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T„Alles steht zur Disposition“: Dicke Luft bei D/A nach Pokal-Aus

D/A liegt gegen Kickers Emden 2:4 zurück. Jorik Wulff und seine Kollegen werfen in der Schlussphase alles nach vorn.

D/A liegt gegen Kickers Emden 2:4 zurück. Jorik Wulff und seine Kollegen werfen in der Schlussphase alles nach vorn. Foto: Jörg Struwe

D/A fliegt gegen Kickers Emden aus dem Landespokal. Jetzt will die Vereinsführung reagieren. Nicht einmal der Trainerposten scheint noch sicher zu sein.

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Von Daniel Berlin
23.08.2026, 17:25 Uhr

Drochtersen. D/A-Präsident Rigo Gooßen nennt es Schockstarre. Es ist sein fußballerisches Baby, das da gerade aus dem Landespokalwettbewerb ausgeschieden ist. Sein Herzensprojekt schwächelt auch in der Liga und hat als einer der Topfavoriten auf den Aufstieg in die 3. Liga schon zwei von vier Spielen verloren.

Vereinspräsident Rigo Gooßen: "Alles steht zur Disposition."

Vereinspräsident Rigo Gooßen: "Alles steht zur Disposition." Foto: Jörg Struwe

Früher wäre Gooßen öffentlich laut geworden und hätte seinen Ärger über den Misserfolg spätestens am Mikrofon nach dem Abpfiff deutlich gemacht. Diesmal ist das anders. Diesmal will er erst mal intern analysieren.

Der Seitenhieb des D/A-Präsidenten

Nach der Heimniederlage in der Liga gegen Hannover 96 II und nach der Pokalpleite am vergangenen Freitag gegen Kickers Emden hatte Gooßen nach Abpfiff jeweils auf ein Statement verzichtet. Wer den Verein kennt, weiß, dass spätestens dann dicke Luft herrscht.

Am Samstag nach dem Pokalspiel gegen Emden sitzt Gooßen natürlich im Kehdinger Stadion in Drochtersen auf der Tribüne und schaut sich das Benefizspiel zwischen D/A und der Kreisauswahl Team TAGEBLATT an, bei dem Spenden gesammelt werden sollen für die Hinterbliebenen der sechs Opfer der Gewalttat in Stade. „Gestern haben wir schlecht gespielt. Vielleicht wird es heute ein bisschen besser“, sagt er. Ein Seitenhieb. Gooßen kann nicht aus seiner Haut.

In der Tat platzte am Vortag beim Spiel gegen Kickers Emden der Traum vom vierten Pokaltriumph der Vereinsgeschichte bereits im Viertelfinale. D/A sehnt sich so nach diesem Erfolg, weil die Auftritte im DFB-Pokal gegen Gladbach, Bayern und Schalke süchtig machten und Geld einspielten. Aber diese schönen Zeiten liegen schon wieder sieben Jahre zurück.

Vier Fehler, vier Gegentore: So lief das Pokalspiel

Die D/A-Defensive spielte schlecht gegen Kickers Emden. Zwei ähnliche Standardsituationen bescherten den Gästen die Ausgleichtreffer zum 1:1 und zum 2:2. Die Drochterser hatten in beiden Situationen das Verteidigen eingestellt und die Köpfe eingezogen.

Das 2:3 aus D/A-Sicht fiel nach einem Eigentor von Matti Steinmann. So ein unglückliches Ding fällt maximal einmal in der Karriere eines Fußballers. Und das 2:4? Neuzugang Muhammad Dahaba stand nach seiner Einwechslung gerade mal ein paar Sekunden auf dem Rasen, als er einen Ball vertändelte und der Stürmer aus Emden den Fehler bestrafte. Vier Geschenke für die Ostfriesen.

Schlussphase gegen Kickers Emden: D/A will einen Handelfmeter. Luca Menke und Matti Steinmann reklamieren.

Schlussphase gegen Kickers Emden: D/A will einen Handelfmeter. Luca Menke und Matti Steinmann reklamieren. Foto: Jörg Struwe

D/A war früh durch Tom Sanne in Führung gegangen. Matti Steinmann hatte das zwischenzeitliche 2:1 erzielt. In der Schlussphase drückte D/A vor 900 Zuschauern, vergab Hochkaräter zum Anschluss. Warum die Mannschaft so spät aufwachte, bleibt ihr Geheimnis. Nach dem Abpfiff herrschte Grabesstille.

Behält Trainer Ioannou seinen Job?

„Vier Momente“ hatten das Spiel entschieden. „Selbstverschuldet.“ „Das darf in solch einem Spiel in dieser Masse nicht passieren.“ D/A-Trainer Oliver Ioannou muss das Aus im Landespokalwettbewerb am Freitagabend irgendwie erklären. Und es ist auch sein Job, in die Zukunft zu schauen.

D/A-Trainer Oliver Ioannou: "Wir müssen wieder die Mentalität entwickeln, solche Momente zu verteidigen."

D/A-Trainer Oliver Ioannou: "Wir müssen wieder die Mentalität entwickeln, solche Momente zu verteidigen." Foto: Jörg Struwe

„Wir müssen die Mentalität entwickeln, solche Momente zu verteidigen und die Fehler abstellen“, sagt Ioannou. Sonst werde es schwierig. Wird der aktuelle Trainer daran mitwirken, D/A wieder in die Erfolgsspur zu bringen?

Die Mechanismen im Fußball sind bekannt. Bei Misserfolgen fliegt in der Regel der Coach. Manchmal der Sportdirektor. Selten die Spieler. D/A-Präsident Rigo Gooßen sagt am Wochenende ein paar alarmierende Sätze.

„Wir machen uns verschiedene Gedanken. Erst mal müssen wir uns sortieren“, sagt Gooßen. Er werden Gespräche geführt. Sind die Gespräche auch personeller Natur? Steht Trainer Oliver Ioannou zur Disposition? „Wenn man so kläglich ausscheidet, steht alles zur Disposition“, sagt Gooßen. Bei D/A könnte es in den nächsten Tagen mächtig rumpeln.

Wichtige Gespräche führt D/A im Auto

Offensichtlich besprechen die D/A-Bosse wichtige Dinge gerne im Auto. Schon auf der Rückfahrt von Barsinghausen nach Drochtersen nach dem verlorenen Pokalfinale gegen Jeddeloh in der Vorsaison gab es solch ein richtungsweisendes Gespräch im Wagen des Teammangers. Damals drehten die Verantwortlichen vieles auf links.

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Am Sonntag stand wieder solch eine Autofahrt an. Die zweite Drochterser Mannschaft spielte in der Oberliga in Verden. Gooßen und Sportdirektor Sören Behrmann fuhren hin. 120 Kilometer hin, 120 Kilometer zurück. Ein relativ kurzes, aber intensives Gespräch?

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