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Zwei Tote

T90-Jähriger erschießt Ehefrau – Ein Dorf ringt um Antworten

Grablichter vor dem Wohnhaus in Hepstedt: Ein 90-Jähriger soll seine Ehefrau und anschließend sich selbst getötet haben.

Grablichter vor dem Wohnhaus in Hepstedt: Ein 90-Jähriger soll seine Ehefrau und anschließend sich selbst getötet haben. Foto: Harscher

„Fassungslos“: Hepstedt steht unter Schock. Der Senior war Jäger. Die Polizei nennt weitere Details.

Von Saskia Harscher 20.08.2026, 18:40 Uhr

Hepstedt. Heidi Stelljes bringt so schnell nichts aus der Fassung, doch jetzt ringt Hepstedts Bürgermeisterin um die passenden Worte. „Fassungslos“, dieser Begriff bringe die Stimmung im Dorf wohl am besten auf den Punkt, sagt sie.

Das Dorf stehe still seit Mittwoch, seit die Nachricht über das, was in dem Haus in der kleinen Straße passiert sein soll, die Menschen überraschte - und erschütterte: „Als wenn jemand einen Stecker gezogen hat, und alles andere rückt dann plötzlich in den Hintergrund.“

Wie berichtet wurde die Polizei am frühen Mittwochnachmittag aufgrund von Schussgeräuschen zu einem Wohnhaus nach Hepstedt gerufen. Dort fanden die Beamten zwei leblose Personen. Nach bisherigen Ermittlungen geht die Polizei von einem Tötungsdelikt und nicht von einem gemeinschaftlichen Suizid aus.

Das war die Tatwaffe

Wie Rotenburgs Polizeisprecher Marvin Teschke mitteilt, haben Ohrenzeugen gegenüber der Polizei mitgeteilt, dass sie zuvor hilfeähnliche Rufe aus dem Haus wahrgenommen hätten. Bei der Tatwaffe handelt es sich nach Auskunft des Polizeisprechers um eine großkalibrige Jagdwaffe.

Zum Tathergang heißt es, dass die Ermittler davon ausgehen, dass der 90 Jahre alte Mann seiner 65 Jahre alten Ehefrau mit dieser Waffe tödliche Verletzungen zugefügt hat. Danach soll er sich selbst mit dem Jagdgewehr tödlich verletzt haben.

90-Jähriger war Jagdpächter

Die beiden Toten sollen eng mit dem Ort und den Menschen verbunden gewesen sein. So erzählt es auch Günter Rosenbrock. Ein halbes Jahrhundert habe er den Senior, der die Ehefrau erschossen haben soll, gekannt, sagt er am Morgen nach der Tat.

Geschlafen habe er kaum. Die Gedanken kreisten in seinem Kopf und auch die Frage nach dem Warum. Der 90-Jährige war Jagdpächter in Hepstedt. Er sei gut mit ihm ausgekommen, sagt Rosenbrock. Die Tat schockiere ihn. Auch er stehe dem, was geschehen ist fassungslos gegenüber.

Als wenn jemand einen Stecker gezogen hat und alles andere rückt dann plötzlich in den Hintergrund.

Hepstedts Bürgermeisterin Heidi Stelljes

Ihr gehe es jetzt in erster Linie darum, wie man die Angehörigen unterstützen könne, sagt Heidi Stelljes und macht eine Pause am Telefon. Die Gedanken seien bei den Hinterbliebenen, drückt die Bürgermeisterin ihre Anteilnahme aus: „Wir wünschen der Familie Kraft.“

Seine Anteilnahme drückt auch Christoffer Klemme aus. „Wir trauern mit den Angehörigen“, sagt der Pastor aus Kirchtimke und ergänzt, dass jeder sich bei Redebedarf an ihn (04289/254), an die Notfallseelsorge (0162/101 55 98) oder an die Telefonseelsorge (0800/111 01 11) wenden könne.

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