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TBSV-Retter Nicolaj Andersson zieht Bilanz und trainiert künftig seinen Bruder

Mit Andersson kehrten der Glaube und das Selbstvertrauen beim BSV zurück.

Mit Andersson kehrten der Glaube und das Selbstvertrauen beim BSV zurück. Foto: Jan Iso Jürgens

Nicolaj Andersson kam in einer schwierigen Phase und führte den Buxtehuder SV zurück in die Spur. Nun kehrt er nach Dänemark zurück - und hat bereits einen neuen Job.

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Von Tim Scholz
03.07.2026, 16:55 Uhr

Buxtehude. Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, da trat Nicolaj Andersson keinen einfachen Job an. „Ich habe damals eine mental angeschlagene Truppe übernommen“, sagt er.

Beim Sponsorenabend in einem Buxtehuder Autohaus zog der 38-jährige Däne Bilanz über ein halbes Jahr, das in einer der schwierigsten Phasen der Vereinsgeschichte begann und doch noch versöhnlich endete.

Andersson hatte den BSV als Nachfolger von Dirk Leun, der den Verein fast 18 Jahre geprägt hatte, während der WM-Pause im Dezember 2025 übernommen. Zuvor hatte die Mannschaft lediglich 2:14 Punkte geholt - so steht es auch auf der Leinwand im Autohaus. Die Aufgabe war somit klar: Andersson sollte den drohenden Absturz verhindern und den Klassenerhalt sichern.

„Buxtehude ist mir ans Herz gewachsen“

Der erhoffte Aufschwung ließ jedoch auf sich warten. Unter Andersson kassierte der BSV zunächst fünf Niederlagen in Serie, ehe im Februar der erste Sieg folgte. „Wir haben uns jeden Tag gegenseitig gepusht“, sagt Andersson. „Die Spielerinnen haben selber gemerkt, dass sie gar nicht so schlecht sind.“ Nach und nach kehrten der Glaube und das Selbstvertrauen zurück.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson. Foto: Jan Iso Jürgens

Letztlich spielte der BSV eine erfolgreiche Play-off-Runde und schloss die Saison auf dem siebten Platz ab. „Ich freue mich, dass ich das Team zu einer Mannschaft entwickeln konnte, die wieder gewinnen kann“, sagt Andersson.

Mit etwas Abstand blickt der Däne, den sie in Buxtehude nur „Nico“ genannt haben, beim Sponsorenabend entspannt auf die vergangenen Monate zurück. Auch wenn es „mental anstrengende Momente“ gegeben habe, sei die Zeit beim BSV insgesamt aber positiv gewesen. „Buxtehude ist mir ans Herz gewachsen“, sagt er.

Andersson und sein Nachfolger verstehen sich gut

Nur eine Sache wird er nicht vermissen: das ständige Pendeln zwischen Buxtehude und seinem Wohnort Bad Doberan an der Ostsee. Möglich gewesen sei das nur dank seiner Frau Mia, die sich vorwiegend um die Söhne Karl und Folke gekümmert habe.

Dass sein Vertrag von Anfang an nur bis zum Saisonende lief, habe seine Arbeit beeinflusst, sagt Andersson. Sein Fokus habe ganz klar auf dem sportlichen Ziel gelegen. Themen wie Nachwuchsarbeit oder die wirtschaftliche Entwicklung im Verein spielten für ihn daher eine untergeordnete Rolle.

Der künftige BSV-Trainer Jonas Schlender (links) und sein Vorgänger Nicolaj Andersson.

Der künftige BSV-Trainer Jonas Schlender (links) und sein Vorgänger Nicolaj Andersson. Foto: Scholz

Seinen Nachfolger Jonas Schlender, der die Mannschaft zur neuen Saison übernommen hat, lernte er bereits kennen. Beim Sponsorenabend unterhalten sich die beiden Trainer angeregt und zeigen gegenseitigen Respekt: „Jonas ist ein guter Typ“, sagt Andersson über seinen Nachfolger. Schlender gibt das Lob zurück: „Nico hat hier tolle Arbeit geleistet und die Messlatte hochgelegt.“

Das sind Anderssons Zukunftspläne

Wie geht es für Andersson weiter? Beim Sponsorenabend vor einigen Wochen erklärte er, mit seiner Familie nach Dänemark zurückzukehren. „Aber wir haben noch kein Haus und keine Jobs“, sagte er. Doch das hat sich nun geändert.

Andersson wird in der Saison 2026/27 den dänischen Erstliga-Absteiger HØJ Elite zunächst als Cheftrainer übernehmen, wie der Club am Donnerstag mitteilte. Eine interessante Konstellation.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson (rechts) mit seinem Bruder Lasse und Vater Claus.

BSV-Trainer Nicolaj Andersson (rechts) mit seinem Bruder Lasse und Vater Claus. Foto: privat

Denn sein jüngerer Bruder Lasse Andersson, der zuletzt bei den Füchsen Berlin spielte, wechselt im Sommer ebenfalls zu HØJ. Was außerdem feststeht: Im Sommer 2027 wird der aktuelle Paris-Coach Stefan Madsen dort den Trainerposten übernehmen. Nicolaj Andersson wird dann sein Assistenztrainer.

„Nicolaj ist strukturiert und gründlich, und er wird Stefan Madsen hervorragend ergänzen - zusammen werden sie zweifellos ein starkes Duo bilden“, wird Sportdirektor Hans Lindberg zitiert. Auch Madsen freut sich auf die Zusammenarbeit: „Ich bin fest davon überzeugt, dass er in der kommenden Saison ein wirklich starkes Fundament aufbauen wird, und ich freue mich darauf, darauf aufzubauen, wenn ich zu HØJ Elite komme.“

Und wenn der BSV ihn hätte halten wollen?

Ein Angebot des Buxtehuder Ligarivalen Union Halle-Neustadt hatte Andersson vor einiger Zeit bereits abgelehnt. „Das hat für mich und meine Familie nicht gepasst“, erklärt er.

Stattdessen geht es zurück nach Kopenhagen. „Meine Frau und ich sind die letzten zehn Jahre häufig umgezogen. Wir sind gerne unterwegs, aber jetzt wollen wir uns in Kopenhagen etwas aufbauen“, sagt er.

Und wenn der BSV ihn hätte halten wollen? Andersson lächelt. „Es wäre nicht unwahrscheinlich gewesen, dass wir eine Lösung gefunden hätten“, sagt er. Doch nun muss ihn diese Frage nicht mehr beschäftigen.

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