TAngeklagter spricht vor dem Landgericht Stade über Tötung seiner Partnerin
Bei dem Prozess am Landgericht Stade ergriff der Angeklagte aus Gyhum das Wort und trug eine persönliche Erklärung über seine Sicht der Dinge dar. Foto: Sina Schuldt/dpa-Pool/dpa
Erstmalser ergreift am Mittwoch der Angeklagte im Mordprozess von Gyhum am Landgericht Stade das Wort. „Das, was passiert ist, tut mir unendlich Leid.“
Zeven. Hatte der Verteidiger des Angeklagten am vorherigen Verhandlungstag eine Einlassung verlesen, ergriff am 7. Prozesstag der Angeklagte selbst das Wort. Vieles, was von Zeugen erzählt worden sei, „ist sehr einseitig und stellt meine Erfahrungen insbesondere in der Zeit vor der Tat nicht richtig dar“, moniert der Angeklagte, dem vorgeworfen wird, im September 2025 seine Lebensgefährtin in Gyhum vergewaltigt und getötet sowie eine Brandstiftung begangen zu haben.
„Ich möchte betonen, dass unsere Beziehung nach meiner Wahrnehmung am Anfang sehr offen und ehrlich war“, so der Gyhumer. Das Paar sei sich einig gewesen, dass sich beide Zeit für ihre jeweiligen Interessen lassen wollten. „Es war von Anfang an klar, dass wir den anderen unterstützen wollten, aber eben selbst andere Schwerpunkte legten.“
Angeklagter aus Gyhum will Partnerin unterstützt haben
Er habe versucht, seine Partnerin bei ihrer Liebe zu Pferden zu unterstützen. Dabei legte er dar, wie eine wohnungsnahe Unterstellmöglichkeit geschaffen werden sollte, gemeinsam mit einer Freundin der Partnerin, die ebenfalls ein Pferd unterstellen und sich an den Kosten habe beteiligen wollen. Als die jedoch die langfristig geplante Stallgemeinschaft beendet habe, habe das Paar die Kosten alleine tragen und zudem ein Beistellpferd anschaffen müssen.
Zur negativen Stimmung der Partnerin seien kranke Pferde und Stress auf der Arbeit hinzugekommen. Der Angeklagte habe mit ihr versucht, eine Lösung zu finden und angemerkt, dass Probleme mit Arbeitskollegen eventuell auch an ihr liegen könnten. Daraufhin habe es Streit gegeben.
Landgericht Stade
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Das sei nicht die Unterstützung, die sie von ihrem Partner erwarten würde. Die Beziehung habe zudem unter nächtlichen beruflichen Telefondiensten und seiner Feuerwehrbereitschaft gelitten. „Alles in allem waren die Nächte bei uns oft sehr kurz und unruhig, was uns beiden zum Teil aufs Gemüt schlug.“
An zwei Wochenenden „vor dem schrecklichen Geschehen“, wie es der Angeklagte formuliert, habe das Paar viel Zeit miteinander verbracht. „Aus meiner Sicht harmonierte es in dieser Zeit mit uns beiden besser als davor.“ Das behutsame Miteinander habe dazu geführt, bis zum Tatabend regelmäßig gekuschelt zu haben, bis sie gemeinsam eingeschlafen sind.
Anders am Tattag: morgens habe die Lebensgefährtin ihn gebeten, ihr zu helfen, die Pferde auf die Weide zu stellen, die aber ausgebrochen seien. „Dieser Ausbruch führte zum Streit, weil ich aus ihrer Sicht die Schuld dafür zu tragen gehabt hätte.“ Der Streit sei exemplarisch für viele Streitigkeiten in der Beziehung.
Angeklagter gesteht Tötung und Brandstiftung
„Am Abend habe ich erzählt, dass ich keine Therapie mehr brauche“, es sei nur eine Paartherapie sinnvoll. Das habe sie nicht gewollt. „Alles eskalierte in einem heftigen Streit, wo sie mir noch sagte, dass sie fremdgehe.“ Er habe entgegnet, sie wisse selbst, dass das nicht stimmt. Es sei dann um die gemeinsame Wohnung gegangen: „Ich wollte Klarheit haben, es sollte nicht alles zu einem Streitthema werden. Die Lage hat sich dann zugespitzt.“
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Zum weiteren Verlauf verweist der Angeklagte auf seine Worte an den psychiatrischen Sachverständigen. Die Situation habe sich dann beruhigt: „Wir sind ins Bett gegangen, haben am Handy gedaddelt und auch miteinander gekuschelt.“ Seine Erinnerung an das folgende Geschehen sei nur bruchstückhaft.
Er schließe aus, eine Vergewaltigung begangen zu haben: „Brutalität, körperliche Gewalt, Missachtung eines Neins und die grenzenlose Durchsetzung des eigenen Willens liegen mir vollkommen fern.“ Wobei er gesteht: „Ich bin verantwortlich für den Tod“ der Partnerin. „Ich habe auch die Halle in Brand gesteckt. Aber ich habe keine sexuelle Tat begangen.“ Nachfragen gab es keine. Der Prozess wird fortgesetzt.
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