T22. Buxtehuder Altstadtlauf: Teilnehmerrekord, lautstarke Fans und spendable Sieger
Rekord: Mehr als 1000 Schüler gingen beim 22. Buxtehuder Altstadtlauf an den Start. Foto: Bröhan
Der 22. Buxtehuder Altstadtlauf stellte einen neuen Teilnehmerrekord auf, ebenso wie der Lauf der Schulen. Beim Halbmarathon gab’s eine neue Bestzeit. Das hat Gründe.
Buxtehude. Das Herzstück des Buxtehuder Altstadtlaufs ist der Schülerlauf mit dem vom Rotary Club initiierten Lauf der Schulen. In diesem Jahr wurde die Marke von insgesamt 1000 Schülern erstmals geknackt.
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510 Grundschüler starteten auf der Langen Straße am Rathausmarkt auf die 2 Kilometer lange Strecke, 511 Mädchen starteten auf der Breiten Straße. Dass sie, die Mädels, knapp in der Überzahl waren, freute sie vor dem Start und unter großem Applaus diebisch.
Acht Grundschulen nahmen teil und stellten gut 800 Teilnehmer von der 1. bis zur 4. Klasse. Niels Schütte vom Rotary Club freute sich über den Rekord und „die tolle Veranstaltung“.
Der letzte Starter wollte barfuß laufen
Elias und sein Vater Stephan kamen auf dem letzten Drücker. Der Achtjährige von der Grundschule Harburger Straße lief los, als die Masse sich schon langsam verflüchtigte. Den Sonderapplaus der vielen Eltern und Verwandten, die ihre Kinder begleiten, nahm er gar nicht wahr.

Elias (Mitte) kam mit seinem Vater etwas zu spät und überholte noch ganz viele, wie der Spätstarter später stolz erzählte. Foto: Bröhan
„Eigentlich wollte er barfuß laufen“, erzählt sein Vater später und lacht. Der Kompromiss war dann, dass Elias luftige Sandalen trägt. Natürlich schlüpfte er barfuß da rein.
„Ich hab‘ noch richtig viele überholt“, sagte der Spätstarter stolz, nachdem er seine Medaille bekommen hat. Elias lief als 161. ins Ziel ein, er brauchte knapp 13 Minuten. Zwei Sportler vom ETV holten den Sieg. Moritz Jähn (11) brauchte weniger als acht Minuten, sein Kollege Lennart Strokosch (11) folgte ihm nur vier Sekunden später. Das schnellste Mädchen war Iryna Kochkina (12) vom Buxtehuder SV in 8:39 Minuten.
Die erfolgreichsten Grundschulen durften sich wieder über Geldpreise von den Rotarys freuen. Die Grundschule Altkloster und Hedendorf stellte die schnellste Zeit auf. Prozentual gesehen trat die Grundschule Moisburg mit den meisten ihrer Schülern an, mit 180 Schülern stellte die Stieglitzweg-Schule die größte Truppe.
Starke Läufer und größere Teilnehmerfelder durch einen Zufall
Insgesamt waren 2437 Teilnehmer gemeldet, damit wurde der Rekord aus dem vergangenen Jahr mit 2300 abermals verbessert. Udo Feindt, Teammanager des bekannten und erfolgreichen Fischer-Mohr-Laufteams, schickte 19 Läufer in die verschiedenen Wettkämpfe, darunter extrem starke Läufer, die in den vergangenen Jahren meistens beim Alsterlauf teilnahmen.

Rekord: 2437 Teilnehmer waren über die gesamten Läufe gemeldet. Foto: Bröhan
In diesem Jahr fand der Buxtehuder Altstadtlauf eine Woche früher statt, weil die Zeitnehmer für Organisator Wolfgang Stephan sonst schon verplant waren. Dadurch war auch das Teilnehmerfeld beim Halbmarathon größer und stärker besetzt. Weil die Regenerationszeit bis zum Berlin Marathon größer ist. „Es war Zufall, aber jetzt halten wir an diesem früheren Termin fest“, sagt Stephan.

