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Alte Molkerei

TAssel bekommt Supermarkt: Die alte Ruine weicht dem Edeka

Betonbarrieren und ein großer Bauzaun verzieren die alte Molkerei.

Betonbarrieren und ein großer Bauzaun verzieren die alte Molkerei. Foto: Wertgen

In Assel fehlt ein Supermarkt und die alte Molkerei ist ein Schandfleck. Beides ist unstrittig. Beides soll sich ändern. Warum Anwohner aber noch warten müssen.

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Von Lars Wertgen
Dienstag, 02.06.2026, 15:48 Uhr

Assel. Zerschlagene Fensterscheiben, marodes Mauerwerk, davor Betonklötze und ein großer Bauzaun: Die alte Molkerei mitten im Zentrum von Assel steht seit Ende der 1980er Jahre leer.

Das Symbol des Stillstands soll weg - und gleichzeitig ein lange bestehendes Problem lösen: Assel hat seit Jahren keinen eigenen Lebensmittelmarkt mehr. Wer einkaufen will, muss in Nachbarorte fahren.

Der erste Schritt ist gemacht

Für eine Lösung ist am vergangenen Dienstag der erste Schritt getan worden. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Umwelt und Tourismus empfahl dem Verwaltungsausschuss und dem Gemeinderat einstimmig, das Bebauungsplanverfahren für einen Verbrauchermarkt an der Wether Straße zu beschließen. Der Weg für eine konkrete Planung wäre dann frei.

Hinter dem Vorhaben steht der Regensburger Immobilienentwickler Ratisbona, ein Familienunternehmen, das sich auch auf die Revitalisierung unterversorgter Ortsteile spezialisiert hat. Seit 1987 hat es rund 1300 Lebensmittelmärkte realisiert und setzt jährlich 20 bis 30 neue Projekte um.

Lars Piereck, Projektentwickler von Ratisbona, betreut das Vorhaben in Assel.

Lars Piereck, Projektentwickler von Ratisbona, betreut das Vorhaben in Assel. Foto: Ratisbona

Worauf die Investoren Wert legen

In Assel soll ein Markt in Holzbauweise entstehen. Die natürlichen Materialien sollen sowohl innen als auch außen sichtbar sein. „Das Gebäude soll kein Fremdkörper sein, sondern in die bestehende Wohnstruktur eingebunden werden“, sagt Ratisbona-Projektentwickler Lars Piereck. „Klimabewusst und kreislauffähig konzipiert“, betonte er in seiner Präsentation vor zahlreichen betroffenen Anwohnern, die die Sitzung besuchten.

Die gesamte Anlage solle möglichst wenig versiegelte Fläche aufweisen, dafür mit durchgrünter Außenanlage und gezielter Förderung von Biodiversität und Artenvielfalt punkten. Auf fossile Brennstoffe wird vollständig verzichtet. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und mehrere Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge übernehmen die Energieversorgung.

Lärmschutz ist ebenfalls ein zentrales Thema. Piereck betonte, entsprechende Maßnahmen sollten nicht kalt und funktional wirken - wie man es etwa von Lärmschutzwänden an Bahnstrecken kennt. Begrünbare Lösungen seien das Ziel und die Abstimmung mit den künftigen Nachbarn gewünscht. „Die Lebensqualität der Anwohner soll erhalten bleiben“, sagt er.

Der Edeka-Markt in Assel soll dem Ort eine moderne Nahversorgung ermöglichen.

Der Edeka-Markt in Assel soll dem Ort eine moderne Nahversorgung ermöglichen. Foto: Ratisbona

Wann können Asseler wieder zu Hause einkaufen?

Das Bebauungsplanverfahren wird als Vollverfahren geführt. Insbesondere wegen der Lage des Grundstücks, das von Wohnhäusern umgeben ist, sei ein sauberer Ablauf wichtig. Rund ein Dutzend Grundstücke grenzen an das Areal. Die Verfahrensdauer wird auf ein bis anderthalb Jahre geschätzt.

Die meisten Fensterscheiben sind kaputt und die Natur hat längst begonnen, sich das Gelände zurückzuholen.

Die meisten Fensterscheiben sind kaputt und die Natur hat längst begonnen, sich das Gelände zurückzuholen. Foto: Wertgen

Der Abriss des alten Molkereigebäudes durch den Alteigentümer ist innerhalb der nächsten zwölf Monate geplant. Der eigentliche Bau dauere dann nur sechs bis sieben Monate - dank weitgehender Vorfertigung der Holzrahmenelemente, eine Bauweise, die Anwohner deutlich kürzer belastet.

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Als Eröffnungsziel gilt Ostern 2029, bewusst konservativ kalkuliert, um Verzögerungen zu vermeiden. Dr. Albert Boehlke von der SPD fragte nach politischen Beschleunigungsmöglichkeiten. Mit rasch abgestimmten Beschlüssen und außerordentlichen Sitzungen könnten womöglich bis zu drei Monate eingespart werden, so Piereck.

Angedacht ist ein innovatives Gebäude in Holzbauweise.

Angedacht ist ein innovatives Gebäude in Holzbauweise. Foto: Ratisbona

Edeka plant mit 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche und 25.000 Artikeln

Als Mieter ist Edeka vorgesehen. Der Mietvertrag ist auf mindestens 15 Jahre ausgelegt. „Edeka ist schon länger auf der Suche, um das Nahversorgungsangebot zwischen Bützfleth und Drochtersen um eine attraktive Option zu erweitern“, erklärt Svenja Cloppenburg von Edeka.

Die natürliche Optik soll sich auch im Inneren des Marktes wiederfinden.

Die natürliche Optik soll sich auch im Inneren des Marktes wiederfinden. Foto: Ratisbona

Geplant ist eine Verkaufsfläche von 1500 Quadratmetern mit 25.000 Artikeln - deutlich mehr als bei einem typischen Discounter. Ergänzt werden soll das Angebot durch eine Bäckerei und eine Metzgerei. Sollte sich kein regionaler Bäcker finden, käme die Bäckerei von Allwörden in Betracht, die Edeka 2022 übernommen hat. Welcher selbstständige Kaufmann den Markt letztlich führt, steht bisher nicht fest.

Warum hat es so lange gedauert?

Dass das Projekt diesen Punkt erreicht hat, hat auch mit dem Arbeitskreis Elbstromdörfer zu tun, der Anfang 2025 aktiv Kontakt zu Edeka aufgenommen hatte.

Bernd Mattern, CDU-Ausschussmitglied und Teil des Arbeitskreises, erinnerte an frühere gescheiterte Versuche: Mehrere Grundstücke seien als Standorte geprüft worden - darunter die alte Scheune von Familie Kruse, ein Areal am Schützenplatz sowie das Grundstück der früheren Gaststätte Lindner, in dem heute das Creative Depot untergebracht ist.

So sieht eine erste Skizze aus. Ob der Markt schlussendlich so ausgerichtet wird, steht noch nicht fest.

So sieht eine erste Skizze aus. Ob der Markt schlussendlich so ausgerichtet wird, steht noch nicht fest. Foto: Ratisbona

Alle Optionen seien gescheitert - wegen anderweitiger Verkäufe oder weil sie sich baulich als ungeeignet erwiesen. Diesmal seien sich Grundstückseigentümer, Investor und Edeka einig, ist Mattern zuversichtlich.

Einstimmig votierte der Ausschuss für die Empfehlung - und setzte damit ein klares Signal. Cornelius van Lessen von den Freien Wählern richtete sich direkt an die Projektbeteiligten: „Packen Sie es an.“

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