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Omas gegen Rechts

TAlltagsrassismus in Stade: Die Wohnungssuche ist besonders schwierig

Am Stand der Stader Omas gegen Rechts in Stade: Diab, Gehan, Gabriele, Saray, Maream und Abdurrhaman (von links).

Am Stand der Stader Omas gegen Rechts in Stade: Diab, Gehan, Gabriele, Saray, Maream und Abdurrhaman (von links). Foto: Omas Gegen Rechts

Die Stader Omas gegen Rechts haben am Tag gegen Rassismus an ihrem Stand in der Innenstadt informiert - und Gespräche geführt, die betroffen machen.

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Von Anping Richter
Donnerstag, 26.03.2026, 17:05 Uhr

Stade. Der Internationale Tag gegen Rassismus wird jährlich am 21. März begangen. Die Omas gegen Rechts in Stade haben dieses Datum zum zweiten Mal genutzt, um an einem Infostand in der Innenstadt mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die sich über Alltagsrassismus und Handlungsmöglichkeiten dagegen austauschen wollen.

Aus Sicht der Stader Omas gibt es ein Dauerproblem: Für Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund ist es sehr schwierig, eine Wohnung zu bekommen. Davon berichteten Maream und Abdurrhaman aus Syrien. Das junge Paar hat gerade einen kleinen Sohn bekommen, Noah. „Beide arbeiten als Pflegeassistenten und würden mit dem Kind gerne in eine größere Wohnung ziehen. Sie leben sehr beengt. Aber schon bei der Nennung des Nachnamens löst sich jede Hoffnung wieder in Luft auf“, berichtet Gabriele Brockhausen von den Omas.

Auch die Arbeitssuche ist nicht einfach

Auch die Arbeitssuche ist ein Problem: Diab, ein Syrer katholischer Konfession, berichtete, dass er in Syrien mehrere Jahre als Elektriker gearbeitet habe. In Deutschland wird seine Ausbildung nicht anerkannt, aber er würde auch als Hilfskraft arbeiten. Das B1-Sprachzertifikat, das eine selbstständige Verwendung der deutschen Sprache bestätigt, habe er bereits erworben. Zurzeit besuche er einen Fortgeschrittenen-Kurs, um das B2-Niveau zu erreichen.

Um besser mit Menschen verschiedener Herkunft ins Gespräch zu kommen, hatten die Omas dafür gesorgt, dass auch Mitstreiterinnen mit eigenen Rassismuserfahrungen am Stand waren - wie die Sängerin, Baglama-Spielerin und Musiklehrerin Saray aus Stade. Sie möchte die Frage nach ihrer Staats- oder Volksangehörigkeit gar nicht erst in den Vordergrund stellen: „Ich bin ein Mensch, der aus der Türkei hierhergekommen ist und sich hier mit Musik beschäftigt. Für mich stehen Liebe, Freundschaft und Menschlichkeit im Vordergrund. Ich respektiere die Werte aller Menschen.“

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