Fußball-Regionalliga

TAufstieg kostet Geld: Warum Sponsoren in die SV D/A investieren

D/A um Trainer Oliver Ioannou, Sportdirektor Sören Behrmann, Präsident Rigo Gooßen und Berater Holger Stanislawski (von links) kommen mit den Sponsoren ins Gespräch.

D/A um Trainer Oliver Ioannou, Sportdirektor Sören Behrmann, Präsident Rigo Gooßen und Berater Holger Stanislawski (von links) kommen mit den Sponsoren ins Gespräch. Foto: Jörg Struwe

D/A frühstückt am Samstag mit seinen Sponsoren. Spieler und Verein suchen die Nähe zu den Geldgebern. Aber warum stecken Unternehmer vierstellige Summen in eine Fußballmannschaft?

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Von Daniel Berlin
05.07.2026, 00:01 Uhr

Drochtersen. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel beendete die vergangene Saison auf Tabellenplatz zwei und scheiterte im Pokalwettbewerb erst im Finale. Da liegt es nahe, mit großen Zielen in die Anfang August startende neue Saison zu gehen. „Wir wollen Meister werden und im besten Fall aufsteigen“, sagt D/A-Trainer Oliver Ioannou am Samstag, 4. Juli, beim Frühstück mit den Sponsoren. Aber solche Ziele kosten Geld.

„D/A ist nicht billiger geworden“, sagt Vereinspräsident Rigo Gooßen. Die Spielvereinigung hat den Kader erweitert. Neun Neue kamen, ein paar gut bezahlte Spieler verließen den Club. Gooßen redet ungern über Zahlen, räumt aber ein, dass die Kosten für die Spieler im Vergleich zur Vorsaison um 25 Prozent gestiegen seien.

D/A will Zuschauerschnitt erhöhen

Neben dem Geld der Sponsoren sind die Eintrittsgelder eine lukrative Einnahmequelle. Knapp über 1000 Menschen kamen in der Vorsaison im Schnitt zu den Heimspielen im Kehdinger Stadion. In der bevorstehenden Saison sollen es 1250 bis 1500 Fans werden. D/A gibt sein Geld nicht nur für Spieler und den laufenden Betrieb, sondern auch für die Verbesserung der Infrastruktur aus. Der Verein plant bekanntlich den Ausbau des Kehdinger Stadions.

In Sachen Sponsoring habe D/A seit dem Engagement von Sören Behrmann als festangestellter Sportdirektor „enorme Schritte nach vorn gemacht“, sagt Gooßen. Der Stellenwert der Marke D/A sei größer geworden. „Für viele ist es interessant, mit dem Sport Werbung zu machen“, sagt Gooßen.

Für D/A zählt Gooßen, der als größter Geldgeber gilt, mehr als 100 finanzielle Unterstützer. Tendenz steigend. Die Hälfte der Sponsoren überweist mehr als 5000 Euro jährlich an den Verein. Sie profitieren von der Reichweite des Vereins in den sozialen Netzwerken und den Medien und der Sichtbarkeit in der Fangemeinde. Sie präsentieren sich an Banden und bekommen bei Firmenfeiern Besuch von Spielern. Sie erhalten Eintrittskarten für die Belegschaft. Aber warum investieren die Unternehmerinnen und Unternehmer eigentlich konkret in den Club? Was ist ihre Motivation?

Das sagen die Unternehmer zu ihrer Motivation

Harald Wist betreibt ein Abbruchunternehmen in der Gegend. Er bezeichnet sich selbst als fußballbegeistert. „Die Philosophie von D/A hat mich überzeugt“, sagt Wist. Er, der einst eingefleischter Fan der TuS Güldenstern Stade war.

Harald Wist.

Harald Wist. Foto: Jörg Struwe

Wist erklärt, dass er D/A nicht finanziell unterstützt, um mehr Aufträge zu generieren. Außerdem sei sein Beitrag „überschaubar“. „Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Wist.

Sigrid und Malte Bösch.

Sigrid und Malte Bösch. Foto: Jörg Struwe

Ähnlich argumentiert Sigrid Bösch, eine Immobilienmaklerin aus dem Nachbarort Wischhafen. Sie sei dem Verein verbunden und habe private Beziehungen zu D/A. Seit sieben, acht Jahren unterstützt sie den Regionalligisten. Es ist Imagepflege. Und manchmal erscheint in der Zeitung ein Spielfoto mit ihrem Firmennamen auf der Bande im Hintergrund. In den Tagen danach spürt Sigrid Bösch dann schon eine gewisse Resonanz.

Sponsoring steigert Bekanntheit des Unternehmens

So gut wie alle Männer aus seiner Familie haben für D/A gespielt, erzählt Thies Heinrich, der in Stade ein Feuerbestattungsunternehmen leitet. Sein Geld käme also „von Herzen für die Region“. Das Sponsoring fußt auf der Identifikation mit dem Verein. Er werde selbst in Bayern auf D/A angesprochen. Eingefleischte Fans können sich dort an den knappen Sieg des deutschen Rekordmeisters aus München im DFB-Pokal gegen D/A erinnern.

Thies Heinrich.

Thies Heinrich. Foto: Jörg Struwe

Mit dem Engagement bei D/A „steigt die Bekanntheit des Unternehmens“, sagt Heinrich. Ein Aufstieg in die 3. Liga und der damit verbundenen Präsenz im Fernsehen würde diesen Effekt noch verstärken. Heinrich nennt noch zwei andere positive Effekte.

Demnach helfen das Sponsoring und die Präsenz bei der Gewinnung von Mitarbeitern. Heinrich arbeitet in einer sensiblen Branche, in der der Tod eine große Rolle spielt. „Die Hemmschwelle, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sinkt“, sagt der Geschäftsführer.

Mittelständler drehen jeden Euro zwei Mal um

Einzelhändler Jörn Euhus aus Fredenbeck trat zwar schon vermehrt als Sportsponsor auf, aber noch nicht bei D/A. Der ehemalige Vorsitzende des VfL Fredenbeck findet „cool, was D/A auf die Beine gestellt hat“. Euhus beobachtet die Branche. „Mittelständischen Unternehmen fällt es immer schwerer. Sie müssen überlegen, wo sie Geld ausgeben können“, sagt Euhus.

Jörn Euhus.

Jörn Euhus. Foto: Jörg Struwe

Euhus überlegt auch, ob er „irgendwas mit D/A zusammen machen könnte“. Er sei sportaffin und kenne den Verein schon lange. „Du musst Bock darauf haben.“

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