TAnkerplatz: Jetzt wird zurückgedisst - Rap-Battle ist eröffnet
Der Ankerplatz in Stade. Foto: Richter
Mit einem KI-Rap hat Florian Riesling kürzlich den Ankerplatz in Stade gedisst und Fame geerntet. Doch jetzt springen andere in den Ring - und rappen zurück.
Stade. „Man nennt es Begegnung, einen Treffpunkt für alle, doch meistens trifft dort nur der Wind auf ne Flasche“: So rappt Florian Riesling mit Hilfe der KI über das Ankerplatz-Projekt. Mit seinem Videoclip hat er, wie hier vor einer Woche angemerkt, einen Nerv getroffen. Allerdings nicht nur bei Ankerplatz-Kritikern.
Gegenentwurf zum Ankerplatz-Song
Jetzt springen Freunde des Ankerplatzes in die Bresche. Allen voran die Hansestadt Stade: „Kein Zufall, kein Trend, kein kurzer Moment. Hier entsteht eine Vision, die man kennt. Ein Treffpunkt für alle, egal, wer du bist...“ Bis zum Shoutout am Ende: „Der Ankerplatz sagt: Hier passiert was, let‘s go!“
„Wie lächerlich, nen Gegensong zu machen, richtig einfallslos“, meckert ein Kommentator unter dem Video. Doch hier fehlt es wohl an Hip-Hop-Hintergrundwissen: Das Battle ist eine Urform der Rapmusik. Dissen (spielerisch diffamieren) und Bragging (angeben) gehören dazu - und eine Antwort.
Stadtsprecher wird zum Rapper
Auf Nachfrage stellt sich heraus: Der Hip-Hopper der Hansestadt ist Pressesprecher Stephan Voigt. „Ich fand den Rap-Song witzig und die Form der Kritik kreativ. Das wollte ich aufgreifen“, erklärt er fröhlich. Als er sein mit KI-Unterstützung produziertes Werk vorspielte, habe Stadtrat Carsten Brokelmann gleich grünes Licht gegeben.
Der Clip der Hansestadt Stade, vor drei Tagen hochgeladen, hat schon 800 Aufrufe. Voigt nimmt das zum Anlass, das Bragging auf die Plattform LinkedIn auszuweiten - für seinen Fame (Ruhm) als Amtfluencer. PR-Kollegen finden es super.
„No Hate, only Love“
Auch der Kreisverband der AWO steigt mit einem Rap pro Ankerplatz auf Instagram ein: „No Hate, only Love - für den Ankerplatz“, heißt es darunter. Ein Shoutout am Schluss: „Wir stehen für Solidarität und Toleranz, keine Frage. Wir sind der AWO-Kreisverband in Stade.“
Und es gibt einen vierten Song: „Ankerplatz3“ wurde von Rainer Kohrs hochgeladen.
Kohrs und die KI rappen nicht, sondern setzen auf Liedermacherstil. Der Shoutout am Ende ist ein Vorschlag zur Güte: „Sand am Sande“. Der Platz soll zur Riesen-Sandkiste werden, zur Freude der Kinder.
Wir finden: Das war sehr schön. Doch nun genug der KI! Wir wollen das Rap-Battle live erleben und wissen aus sicherer Quelle: Der Ankerplatz würde Bühne und Technik sofort zur Verfügung stellen. Also los, Rapper, zeigt euer wahres Niveau! Wir vom TAGEBLATT kommen vorbei und rufen Jo! Jo! Jo!
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