Felix Nadeborn (vorne rechts) pulverisierte den Halbmarathon-Rekord. Svea Timm (hinter ihm) gewann bei den Frauen, sie ist eine der Dauersiegerinnen über verschiedene Strecken. Foto: Bröhan
Felix Nadeborn stellte den Vorjahresrekord vom Fischer-Mohr-Team im Halbmarathon mit der Superzeit von 1:09:18 Stunden ein, verbesserte den Rekord um gut vier Minuten. Lars Viebrock von Viebrockhaus hatte im Vorfeld mit dem Sieg geliebäugelt, konnte aber nicht mit einem solchen Konkurrenten rechnen. Er wurde Zweiter (1:13:14 std). Svea Timm vom Fischer-Mohr-Team holte einmal mehr einen Sieg in Buxtehude (1:22:34 std).
Fischer-Mohr-Team darf wieder spenden
Weil die Staffel des Fischer-Mohr-Teams wieder gewonnen hat, darf sich Buxtehude hilft e.V. über eine Spende von 500 Euro freuen. Im vergangenen Jahr hatte das Team erstmals nicht gewonnen, so blieb die Spende aus.
Das Team gründete sich 2015, weil sie eine Staffel für den Deinster Spargellauf stellen wollten. Daraus wurde schnell das jetzige ambitionierte Projekt. 48 Läufer aus der Region und Norddeutschland gehören dem Team an. Im Schnitt verbinden sie mit drei Veranstaltungen im Jahr auch Spendenaktionen. Der selbst initiierte 24-Stunden-Lauf brachte schon über 100.000 Euro zusammen, pro Lauf mehr als 20.000 Euro in den vergangenen zwei Jahren.
„Als Läufer wird man nicht reich, aber wir wollen den Menschen gerne etwas Gutes tun“, sagt Feindt.
10-Kilometer-Lauf in der Hand der Dauersieger
Feindt brachte neben dem gebürtigen Buxtehuder Max Schröter auch den Topläufer Tobias Middendorf, der sonst eher beim Alsterlauf startete, ins Rennen. Bei den Frauen hieß das Fischer-Mohr-Duell Laura Schuberth gegen Claudia Sticher.

Sie dominierten die 10 Kilometer: Tobias Middendorf, Laura Schuberth, Teammanager Udo Feindt, Claudia Sticher und Max Schröter (von links). Foto: Bröhan
Wie angekündigt machten die Teamplayer die Siege untereinander aus. Schuberth (38:04 min) hatte gute 20 Sekunden Vorsprung auf Sticher. Knapper war es bei Middendorf (32:21 min) und Schröter (32:25 min). Middendorf ist aber reiner Läufer und verausgabte sich nicht komplett, weil nächste Woche der nächste Lauf ansteht.
Schröter kommt aus dem Triathlon. „Ich wusste, dass ich nicht mithalten könnte, wenn er anzieht“, so Schröter, der nur schätzen kann, ob er sechs oder sieben Mal über die 10 Kilometer gewonnen hat. Warum er für das Fischer-Mohr-Team neben der Triathlon-Bundesliga antritt? „Sie unterstützen und fördern einen, organisieren alles - es ist schön, wenn man nur Athlet sein darf.“
Debütantin hat die lautesten Fans
Der 5-Kilomter-Lauf hatte wie immer das größte Teilnehmerfeld. Natürlich siegten mit Gerrit Bellerich und Emily Haase zwei Läufer von Fischer-Mohr.

Alina (rechts) hatte die lautesten Fans. Foto: Bröhan
Alina von der Stadtjugendpflege nahm zum ersten Mal am Buxtehuder Altstadtlauf teil. Als sie ins Ziel kam, wurde sie mit frenetischen „Alina“-Rufen gefeiert. Ehrenamtliche junge Frauen, mit denen Alina zusammenarbeitet, unterstützten sie gut gelaunt und mit Plakat. Trainiert hat sie „eher nicht so“, verriet Alina. Der Spaß steht im Vordergrund.

Der Regen begann ab 15 Uhr, da liefen nur noch der 10 Kilometer Lauf und der Halbmarathon. Foto: Bröhan
Der wurde den Läufern auch nicht durch den einsetzenden, teils starken Regen ab 15 Uhr verdorben. Darauf angesprochen sagte Halbmarathon-Siegerin Svea Timm: „Da hat man erst mal ein gutes Körpergefühl bekommen.“ Organisator Stephan freute sich, dass alles wieder „super gelaufen ist“ und lobte die „tapferen Läufer“, die den Regen abbekamen.
Alle Ergebnisse unter www.davengo.com/event/result/22-altstadtlauf-buxtehude-2026
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