine Aussagen machen.
„Wir hatten relativ Glück“, resümiert Andre Holst die vergangene Unwetternacht. Die angekündigte Gewitterfront habe den Landkreis nur vereinzelt getroffen, als sie westlich in Richtung Cuxhaven weiterzog. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) habe zudem Schwierigkeiten gehabt, genau zu bestimmen, an welchen Stellen es zu Situationen kommen könne, sagt Holst.
Starkregen überflutet Straßen in Winsen
In Stader Nachbarkreisen und weiteren Gebieten Niedersachsens hat das Gewitter ebenfalls Spuren hinterlassen.

In Winsen (Luhe) sorgte das Unwetter am Samstag für teils überflutete Straßen. Foto: JOTO
Am Samstagnachmittag hat ein Gewitter in Winsen (Luhe) im Landkreis Harburg für teilweise überflutete Straßen gesorgt. Gegen 16:30 Uhr zog das Unwetter über die Stadt hinweg und brachte kräftigen Regen mit sich. Auf mehreren Straßen konnte das Wasser nicht mehr abfließen. Der Regen setzte auch mehrere Keller unter Wasser. Während des Gewitters stürzten auch vereinzelt Bäume um. Für eine spürbare Abkühlung reichte das Gewitter nicht, die Luft blieb schwül.
Blitz löst Stromausfall aus
In Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme) sorgte ein Gewitter mit Starkregen und zahlreichen Blitzen ebenfalls für einen Feuerwehreinsatz.
Ein Blitzeinschlag in einen Zaun eines Einfamilienhauses löste zunächst einen Stromausfall aus und führte später zu einem Brand im Dachbereich des Gebäudes, wie Pressesprecher Jonas Hermonies mitteilt.
Bewohner beginnen selbstständig mit Löschen
Die Bewohner bemerkten nach dem Blitzeinschlag den Ausfall der Stromversorgung und verständigten einen Elektriker. Dieser stellte vor Ort einen ausgelösten Fehlerstrom-Schutzschalter (FI) fest. Während der Überprüfung nahmen die Bewohner gemeinsam mit dem Elektriker Brandgeruch wahr. Daraufhin wurde umgehend der Notruf abgesetzt.
Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr begannen die Anwohner mit ersten Löschmaßnahmen von außen im Bereich des Daches und konnten damit laut Hermonies möglicherweise eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindern.
Feuerwehr bekommt Brand unter Kontrolle
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stellten diese eine Rauchentwicklung im Dachbereich des Einfamilienhauses fest. Ein Trupp ging unter Atemschutz über eine Steckleiter zum betroffenen Bereich vor. Um Zugang zum Brandherd zu erhalten, öffneten die Feuerwehrleute das Dach und löschten die Glutnester anschließend gezielt ab.
Der Brand konnte auf einen kleinen Bereich der Dachkonstruktion begrenzt werden. Eine weitere Ausbreitung auf das Gebäude wurde verhindert. Nach abschließenden Kontrollmaßnahmen beendete die Feuerwehr den Einsatz gegen 06:00 Uhr. Zur Schadenshöhe und zur Brandursache können seitens der Feuerwehr keine Angaben gemacht werden. (sb/hel/joto/pm)
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