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Kommunalwahl 2026

TAfD im Aufwind: So hoch ist die blaue Flut im Landkreis Stade

Parallel zum Wahlkampfstand der AfD im Juli in Jork gab es Proteste gegen die als rechtsextrem geltende Partei. Mittlerweile hat die AfD im Landkreis Stade nach eigenen Angaben mehr alsr 400 Mitglieder.

Parallel zum Wahlkampfstand der AfD im Juli in Jork gab es Proteste gegen die als rechtsextrem geltende Partei. Mittlerweile hat die AfD im Landkreis Stade nach eigenen Angaben mehr alsr 400 Mitglieder. Foto: Vasel

Bei den Kommunalwahlen verzeichnet die AfD einen deutlichen Zuwachs und zieht mit elf Abgeordneten in den Kreistag ein. Wo liegen ihre Hochburgen?

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Von Karsten Wisser
17.09.2026, 19:55 Uhr

Landkreis. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, nur eine Woche vor der niedersächsischen Kommunalwahl, stand die rechte AfD kurz vor der absoluten Mehrheit. Entsprechend groß war die Sorge der anderen Parteien, dass viele Wähler der AfD ihre Stimme geben könnten. Das hat sich zum Teil bewahrheitet.

Die Ausgangslage

Die Kommunalwahl 2021 fiel in die Zeit der Corona-Pandemie. Es gab weder den Ukraine-Krieg noch die explodierende Inflation. Damals verlor die AfD massiv an Sitzen. In Buxtehude halbierte sich ihre Mandatszahl von vier auf zwei. Im Kreistag büßte die vom niedersächsischen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei zwei von fünf Sitzen ein. Insgesamt erreichte sie bei den Kreistagswahlen 2021 nur 4,69 Prozent. Angesichts dieser niedrigen Basis war das Potenzial für einen deutlichen Zuwachs groß.

Das Ergebnis der Kreistagswahl.

Das Ergebnis der Kreistagswahl. Foto: Kdo

Das Ergebnis auf Kreisebene

Die AfD legte um 13,59 Prozentpunkte zu und erreichte 18,28 Prozent. Damit zieht sie mit elf Abgeordneten in den Kreistag ein. Von 318.300 Stimmen entfielen 58.188 auf die AfD. Hinter der CDU (18 Sitze) und der SPD (12 Sitze) landete sie auf Platz drei, vor den Grünen (7 Sitze) und der Freien Wählergemeinschaft (6 Sitze). Die Linke (4 Sitze), die FDP (2 Sitze) sowie Volt und BSW (je 1 Sitz) folgten dahinter. Der Kreistag hat 63 Sitze, von denen 62 gewählt wurden. Der verbleibende Sitz geht automatisch an den CDU-Landrat Kai Seefried, der am Wahlsonntag im Amt bestätigt wurde.

Die Sitzverteilung im neuen Stader Kreistag.

Die Sitzverteilung im neuen Stader Kreistag. Foto: Kdo

Die AfD zeigte sich dennoch nicht ganz zufrieden. „Wir hatten uns ein noch besseres Ergebnis erhofft“, sagte Pressesprecher Helmut Wiegers dem TAGEBLATT. Dennoch stehe das Resultat für einen politischen Umbruch im Landkreis Stade. Tatsächlich hatten CDU und SPD befürchtet, die AfD könnte über 20 Prozent kommen und zweitstärkste Kraft werden. Die gestiegene Wahlbeteiligung scheint jedoch beiden Seiten genutzt zu haben, nicht nur der AfD.

Wo hat die AfD ihre Hochburgen?

Nach der Kommunalwahl 2026 ist die AfD im Kreistag und in den Räten ein Massenphänomen. Vorher war sie nur im Kreistag, im Rat der Stadt Buxtehude und mit Einzelabgeordneten in der Samtgemeinde Harsefeld sowie der Gemeinde Ahlerstedt vertreten. 2021 wollten sich nur wenige Bürger öffentlich zur AfD bekennen. Jetzt stellt sie Fraktionen in allen Einheitsgemeinden, Samtgemeinden und den beiden Hansestädten. Auch in vielen Mitgliedsgemeinden konnte sie Sitze gewinnen.

In Buxtehude bleibt die AfD jedoch schwach. Hier erreichte sie nur 14,77 Prozent. Ähnlich stabil blieb das Alte Land: In Jork (15,06 Prozent) und der Samtgemeinde Lühe (15,29 Prozent) schnitt sie ebenfalls unterdurchschnittlich ab. Ihre besten Ergebnisse erzielte sie in Oldendorf-Himmelpforten (22,69 Prozent), Drochtersen (22,27 Prozent) und Fredenbeck (21,83 Prozent).

In Harsefeld (18,99 Prozent), Apensen (19,25 Prozent) und Horneburg wurde sie jeweils zweitstärkste Kraft hinter der CDU. In Drochtersen hatte die AfD mit dem neuen Kreistagsabgeordneten und unterlegenen Bürgermeisterkandidaten Sebastian Sieg auch ihren Kandidaten mit den meisten persönlichen Stimmen (3245). Das ist das viertbeste Ergebnis kreisweit über alle Kandidaten betrachtet.

Die Schwäche der SPD

In vielen Gemeinden profitierte die AfD von der Schwäche der SPD. In Fredenbeck verlor die SPD über zehn Prozentpunkte. Auf Kreisebene sank ihr Ergebnis von 25,22 auf 19,49 Prozent (minus 5,73). Das sind die größten Verluste unter den etablierten Parteien.

Auch CDU (28,66 Prozent, minus 4,37), Grüne (11,18 Prozent, minus 3,33), Freie Wählergemeinschaft (9,53 Prozent, minus 1,61) und FDP (5,96 Prozent, minus 3,73) mussten Verluste hinnehmen. Einzig die Linke legte zu (6 Prozent, plus 3,44).

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