T100 Jahre Blohm Bau in Harsefeld: Wie sich die Baubranche verändert hat
Ein Einblick in die Unternehmensgeschichte von Blohm Bau: Maurer legen ihre Gesellenprüfung ab. Foto: privat
Was hat sich in 100 Jahren auf dem Bau getan? Zum Firmenjubiläum erzählen Klaus und Heinrich Blohm von Fahrrädern, erhöhten Anforderungen und der Zukunft des Bauens.
Harsefeld. Als Klaus Blohm sechs Jahre alt war, fuhren die Mitarbeiter des Familienunternehmens noch mit dem Fahrrad zu den Baustellen - von Harsefeld bis nach Schwinge. Das Werkzeug war auf die Gepäckträger geschnallt, denn Autos standen Mitte der 1950er Jahre noch nicht viele zur Verfügung.
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Heute ist der Gebrauch von Maschinen auf den Baustellen des Bauunternehmens Blohm Standard. Dazwischen liegen fast sieben Jahrzehnte und 100 Jahre Unternehmensgeschichte.
20.000 Euro für die Jugend: Blohm ist verwurzelt in Harsefeld
Gegründet wurde Blohm Bau 1926 von Hein Blohm und dem Zimmerermeister Johann Brunsen. Nach schwierigen Anfangsjahren wuchs das Unternehmen vor allem in der Nachkriegszeit. Klaus Blohm übernahm 1987, sein Sohn Heinrich wurde 2015 Geschäftsführer. Heute beschäftigt das Familienunternehmen 60 Mitarbeiter.

Zwei Generationen, ein Familienunternehmen: Klaus Blohm (links) und sein Sohn Heinrich Blohm sind die Geschäftsführer von Blohm Bau. Foto: P. Meyer
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bauunternehmens kamen im Sommer rund 1700 Freunde, Bauherren, Mitarbeiter und Geschäftspartner zur Jubiläumsfeier von Blohm Bau. „Wir sind sehr mit dem Ort verbunden“, erklärt Heinrich Blohm. „Daher wollten wir uns bedanken.“ Im Rahmen der Jubiläumsfeier sammelten Blohms Spenden, die sie am Ende auf 20.000 Euro aufstockten. Die Summe ging gleichermaßen an die örtlichen Kindergärten, die Jugendfeuerwehr sowie die Jungschützen.

Zur Jubiläumsfeier von Blohm Bau kamen im Sommer rund 1700 Besucher. Foto: Blohm Bau
„Ich muss morgens den Harsefelder Kirchturm sehen“, sagt Klaus Blohm über die Verbindung zu seiner Heimat. Schließlich sei er nie länger als drei Wochen am Stück von hier weg gewesen. Die Verbundenheit mit Harsefeld ist seit der Gründung des Unternehmens geblieben.
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Vieles andere hat sich in diesen 100 Jahren dagegen verändert. Klaus Blohm und sein Sohn Heinrich haben den Wandel der Baubranche aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt: vom Baustellen-Fahrrad bis zum Einsatz moderner Maschinen.
Weniger Arbeiter, kürzere Fristen
„Wir arbeiten immer noch mit der Maurerkelle“, sagt Klaus Blohm, der Ende der 1960er Jahre seine Ausbildung zum Stahlbetonbauer machte. Das Handwerk habe sich nicht so stark verändert wie andere Branchen - und doch gab es große Entwicklungen. So etwa die technische Ausstattung. Maschinen und Kräne erleichtern die Arbeit erheblich.

Blohm Bau gibt Einblicke in die Unternehmensgeschichte: Ein Richtfest in Harsefeld Ende der 1940er Jahre. Foto: privat
Durch den technischen Wandel benötige es heute deutlich weniger Mitarbeiter für ein Einfamilienhaus. Während in den 1960er Jahren eine Kolonne aus sechs oder sieben Arbeitern bestand, seien es heute nur drei oder vier. Dennoch geht es heute schneller als damals: Bis zu einem Jahr habe der Bau eines Einfamilienhauses vor 60 Jahren gedauert. Heute soll ein Haus in vier oder fünf Monaten fertig sein.
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Verändert haben sich aber nicht nur die Abläufe auf der Baustelle, sondern auch die Häuser selbst „Viele Bauherren verzichten auf einen Keller. Der war früher Standard“, erklärt Heinrich Blohm. Das sei vor allem aus Kostengründen so. Gleichzeitig seien Häuser heutzutage kleiner. Früher seien etwa 180 Quadratmeter üblich gewesen, heute liege der Schnitt etwa bei 130 Quadratmetern.
Bürokratie und Milimeterarbeit auf der Baustelle
Dafür steigen die Anforderungen an das Gebäude. Bis 1970 habe es quasi keine Wärmedämmung gegeben, erinnert sich Klaus Blohm. Heute seien etwa 16 Zentimeter Dämmung notwendig. Auch bei der Ausführung sei man heute präziser: Während Abweichungen weniger Millimeter früher noch akzeptiert wurden, muss man heute genauer sein.
Ansprüche und Wünsche der Bauherren haben sich der Zeit angepasst: Offene Wohnbereiche mit integrierter Küche seien gefragt. „Heute wird wohl nicht mehr so viel Grünkohl gekocht“, sagt Klaus Blohm lachend - wegen des Geruchs. Gleichzeitig werde zukunftsorientiert gebaut: Breitere Türen, bodengleiche Duschen und Bungalows seien nicht mehr nur für ältere Menschen interessant, erklärt Heinrich Blohm.

Zur Jubiläumsfeier von Blohm Bau kamen im Sommer rund 1700 Besucher. Foto: Blohm Bau
Das Verhältnis zwischen Bauunternehmen und Kunden sei ein anderes geworden. Früher habe bei Vereinbarungen oft der Handschlag gereicht. Mittlerweile werde alles schriftlich festgehalten. Gleichzeitig seien die Anforderungen an Bauleiter gestiegen, weiß Heinrich Blohm. Neben handwerklichem Wissen müssten sie heute zahlreiche Auflagen und bürokratische Anforderungen im Blick behalten.
Vorgefertigte Bauteile sind die Zukunft
Für die Zukunft sieht Heinrich Blohm das klassische Einfamilienhaus unter Druck. Grundstückspreise, Zinsen und gestiegene Baukosten machten es für viele schwerer finanzierbar.
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Seit Corona seien die Baukosten um rund 30 Prozent gestiegen. Die Perspektive liege deshalb stärker bei Mehrfamilienhäusern und standardisierten Bauweisen. Wände, Balkone oder andere Bauteile könnten künftig bereits im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Gleichzeitig setzt Blohm weiter auf Industrieaufträge, Wohnungsbau und Modernisierungen.
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Bei aller Veränderung in der Baubranche soll bei Blohm Bau eines bleiben, wie es immer war, erklärt Klaus Blohm: der faire Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. „Auf dem Fußboden bleiben“ sei schließlich schon immer seine Devise gewesen.
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