TAbseilen am Petri-Turm: Spektakulärer Kletterakt in Buxtehude
Für die ungewöhnliche Aktion am Petri-Tag haben die Experten der Hamburger Nordwandhalle das Abseilen bis ins Detail vorbereitet und selbst getestet. Foto: St. Petri
In seiner von mehreren Bränden geprägten Geschichte hat der Buxtehuder Kirchturm schon viel gesehen. Beim Petri-Tag erwartet den imposanten Bau ein besonderes Spektakel.
Buxtehude. Nach längerer Zeit gibt es in St. Petri wieder ein Gemeindefest. Das Event ist mit einer aufsehenerregenden Aktion verbunden: Beim Petri-Tag am 6. Juni können Gäste sich aus etwa 20 Metern Höhe vom Kirchturm abseilen. Die ungewöhnliche Idee kommt nicht von ungefähr.
Die Buxtehuder Kirche aus anderer Sicht erleben
Petris Pastor Chris Hasemann durfte so etwas schon miterleben. Während seiner Zeit als Lehrer in Hildesheim initiierte ein kletterbegeisterter Pastor der dortigen Lutherkirche eine solche Aktion. „Das war ein riesiger Erfolg, und als ich zum ersten Mal in Buxtehude war und den Kirchturm sah, dachte ich sofort: Das müssen wir hier irgendwann auch machen“, erzählt Hasemann.

Nachdem sich die Kletterwilligen über das Geländer geschwungen haben, geht es am Seil 20 Meter den Turm hinab. Foto: Weselmann
Das Fest ist dabei nicht nur für Gemeindeglieder gedacht. „Wir atmen das Leben der Altstadt und sind Teil der Stadtgesellschaft. Mit dem Petri-Tag wollen wir unsere Türen bewusst für alle öffnen - auch für jene, die nicht in die Gottesdienste kommen, aber trotzdem sagen: Petri ist meine Kirche“, erklärt der Pastor.
Hasemann ist überzeugt: „Es braucht Türöffner, um mit der Kirche in Verbindung zu kommen. Aber wo die Tür aufgeht, haben wir nicht in der Hand.“ Was für ihn einst die Orgel gewesen sei, könnte eben auch ein solches Erlebnis sein. „Die Aktion ist für alle, die ihre Kirche einmal aus einem ganz besonderen Winkel sehen möchten.“
Das sind die Bedingungen der Hamburger Kletterprofis
Teilnehmer müssen mindestens zwölf Jahre alt sein - und die steile Wendeltreppe zur Turmplattform erklimmen können. „Wer die 96 Stufen geschafft hat, kommt auch am Seil wieder hinab“, sagt Hasemann. So jedenfalls lautet die Einschätzung der für die Aktion engagierten Kletterprofis.

Chris Hasemann zeigt die am Glockenstuhl befestigte Abseilausrüstung. Foto: Weselmann
Die kommen von der Nordwandhalle in Wilhelmsburg und haben schon manch ungewöhnliche Kletterpartie ermöglicht. Das reicht vom Klettern an einem aufgestellten 40-Fuß-Container bis hin zur Hochhausfassade. Aber die Kletteraktion am Kirchturm ist für die Experten eine Premiere. „Was für eine tolle Location“, sagt Christian Erenyi, Geschäftsführer und Gesellschafter der Nordwandhalle. Das Team hat alles bis ins Detail vorbereitet und vorab selbst erprobt. Das Abseilen erfordert Mut, gilt jedoch nicht als besonders anspruchsvoll.
Nur das Wetter kann die Aktion gefährden
Vor dem Abseilen geben die Profis eine Sicherheitseinweisung und legen den Kletternden die nötige Ausrüstung an. Abgesehen von der mentalen Hürde, stellt das Übersteigen der Plattformbrüstung die größte Herausforderung dar.
Wenn alles gut läuft, schafft das Nordwandhallen-Team, pro Stunde circa 15 Menschen abzuseilen. Bei zu viel Wind oder starkem Regen muss die Aktion entfallen. Daneben bietet das Fest noch mehr Programm.

Wenn es nicht zu sehr windet und regnet, steht der Aktionsidee von Pastor Chris Hasemann nichts im Weg. Foto: Weselmann
Dazu gehört ein Kinderschminken, das umgekehrt als oft üblich läuft. Betreut vom Personal der Dietrich-Bonhoeffer-Kita, können Kinder hier mal jemanden wie Mama oder Opa schminken. Mitmachen ist auch beim Vogelhäuschen- oder Doe-Orgel-Bau gefragt. Außerdem können Besucher in Kirchgarten und Turmkapelle selbst gebackenen Kuchen, Kaffee und Grillwürstchen genießen. Es gibt „Petri in Bildern“ zu sehen, Bläserklänge vom Turm und eine illuminierte Nachtandacht.
Der Kirchturm steht auf vielfältige Weise im Fokus
„Irgendwie ist dieses Jahr Turmzeit“, sagt Hasemann. Im Rahmen des Mitsingfestivals wurde kürzlich erst von der Plattform gesungen. Dafür gab es nicht nur Applaus, sondern gleichsam Geschimpfe aus der Luft. Nun ist klar: Petri bietet tatsächlich ein Zuhause für Turmfalken.
Schulranzenaktion
St. Petri und Lions Club Buxtehude unterstützen beim Schulstart
Und bald spielt Petris Turm noch eine tragende Rolle. Am 26. Juni können Paare auf der Plattform heiraten oder sich spontan segnen lassen. In den Blickpunkt rückte die Landmarke dazu noch in anderer Hinsicht.
Der Läute-Computer war kaputtgegangen. Das nahm die Kirchengemeinde zum Anlass, mit dessen Erneuerung gleich die Läuteordnung zu überarbeiten. Die letzte stammte von 1968. Künftig wird nun das Vollgeläut zu Ostern und Weihnachten besonders hervorstechen, weil zu den Gottesdiensten in der Fasten- und Adventszeit - so wie beim täglichen Stundengeläut - nur eine der drei Glocken erklingt.
Das Programm in der Übersicht
Sonnabend, 6. Juni
- 15 und 18 Uhr Musik vom Turm mit dem Posaunenchor St. Petri, BuxTuut
- 15.30 bis 17.30 Uhr Abseilen von der Turmplattform, „Petri in Bildern“ in der Kirche, Kinderspaß mit der Bonhoeffer-Kita mit Kinderschminken und Vogelhäuschen-Bau
- 16.30 Uhr Doe-Orgel bauen (Teilnahmetickets ab 15 Uhr vor dem Altarraum)
- 15 bis 18 Uhr Kaffee, Kuchen und Würstchen vom Grill
- 22 Uhr Illuminierte Nachtandacht in der Kirche
Sonntag, 7. Juni
- 11 Uhr Gottesdienst und gemeinsames Spargelsuppe-Essen im Anschluss
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.