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Kultkneipe

T„Apropos“: Weg frei für Stades erste Genossenschaftskneipe

Gute Laune vor dem Apropos. Hier hat sich gerade die Genossenschaft gegründet, die die Stader Kultkneipe retten will.

Gute Laune vor dem Apropos. Hier hat sich gerade die Genossenschaft gegründet, die die Stader Kultkneipe retten will.

Wenn einer aufhört, machen viele weiter. Diese Idee steckt hinter dem Engagement von Apropos-Stammgästen und Mitarbeitern. Wann sie in Stade Neueröffnung feiern.

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Von Lena Stehr
Dienstag, 21.04.2026, 19:15 Uhr

Stade. Seit 1981 gibt es das Apropos in der Kleinen Schmiedestraße in Stade. Mehr als 20 Jahre lang stand Thomas Mäkel hinterm Herd und hinterm Tresen der Kultkneipe. Ende 2025 verkündete der Kneipier, dass er schweren Herzens aus persönlichen Gründen aufhören will. Ende Mai ist für ihn Schluss.

Einen Nachfolger gab es nicht. Deswegen sind einige Stammgäste und Mitarbeiter aktiv geworden. Am Montag gründeten sie gemeinsam eine Genossenschaft.

Apropos-Retter machen Nägel mit Köpfen

Wie berichtet, initiierte der Student und Apropos-Mitarbeiter Lasse Kluge aus Stade Mitte März das erste Treffen für alle, die das Apropos retten wollen. Die Resonanz war so groß, dass die Veranstaltung online übertragen wurde.

Die Apropos-Retter machten schnell Nägel mit Köpfen. Eine Gruppe von 20 Kernmitgliedern hat inzwischen die Genossenschaft gegründet - die Kosten dafür belaufen sich auf 6500 Euro - und den Genossenschaftsverband mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Nach erfolgreicher Prüfung folgt über einen Notar und das Registergericht der Eintrag ins Genossenschaftsregister. Dann gibt es auch erst den Zusatz e.G. - das steht für eingetragene Genossenschaft.

Die Kneipengenossenschaft ist aber bereits jetzt handlungsfähig und kann mit der Arbeit loslegen, sagt Kluge. Neue Mitglieder können ab sofort verbindlich beitreten. Das geht entweder über Anträge, die im Apropos ausliegen oder in Kürze auch online.

39.000 Euro sind bereits zugesagt

Aktuell gibt es bereits etwa 150 Unterstützer, gut 39.000 Euro sind zugesagt. Das Ziel sind 46.000 Euro. Wer Mitglied werden möchte, muss mindestens drei Genossenschaftsanteile à 50 Euro kaufen. Das Risiko der Mitglieder soll auf die Höhe der gezeichneten Anteile begrenzt bleiben. Im schlimmsten Fall sei das investierte Geld weg.

Soweit soll es natürlich nicht kommen. Die Apropos-Retter hoffen, dass sich die Kneipe irgendwann durch die Einnahmen trägt. Vorher ist noch ein bisschen was zu tun. Den Juni will die Genossenschaft nutzen, um sich mit dem Betrieb vertraut zu machen und sich einzurichten. Während dieser Zeit bleibt die Kneipe geschlossen. Im Mai ist das Apropos noch unter Thomas Mäkel geöffnet.

Große Neueröffnung im Juli

Am 1. Juli wird große Neueröffnung gefeiert. Von dann an stehen die Kneipentüren immer mittwochs bis samstags ab 18 Uhr für alle Gäste offen. Zu Bier und anderen Getränken werden Speisen wie Currywurst und Baguette serviert. „Wir wollen auf jeden Fall etwas anbieten, die Küche aber möglichst einfach halten“, sagt Kluge.

Der Personalplan steht bereits. Hinterm Tresen und in der Küche stehen erfahrene Mitarbeiter, die für ihre Arbeit auch bezahlt werden. Andere Genossenschaftsmitglieder helfen ehrenamtlich beim Getränkeeinkauf oder bei besonderen Events. Zum Beispiel bei Musik-, Tanz-, Quiz- oder Spieleabenden, die regelmäßig stattfinden sollen.

Apropos soll kein Renditeobjekt sein

„Es ist für Genossenschaftsmitglieder keine Pflicht, mitanzupacken“, betont Kluge. Wer möchte, könne seine Unterstützung auf das Finanzielle beschränken. Personal, Miete und Einkäufe müssen schließlich bezahlt werden.

Sollte mehr Geld eingenommen werden, als für den laufenden Betrieb nötig ist, werden Rücklagen für Investitionen zurückgelegt. Die Kneipe soll kein Renditeobjekt sein. Sie soll ein Ort bleiben für ehrliche Gespräche - an dem man einfach dazugehört.

apropos-meine-kneipe.de

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