TVollsperrung der K32 und K34: Altländer müssen bis November anders fahren
Schlagloch auf der K32 (Bassenflether Chaussee): Im Hintergrund ist das AKW Stade zu sehen. Foto: Vasel
Beide Straßen führen zum Bassenflether Strand und zum Freibad an der Elbe - und beide sind marode. Schon bald sollen sie saniert werden. Das hat Folgen.
Altes Land. Der Landkreis Stade wollte die Sanierung der Kreisstraßen K32 und K34 in der Gemeinde Hollern-Twielenfleth ursprünglich bereits im vergangenen Jahr starten. Im Mai 2025 hatte Kreisbaurätin Madeleine Pönitz den Kreistagsabgeordneten im Bau- und Wegeausschuss mitgeteilt, dass sie mit Kosten in Höhe von voraussichtlich 3,2 Millionen Euro rechne.
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Frühestens Mitte Februar könne der Auftrag für die Erneuerung der Fahrbahnen erteilt werden. In dieser Woche konnten die Unternehmen noch ihre Angebote abgeben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Projekt.
Was ist die Aufgabe?
6400 Tonnen gefährlichen Abfall sollen die Firmen nach dem Abfräsen und Aufbrechen des Asphalts entsorgen. Pechhaltiger Asphalt, sogenannter teerhaltiger Straßenaufbruch, wird als gefährlicher Abfall eingestuft. Dieser darf erst mit Lkw abgefahren werden, wenn die Entsorgung durch einen zertifizierten Fachbetrieb sowie Deponierung beziehungsweise thermische Behandlung gesichert sind.
Bei der K39-Sanierung entlang des Elbdeichs gab es 2023 eine mehrwöchige Verzögerung beim Abtransport, weil die notwendigen Papiere der Niedersächsischen Gesellschaft zur Endablagerung von Sonderabfall fehlten. Pechhaltiger Asphalt enthält krebserregende Stoffe. Die Rede ist von PAK, polycyclisch aromatische Kohlenwasserstoffe.
Spitzenplätze auf der Schlagloch-Liste
Die beiden Kreisstraßen belegen Spitzenplätze auf der Schlagloch-Liste im Kreishaus. Bei der K32 reicht offenbar die Erneuerung der Asphaltdeck-Binderschicht aus. Im Bereich der Ortsdurchfahrt Bassenfleth ist ein Vollausbau geplant.

Die Bassenflether Chaussee (K32) gleicht einem Flickenteppich. Foto: Vasel
Das gilt auch für die K34 in Twielenfleth. Hier plant der Kreis auch eine Grunderneuerung. Diese bezeichnen Planer als Vollausbau. Das heißt: Nicht nur die Asphaltschichten-, sondern auch die darunterliegende Schotterschicht wird neu hergestellt. Auch das Schotterrasenbankett zum Grünstreifen, die Entwässerungsrinne und die Fahrbahnmarkierung gehören zum Auftragspaket. Damit nicht genug: Auch der Geh-/Radweg an der K34 soll erneuert werden.
Wann geht es los?
Die Straßenbauer sollen Mitte März loslegen. Geplant ist, dass die Firma an der K32 (Bassenflether Chaussee) beginnt. Die Bauschutt-Transporte im Auftrag der Preussen Elektra über die Bassenflether Chaussee sollen „schnellstmöglich wieder rollen“, um den Rückbau des Stader Atomkraftwerks nicht zu verzögern, sagte Kreissprecher Daniel Beneke dem TAGEBLATT auf Anfrage.
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Die K32 soll vom 16. März bis zum 26. Juni, die K34 vom 29. Juni bis zum 21. November erneuert werden. Das teilte Gemeindedirektor Timo Gerke am Mittwochabend im Hollerner Hof dem Bau- und Wegeausschuss der Gemeinde Hollern-Twielenfleth mit.
Gerke, in Personalunion auch der Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, verwies auf den Termin zur Verkehrsabstimmung mit der Ingenieurin Antje Zufall-Rieks aus dem Amt Kreisstraßen. Der Rad-/Gehweg wird bis zum 24. April erneuert.
Welche Einschränkungen gibt es?
Die Fahrbahnerneuerung muss unter Vollsperrung erfolgen. Die Gründe: Die Sicherheit der Arbeiter, aber auch die Kosten. Umfahrungen sind nicht möglich. Sechs Bauabschnitte sind angedacht, abgestimmt im Vorfeld unter anderem mit Betrieben. Die Vollsperrung betreffe nur den jeweiligen Abschnitt, in dem gearbeitet wird.
Straßenbauer arbeiten unter Vollsperrung
Anwohner und Gewerbetreibende, von Oellrich Holzbau bis zur Elbe-Obst, können ihre Firmen und Wohnhäuser im Grundsatz erreichen - durch die Sackgasse. Die Windmühle Venti Amica, sie liegt außerhalb des Baufelds, ist über die Mühlenstraße und den nicht von der Sanierung betroffenen Abschnitt der K34 (Am Deich) aus Richtung Twielenflether Fährhaus/Leuchtturm zu erreichen.
Wichtig mit Blick auf den Sommer: Sowohl der Bassenflether Strand als auch das beliebte Freibad in Twielenfleth sind stets aus einer Richtung erreichbar - abhängig davon, welche Straße gesperrt ist.
Der Geh-/Radweg an der K34 (Am Deich) wird „unter halbseitiger Sperrung“ erneuert. Freie Fahrt heißt es für Fußgänger- und Fahrradfahrer: Die KVG richtet Ersatzhaltestellen für Schulbus- und Linienverkehr ein.

Die Karte zeigt die Baustellen an der Bassenflether (K32) und Twielenflether Chaussee (K32). Knapp 2700 Meter werden erneuert. Foto: Landkreis Stade
Zeitweise Sperrungen von Zufahrten wird es geben, die betroffenen Anlieger sollen regelmäßig informiert werden - über wöchentliche Baubesprechungen mit Bürgersprechstunde. Auf eine vom Landkreis Stade angebotene Anliegerinformationsveranstaltung wird verzichtet. Die Infos gehen nach der Erteilung des Zuschlags über Postwurfsendung und Medien wie TAGEBLATT raus.
Auf die Interessen der Obstbauern werde, insbesondere in der Zeit der Apfelernte (September - Oktober/November), Rücksicht genommen, heißt es im Kreishaus. Bei einigen Plantagen gibt es Probleme mit der Befahrung, so FWGL-Ratsherr Henning Rolf. Gerke hakte im Kreishaus nach: Es wird eine Lösung geben, Befahrungsmöglichkeiten werden abgestimmt.
Wie steht es mit der Umleitung?
Aus Osten sollen Autofahrer über die L140 (Hollernstrasse) und die K34 Twielenflether Chaussee/Am Deich ausweichen, aus Westen über die Landesstraße 140 (Hollernstrasse) und K32 (Bassenflether Chaussee).

Blick auf die kaputte Kreisstraße in der Gemeinde Hollern-Twielenfleth. Foto: Vasel
Insgesamt muss der Landkreis Stade rund 380 Kilometer Kreisstraßen unterhalten. Mittlerweile gibt es ausreichend Geld, 15 Millionen Euro pro Jahr, und mehr Ingenieure. Knapp drei Viertel müssten saniert werden.
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