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TBrücken schweben übers Baugebiet - Wischhafen wächst weiter

Zwei Brücken führen künftig Fußgänger und Radfahrer von der Diercks-Diekhof-Siedlung (rechts) und dem neuen Baugebiet (links) in die Ortsmitte.

Zwei Brücken führen künftig Fußgänger und Radfahrer von der Diercks-Diekhof-Siedlung (rechts) und dem neuen Baugebiet (links) in die Ortsmitte. Foto: Helfferich

Am Hollerdeich in Wischhafen werden 52 Baugrundstücke erschlossen und können ab sofort reserviert werden. Wer sie vermarktet und inwiefern das ein Brückenschlag ist.

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Von Susanne Helfferich
Samstag, 25.04.2026, 07:55 Uhr

Wischhafen. Die hölzernen Brücken über die Flethe verbinden künftig das neue Baugebiet südwestlich der Diercks-Diekhof-Siedlung fußläufig mit dem Ortskern. Und damit wird ein Projekt umgesetzt, das seit Beginn der 2000er Jahre immer mal wieder Thema war in Wischhafen: ein Rund- und Wanderweg entlang der Flethe.

Acht Jahre ist es her, da brachte Wischhafens Bürgermeister Bernd Tietje eine Erweiterung der Siedlung ins Gespräch - und damit auch erneut die Brücken. Doch die Beratungen zogen sich hin. Die Verhandlungen mit dem Grundeigentümer waren zunächst zäh, auch gab es Probleme mit der Entwässerung und letztendlich fehlte der Gemeinde das notwendige Geld.

Mit vereinten Kräften wird der B-Plan nun umgesetzt

Schließlich sprang der örtliche Bauunternehmer Ulf Bernhardt in die Bresche und holte die Kreissparkasse mit ins Boot. Das Projekt gewann an Fahrt, und vor acht Monaten stimmte der Wischhafener Gemeinderat dem Bebauungsplan 16a „Erweiterung Diercks-Diekhof-Straße“ zu. Parallel bemühte sich die Gemeinde um Fördergelder für die Brücken.

Und so gab es zwei Dinge zu feiern: Vergangene Woche trafen sich die Kreissparkasse, das Bauunternehmen Bernhardt und die Gemeinde am Hollerdeich zum ersten Spatenstich. Für Wischhafen sei das neue Baugebiet sehr wichtig, so Bürgermeister Tietje, „wir haben im Osten die Süderelbe, im Süden die Mülldeponie und im Westen die Landwirtschaft. Da bleibt nicht viel an Fläche.“

Matthias Lühmann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Stade, lobte die Beharrlichkeit des Bürgermeisters und dankte Ulf Bernhardt für dessen Unterstützung. Nun soll es losgehen mit der Vermarktung: Die KSK verkauft die Grundstücke und Bernhardt erschließt die Flächen.

Dorfentwicklung ermöglicht den Brückenbau

Auch die Gemeinde war erfolgreich. Die Querung der beiden parallel laufenden Flethe mit Zuwegung hat zwar rund 900.000 Euro gekostet, doch die Hälfte floss als Fördergeld aus dem Dorfentwicklungsprogramm. Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke sieht die Wege als Erholungsort, außerdem binde der Fuß- und Radweg die bereits bestehende Siedlung sowie das neue Baugebiet an die Schule und die beiden Kindertagesstätten an.

Sie setzten die Brücken: Bauleiter Timo Bremmer (rechts) mit Mario Heine und Raphael Heine.

Sie setzten die Brücken: Bauleiter Timo Bremmer (rechts) mit Mario Heine und Raphael Heine. Foto: Helfferich

Am Donnerstag stellte das Unternehmen Busmann aus Schüttdorf die Brücken auf. Tags zuvor waren bereits ein Autokran und zwei Tieflader mit den fertig gebauten Brücken und einem verbindenden Mittelstück am Wischhafener Schleusenfleth angekommen. Pünktlich um 8 Uhr begannen die Arbeiten.

Zentimeterarbeit beim Einsetzen der Brücken

Eine der beiden 18 Meter langen, 2,70 Meter breiten und 10 Tonnen schweren Brücken wurde zunächst vom Kran in die Höhe gezogen, über die bereits vorhandenen Fundamente gefahren, dann nahezu passgenau nach unten gelassen und Zentimeter für Zentimeter aufgesetzt. Zuvor hatten die Brückenbauer Führungsseile so befestigt, dass sie von unten die Brücke lenken konnten. An den Fundamenten angekommen wurde mit Hilfe von Stemmeisen und Vorschlaghammer behutsam nachjustiert.

So schwebten alle drei Elemente nacheinander durch die Luft und landeten am zuvor ausgemessenen Platz. Allerdings hatten die Brückenbauer mit dem Wind zu kämpfen: „Bei 18 Meter Länge und 2,70 breiter Angriffsfläche passiert das schon mal. Das müssen wir dann ausbalancieren“, erklärte Bauleiter Timo Bremmer am Ende des Aufbaus.

Das kosten die Grundstücke im neuen Baugebiet

Zur Jahresmitte soll der Verkauf beginnen: Auf der 40.200 Quadratmeter großen Fläche westlich der Straße Hollerdeich sind etwa 52 Baugrundstücke geplant. Dabei soll vom Tiny-House bis zum Mehrfamilienhaus alles möglich sein. Die Grundstücke müssen nach Erwerb innerhalb von vier Jahren bezugsfertig bebaut sein.

Fototermin im neuen Baugebiet mit KSK-Vorstandschef Matthias Lühmann, Jörg Stemmermann (KSK), Bürgermeister Bernd Tietje und Bauunternehmer Ulf Bernhardt (von rechts).

Fototermin im neuen Baugebiet mit KSK-Vorstandschef Matthias Lühmann, Jörg Stemmermann (KSK), Bürgermeister Bernd Tietje und Bauunternehmer Ulf Bernhardt (von rechts). Foto: Helfferich

Der Kaufpreis beläuft sich voraussichtlich auf 123 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich einmaliger Kosten für den Hausanschlussschacht. 24 Reservierungen seien bereits aufgelaufen, so Lühmann. Kontakt für Interessenten: Jörg Stemmermann, 04141/ 109171, joerg.stemmermann@ksk-stade.de.

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