TWahl in Stade: Wenn eine CDU-Frau einen FDP-Mann empfiehlt
Sabrina Klapper empfahl, obwohl CDU-Mitglied, die Wahl des FDP-Kandidaten zum Bürgermeister in Stade. Foto: TAGEBLATT
Sabrina Klapper ist eine engagierte Gastronomin. Und eine streitbare Person. Zur Bürgermeisterwahl hat sie als CDU-Mitglied ihrer Partei ein faules Ei ins Nest gelegt.
Stade. Am Sonnabend, einen Tag vor der Bürgermeisterwahl, sprach sich Sabrina Klapper in den sozialen Medien dafür aus, den FDP-Kandidaten Enrico Bergmann zu wählen. „Ein Eklat zur Unzeit“, schrieb das TAGEBLATT in seinem Liveticker zur Wahl auf tageblatt.de am Sonntag. Was war da los?
Sabrina Klapper: „Ich liebe meine Partei“
Klapper schrieb, sie liebe die CDU. Nur offenbar den Stader Ortsverband nicht. Das mag daran liegen, dass sie im April bei der Aufstellung zur Wahl des Rates vom Vorstand der Stader CDU nicht berücksichtigt worden war. Das soll ein einstimmiger Beschluss gewesen sein. Begründung: Das Vertrauensverhältnis zu Klapper sei nachhaltig gestört.
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Klapper wehrte sich gegen die Nichtberücksichtigung. Sie kandidierte auf Vorschlag ihres Mannes gegen Gudrun Book-Schönau auf Platz sieben im Wahlbereich Stade II während der Mitgliederversammlung, bei der die Liste für die Kommunalwahl aufgestellt worden ist.
Das ist ihr gutes demokratisches Recht und wird gemeinhin als Kampfabstimmung bezeichnet. Klapper sagt jetzt, sie habe nie eine Kampfabstimmung angestrengt. Jedenfalls verlor sie diese. Auch das gehört zur Demokratie.
Schiedsgericht angerufen - ohne Erfolg
Klappers Mann, ein Parteimitglied, wendete sich an das Kreisparteigericht der Partei auf Kreisebene, um gegen das Prozedere vorzugehen. Das nützte nichts. Das Schiedsgericht - besetzt mit einem professionellen Richter - hatte im Juni an dem Vorgehen nichts zu beanstanden.Als Reaktion auf den TAGEBLATT-Liveticker schreibt sie, dass es bei ihrer Kritik nicht um persönliche Enttäuschung über einen Listenplatz gehe. Sie beziehe sich vielmehr auf „grundsätzliche Fragen von Offenheit, Fairness und gelebter innerparteilicher Demokratie“. Konkreter wird sie nicht.
Wahlaufruf half Enrico Bergmann nicht wirklich
Ihr Wahlaufruf ging übrigens ins Leere. Die Empfehlung half Enrico Bergmann nicht wirklich. Er kam auf knapp zehn Prozent der abgegebenen Stimmen und schied im Rennen ums Bürgermeisteramt aus. Arne Kramer (CDU) und Kai Koeser (SPD) machen das unter sich aus in der Stichwahl am 27. September.
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Klapper selbst hat auch schon mal kandidiert. Sie wollte für die CDU in den Bundestag ziehen, hatte im parteiinternen Verfahren aber keine Chance. Am Ende machte Vanessa Zobel aus Bremervörde das Rennen.
Schiedsgericht der CDU tagt zum ersten Mal
Was Sabrina Klapper aber geschafft hat: Zum ersten Mal in der Geschichte der CDU im Landkreis Stade musste das Kreisparteigericht tagen. Und die ist immerhin schon 80 Jahre alt.
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