TBSV und Luchse: So soll die Kooperation wieder zum Erfolgsmodell werden
Leni Stolle, hier noch im BSV-Trikot, wechselte im Sommer zu den Luchsen in die Nordheide. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de (Archiv)
Die Kooperation zwischen Buxtehude und Buchholz gilt als einmalig im deutschen Frauenhandball. Nach einigen ruhigeren Jahren wollen sie wieder an frühere Zeiten anknüpfen.
Buxtehude. Als der Buxtehuder Handball-Nachwuchs im Mai die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft gewann, war es der Höhepunkt einer erfolgreichen Saison. Doch für den Verein zählt nicht allein der Titel. „In Fachkreisen wird mitunter diskutiert, was wichtiger ist: Deutsche Jugend-Meisterschaften zu gewinnen oder Spielerinnen in die Bundesliga zu bringen“, sagt BSV-Manager Peter Prior.
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Und genau das ist dem BSV gelungen: Enna Oberländer und Paula Mews schafften den Sprung aus der eigenen Jugend in den Bundesliga-Kader. Torhüterin Lina Steinecke, Leni Stolle und Tessa Pieperjohanns hingegen wechselten im Sommer zum Kooperationspartner Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten in die 2. Bundesliga. Damit bekommt die langjährige Zusammenarbeit wieder neuen Schwung.
Nationaltorhüterin ging den Weg über die Luchse
Seit 2012 sind 28 Spielerinnen aus der Talentschmiede des BSV zu den Luchsen gegangen. Acht davon kehrten später nach Buxtehude zurück und wurden Teil der Bundesliga-Mannschaft. Nationaltorhüterin Katharina Filter, Maj Nielsen sowie die Schwestern Lisa und Paula Prior gehören zu den bekanntesten Beispielen.

Maj Nielsen nahm den Weg über die Station Luchse, bevor sie 2022 zum BSV zurückkehrte. Foto: Jan Iso Jürgens
Zwischenzeitlich jedoch war die Zusammenarbeit etwas eingeschlafen. Seit der Rückkehr von Maj Nielsen 2022 zum BSV schaffte kein Buxtehuder Talent mehr den Weg über die Luchse zurück in die Bundesliga.
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Dafür gibt es nach Ansicht von Prior mehrere Gründe: Einige Talente wechselten zu anderen Zweitligisten; außerdem kämpften sowohl der BSV als auch die Luchse und der BSV II (3. Liga) mit sportlichen Schwierigkeiten. „In solchen Phasen ist es schwierig, Spielerinnen per Doppelspielrecht abzugeben“, sagt Prior.
„Wir wollen an frühere Zeiten anknüpfen“
Nun sieht BSV-Manager Prior die Zusammenarbeit wieder auf einem guten Weg. „Wir wollen an frühere Zeiten anknüpfen“, sagt er und betont: Das Modell sei keine Einbahnstraße.
Hoffnungen ruhen auf den drei Deutschen Meisterinnen. Linkshänderin Leni Stolle wurde beim Final Four als wertvollste Spielerin ausgezeichnet, Torhüterin Lina Steinecke als beste Torhüterin geehrt. Wenig später gewann Steinecke mit der deutschen U20 sogar die Weltmeisterschaft. „Wir hoffen, dass sie sich in der 2. Liga gut weiterentwickeln“, sagt Prior.

BSV-Manager Peter Prior. Foto: Jan Iso Jürgens
Für den BSV und die Luchse ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Teil in der Talentförderung. Junge Spielerinnen haben so die Möglichkeit, in der Bundesliga, der 2. Bundesliga oder beim BSV II in der 3. Liga Spielpraxis zu sammeln und sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. „Beide Vereine haben bisher extrem davon profitiert“, sagt Prior.
Levke Kretschmann wechselte wegen Kooperation
Außerdem ist die Kooperation für beide Clubs ein wichtiges Argument im Wettbewerb um Talente. Das zeigt sich am Beispiel Levke Kretschmann. Laut Luchse-Geschäftsführer Sven Dubau war die Kooperation mit dem BSV ein entscheidender Grund dafür, dass sie überhaupt vom MTV Heide nach Buchholz wechselte. 2024 ging Kretschmann nach Buxtehude, wurde Leistungsträgerin und spielt seit diesem Sommer beim Spitzenclub Thüringer HC.

Levke Kretschmann (blaues Trikot) spielte bereits für die Luchse und den BSV. Foto: Jan Iso Jürgens
Entstanden war die Kooperation vor über 20 Jahren aus einer Notlage heraus. Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga suchte die damalige SG Handball Rosengarten dringend Verstärkung und wurde erstmals in Buxtehude fündig. Nicole Krischke war die erste Spielerin, die diesen Weg ging.
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Prior sagt, dass die Führungen beider Clubs „permanent“ im engen Austausch stünden und gegenseitig ihre Spiele besuchten. Künftig soll die Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. Denkbar sind unter anderem gemeinsame Trainingseinheiten, wie es sie in der Vergangenheit bereits gab. „Beide Trainer haben das auf dem Zettel“, sagt Prior.

Bereits in der Saisonvorbereitung vor einem Jahr standen sich der BSV und die Luchse gegenüber. Foto: Felix Schlikis
Zunächst aber steht wie in den vergangenen Jahren ein Vorbereitungsspiel zwischen den Partnervereinen an. Am Mittwoch um 19 Uhr treffen der BSV und die Luchse in der Halle Nord aufeinander. Für die Fans biete die Partie einen besonderen Reiz, sagt Prior, schließlich komme es zum Wiedersehen mit den Buxtehuder Abgängen Steinecke, Stolle und Pieperjohanns.
Erwachsene zahlen 12 Euro Eintritt, ermäßigte Karten kosten 6 Euro.
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