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Straßenbau

TB73-Sperrung: Land nimmt keine Rücksicht auf Horneburger Herbstmarkt

Mit der Großfräse wird die marode Asphalt-Deckschicht auf der B73 zwischen Horneburg und Dollern zertrümmert, Sattelkipper fahren das Material ab.

Mit der Großfräse wird die marode Asphalt-Deckschicht auf der B73 zwischen Horneburg und Dollern zertrümmert, Sattelkipper fahren das Material ab. Foto: Vasel

Jetzt wird der Asphalt auf der B73 zwischen Dollern und Horneburg abgefräst. Dass die Landesbehörde keine Rücksicht nimmt, stößt sauer auf. Ein Baustellenbesuch.

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Von Björn Vasel
09.10.2026, 16:26 Uhr

Horneburg. Wochenlang rieben sich Anwohner der Bundesstraße 73 verwundert die Augen. Auf der Baustelle in Horneburg waren Straßenbauer seit der Einrichtung der Baustelle am 20. August selten zu sehen. Unter anderem betonierten Arbeiter die neue Rinne zwischen Fahrbahn und Fahrradweg - von der Kreuzung der L123 (Issendorfer Straße) bis zur Brücke über die Bürgermeister-Löhden-Straße.

Keine Rücksicht auf den Herbstmarkt genommen

Immerhin durften Landwirte die Absperrung während der Maisernte passieren. Dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr keine Rücksicht auf den Herbst- und Pferdemarkt am Freitag, 9. Oktober, nimmt, kritisiert Jörk Philippsen (FWG). Der Bürgermeister des Fleckens Horneburg hätte sich gewünscht, dass die B73 zwischen Dollern (Veerenkamp) und Horneburg (Stader Straße) erst in der nächsten Woche voll gesperrt wird. Philippsen: „Mit ein wenig gutem Willen wäre das möglich gewesen.“

Ende September durften die Bauern die Baustelle bei der Maisernte passieren.

Ende September durften die Bauern die Baustelle bei der Maisernte passieren. Foto: Vasel

Der Abschnitt war bereits am Montag, 28. September, abgesperrt worden. Sein Unverständnis über die wochenlange Untätigkeit äußert auch Johannes Wichern von der Shell-Tankstelle. Der Dollerner beklagt „einen Umsatzrückgang von 50 Prozent“.

Wichern, Philippsen und Samtgemeindebürgermeister Knut Willenbockel (parteilos) fragen sich, ob die Vollsperrung der B73 in dieser Form gerechtfertigt war. „Das trifft die Gewerbebetriebe in Horneburg und in Dollern“, sagt Wichern.

Er hoffe wie Julius Mohr vom gleichnamigen Kaufhaus, dass die Baumaßnahme, wie vom Land angekündigt, tatsächlich im Dezember abgeschlossen wird. Kunden nutzten die Umleitung über die A26, so Julius Mohr. Das habe auch der „gut besuchte verkaufsoffene Sonntag“ gezeigt. Doch vielleicht wären noch mehr Kunden gekommen, wenn die B73 ab der Stader Straße später gesperrt worden wäre: „Gute Straßen sind wichtig. Wichtig ist allerdings auch eine schnelle Umsetzung.“

Mehrfach habe die Verwaltung bei der Behörde in Stade insistiert, so Willenbockel. Vergeblich. Nicht einmal die Schaustellfahrzeuge für den Herbstmarkt hätten die B73 nutzen dürfen. Begründet worden sei das mit Haftung und Verkehrssicherheit.

Seit Mittwoch wird der Asphalt an der B73 abgefräst

Immerhin. Der Fräsdienst-Service Feind, ein Subunternehmer des Auftragnehmers Kemna, hat am Mittwoch dieser Woche losgelegt. Der Fuß- und Fahrradweg wurde bis auf die Tragschicht abgefräst. Seit Donnerstag wird auch die Fahrbahn abgetragen - bis auf die Tragschicht. 13 Zentimeter kommen runter.

Die Asphalt-Trümmer fliegen von der Großfräse in den Sattelkipper.

Die Asphalt-Trümmer fliegen von der Großfräse in den Sattelkipper. Foto: Vasel

Wie geht das? Die Meißel auf der rotierenden Fräswalze zertrümmern die Asphaltdeckschicht. Die Spitze der Meißel ist hart wie ein Diamant, sagt Feind-Polier Henrik Bauer.

So sieht ein Meißel der Großfräse aus.

So sieht ein Meißel der Großfräse aus. Foto: Vasel

Die eine Million Euro teure Großfräse schafft zehn bis zwölf Meter in der Minute auf einer Breite von 2,20 Metern. Rund 9500 Tonnen kommen raus. Das abgefräste Material wird auf Sattelkipper verladen. 27 Tonnen werden pro Fuhre zum Recycling in ein Asphalt-Mischwerk transportiert.

Blick in den Führerstand der Großfräse.

Blick in den Führerstand der Großfräse. Foto: Vasel

Durch die Hightech-Steuerung entstehen bei dieser neuen Großfräse etwa „20 Prozent weniger CO2-Emissionen pro gefrästem Kubikmeter“. Sie arbeitet auf den Millimeter genau. Henrik Bauer rechnet damit, dass die Fräsarbeiten am kommenden Donnerstag abgeschlossen sein werden.

Die Großfräse lässt sich auf den Millimeter genau einstellen.

Die Großfräse lässt sich auf den Millimeter genau einstellen. Foto: Vasel

Damit sei die Straße für den Asphalt-Einbau vorbereitet, sagt die Sprecherin der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Carolin Selle.

In zwei Wochen soll asphaltiert werden

In der 43. Kalenderwoche (Beginn: 19. Oktober) sollen laut Landesbehörde die Asphaltierungsarbeiten starten. Diese sollen Ende Oktober enden. Zwei Wochen seien eingeplant.

Blick auf die B73-Baustelle zwischen Horneburg und Dollern. Die Fahrbahn in Richtung Hamburg wird abgefräst und gereinigt.

Blick auf die B73-Baustelle zwischen Horneburg und Dollern. Die Fahrbahn in Richtung Hamburg wird abgefräst und gereinigt. Foto: Vasel

Aufgrund von Vorarbeiten für das Fräsen habe die B73 nicht mehr die notwendige Verkehrssicherheit aufgewiesen. „Das Verschieben der Arbeiten in die Woche nach dem Herbstmarkt ist beim Einsatz großer Maschinen wie der Asphaltfräse schwierig, da diese meistens schon für die kommenden Wochen auf anderen Baustellen der ausführenden Baufirma verplant sind“, begründet Selle das Nein.

Der Behörde sei bewusst, dass Verkehrsbeeinträchtigungen „unbequem“ seien und „individuelle Auswirkungen auf Wirtschaft und Privatpersonen haben können“. Bei der „Maßnahmendurchführung“ achte das Land „im Rahmen der Möglichkeiten“ auf „möglichst geringe Beeinträchtigungen“. Zwei Millionen Euro koste die Erneuerung der Fahrbahn zwischen Dollern und Horneburg auf einer Länge von 3,6 Kilometern.

Die B73 ist zwischen Horneburg (Issendorfer Straße) und Dollern (Veerenkamp) voll gesperrt.

Die B73 ist zwischen Horneburg (Issendorfer Straße) und Dollern (Veerenkamp) voll gesperrt. Foto: Vasel

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