T125 Jahre Schützenverein Assel: Strumpfbänder und Strafgebühren
Der Schützenverein Assel feiert an diesem Wochenende den Abschluss seines Jubiläums. Foto: Felsch
Die Asseler Schützen wissen zu feiern. Zum 125-Jährigen gibt‘s eine große Party. Spaß hatten sie aber auch schon früher - mit Preisen wie Schokolade und Strumpfbänder.
Assel. An diesem Sonnabend, 19. September, feiert der Schützenverein Assel - mit Zapfenstreich, Umzug und Party. Anlass ist die Vereinsgründung vor 125 Jahren - und die wechselvolle Geschichte bis heute:
Zwei Dutzend Männer gründeten im Sommer 1901 den Schützenverein Assel. Der Vorsitzende Heinrich Peters eröffnete die erste Generalversammlung am 6. November. Der Eintritt zum Schützenball im Dezember kostete 50 Pfennig, gefeiert wurde bei Schützenbruder Jahncke. Das Schützenfest, begleitet von der Stader Stadtkapelle, folgte im Juli 1902, mit 41 Mitgliedern. Schützenkönig wurde damals August Brammann.
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Ein Jahr später schafften die Asseler sich einen Infanterie-Vereinsdegen an - und auf der Preisscheibe war so Schönes wie Strumpfbänder, Klopfpeitsche, Zucker und Schokolade.
Strafgebühr und Lustbarkeitssteuer
Für unentschuldigtes Fehlen waren 25 Pfennig Strafgebühr fällig und 1913 gab es eine Lustbarkeitssteuer, 38 Mark mussten als Vergnügungssteuer abgeführt werden.
Außer in den Kriegszeiten wurden Schützenfeste und Schützenbälle ausgiebig gefeiert. Ein neuer Schießstand entstand Mitte der 20er Jahre. Zum Heizen des Schießstands mussten laut Vereinschronik fünf Fuder Torf angefahren werden. Die Jungschützenabteilung war eine der ersten in Kehdingen und wurde schon im Jahre 1927 gegründet.
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Wie schon im Ersten so ruhte auch im Zweiten Weltkrieg ab 1939 das Vereinsleben. Nach Kriegsende nahmen die Schützen erst wieder 1949 ihr Vereinsleben auf. „Am 10. August 1949 fand die erste Schützenversammlung beim Gastwirt Johann Schröder statt. 50 Schützenbrüder beschlossen an diesem Tage, daß der Schützenverein Assel fortbestehen müsse“, heißt es in der Chronik. Die Anwesenden wählten einen neuen Vorstand unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Wilhelm Gassau. Ein Jahr zuvor hatten die Schützen dem V.T.V. Assel für den Sportplatzbau noch eine Spende in Höhe von 600 Mark überreicht.
Eingetragener Verein seit den 50ern
Beim 50-jährigen Jubiläum wirkten alle Kehdinger Schützenvereine mit. Am 22. Februar 1952 wurde auf Antrag beim Amtsgericht in Freiburg die Eintragung ins Vereinsregister vorgenommen, der Schützenverein erhielt den Zusatz:„e.V. von 1901“.
Selbst sind die Schützen: Sie nahmen Mitte der 50er Jahre den Majorstab selbst in die Hand - das Fehlen von geeigneter Marschmusik während der Umzüge führte 1954 zur Gründung des Spielmannszuges Assel.
Der Verein trat 1964 dem Deutschen Schützenbund bei, wuchs stetig und brachte im Laufe der Jahre exzellente Sportschützen hervor.
Zwölf junge Damen gründen neue Abteilung
Das Jahr 1967 brachte gravierende Veränderungen - die Gründung der Damenabteilung. Zwölf junge Damen gründeten die Abteilung, heute zählt die Abteilung 317 Damen. Ein Fünftel von ihnen ist als Sportschützinnen aktiv.
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Die Flutkatastrophe am 3. Januar 1976 verwüstete Schützenplatz und Schießstand. Aber die Asseler Schützenschwestern und Brüder richteten alles rechtzeitig zum 75-jährigen Jubiläumsschützenfest wieder her.
In den 80er Jahren fuhren Vereinsmitglieder mit den Kehdinger Blasmusikanten gemeinsam in Assels Patenstadt Rosieres en Santerre und nahmen außerdem an den Feierlichkeiten des Deutschen Schützentages in Osnabrück teil. In die 925-Jahr-Feier der Ortschaft Assel ist der Schützenverein auch involviert.
Vereinshalle in der Ortsmitte
„Waren es über Jahrzehnte die Feierlichkeiten und das Sportschießen, das den Schützenverein zusammengehalten hat, so sind es 1987 bis 1989 die Arbeiten am neuen Schießstand“, so der jetzige erste Vorsitzende Jan Steffens.
Seit der Gründung des Schützenvereins 1901, war der Schießstand immer wieder Thema. Ein überlieferter Lageplan von 1909 dokumentiert, dass ein Schießstand am Wegefährels errichtet werden sollte. Dieser Schießstand durfte aber zur damaligen Zeit nicht gebaut werden. Die Schützen „mussten über Jahrzehnte sehr erfinderisch sein, bei der Nutzung der damaligen Einrichtungen. Aus Überlieferungen ist bekannt, dass an mindestens vier verschiedenen Orten in Assel das Schießen durchgeführt wurde“, heißt es in der Chronik. Seit 1988 hat der Verein seine Schützenhalle in der Ortsmitte.
Programm zum Jubiläum
Am Sonnabend, 19. September, findet auf dem Sportplatz Assel zum Abschluss des Jubiläums ein großer Zapfenstreich statt, begleitet von den Kehdinger Blasmusikanten, dem Spielmannszug Dornbusch und dem Spielmannszug Assel. Teilnehmer am Umzug zum Zapfenstreich treffen sich um 19.15 Uhr vor dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Assel.
Zuschauer sollten sich um 19.30 Uhr direkt am Sportplatz Assel einfinden. Nach dem Zapfenstreich führt der Umzug zur Schützenhalle in der Dorfmitte, wo die Jubiläums-Abschlussparty startet.

Umzug zum Schützenfest: Ein Blick auf Assel im Sommer 1977. Foto: Schützenverein Assel

Schützenumzug 1977 - mit dem Spar-Markt im Hintergrund. Foto: Schützenverein Assel
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