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Wahlkampf

TBürgermeisterkandidat Ultsch verteidigt Verkehrsversuch in Buxtehude

Nur noch an der Kreuzung Bahnhofstraße/Gildestraße ist die Einfahrt in die Bahnhofstraße zulässig. Das Fahrzeug auf dem Foto ist verbotenerweise in die falsche Richtung der Einbahnstraße unterwegs.

Nur noch an der Kreuzung Bahnhofstraße/Gildestraße ist die Einfahrt in die Bahnhofstraße zulässig. Das Fahrzeug auf dem Foto ist verbotenerweise in die falsche Richtung der Einbahnstraße unterwegs. Foto: Sulzyc

Die Umwandlung der Bahnhofstraße in Buxtehude in eine Einbahnstraße sorgt für Diskussionen. Linken-Ratsherr Ultsch plädiert für Geduld und nennt ein historisches Beispiel.

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Von Karsten Wisser
20.08.2026, 19:25 Uhr

Buxtehude. Das Thema polarisiert. Auch in der zweiten Woche nach Einführung der neuen Regeln für die Bahnhofstraße in Buxtehude bleibt die Diskussion lebhaft. Viele Buxtehuder begrüßen die Änderungen, doch es gibt auch viel Widerstand. Das TAGEBLATT berichtete mehrfach. Jetzt entwickelt sich die Bahnhofstraße auch zum Streitpunkt im Bürgermeisterwahlkampf. Gewählt wird am 13. September.

Clemens Ultsch (Die Linke) will Bürgermeister von Buxtehude werden.

Clemens Ultsch (Die Linke) will Bürgermeister von Buxtehude werden. Foto: privat

Linken-Ratsherr Clemens Ultsch plädiert für Besonnenheit und verteidigt die Stadtverwaltung, die wegen der Bahnhofstraße in der Kritik steht. „Ich bin offen für den Verkehrsversuch. Wir sollten abwarten, bis sich die Menschen an die neue Regelung gewöhnen, und keine voreiligen Schlüsse ziehen“, sagt der Bürgermeisterkandidat der Linkspartei.

Aufreger Tempo 20 und Einbahnstraße

In der Bahnhofstraße gilt nun eine Einbahnstraßenregelung für Autos und Tempo 20. Die Einfahrt ist nur noch aus Richtung Bahnhof möglich. E-Scooter und Radfahrer müssen auf der Straße fahren. Busse, Fahrräder und E-Scooter sind von der Einbahnstraßenregelung ausgenommen.

Kübel-Otto und die Verkehrsrevolution

Ultsch erinnert an ein historisches Beispiel: „Als 1983 die ersten Kübel für Tempo-30-Zonen aufgestellt wurden, gab es ebenfalls Proteste. Heute sind sie in Deutschland und Europa Standard“, erklärt Ultsch den Verkehrsversuch. Am 14. November 1983 richtete Buxtehude in der Sagekuhle eine Tempo-30-Zone ein. Große Blumenkübel aus Beton und Rohrsegmenten bremsten die Autos.

Ultsch: Fahrräder gehören auf die Straße

Eine Sache steht für den Kandidaten fest: „Die Fahrräder gehören auf die Straße. Das muss so bleiben“, betont der Kreisvorsitzende seiner Partei.

In Bezug auf Bürgerbeteiligung und Transparenz kritisiert Ultsch seine Mitbewerberin um das Bürgermeisteramt, Katharina Mewes von der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft (BBG/FWG). Sie bemängelte im TAGEBLATT, dass nur der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss die Entscheidung über den Verkehrsversuch traf.

„Ich muss die Verwaltung verteidigen“, sagt er. Es gab zahlreiche Beteiligungsformate, jeder konnte mitmachen. Ultsch kritisiert Mewes auch wegen der Kostenfrage. Sie hatte die Ausgaben von 220.000 Euro plus Personalkosten angesichts der schwierigen finanziellen Lage als zu hoch eingestuft. „Es ist kurzsichtig, die Kosten zu kritisieren und gleichzeitig mehr Barrierefreiheit zu fordern“, sagt Ultsch. Denn der Umbau wäre sehr teuer.

Der Dritte im Bunde der Bürgermeisterkandidaten ist der Erste Stadtrat Ralf Dessel (parteilos).

Buxtehuder Bürgermeister-Talk in Höfts Markthaus

Am Samstag, 22. August, von 10 bis 14 Uhr, lädt die Hansestadt Buxtehude zu einem weiteren Infotag in die Bahnhofstraße ein. An mehreren Standorten können sich Interessierte informieren. Vor dem Stadthaus erläutern Stadtbaurätin Michaela Springhorn, das Planungsbüro und weitere Mitarbeitende den Verkehrsversuch und beantworten Fragen.

Wer die drei Bürgermeisterkandidaten live erleben möchte, hat dazu am Donnerstag, 3. September, ab 18.30 Uhr Gelegenheit. Beim Bürgermeister-Talk in Höfts Markthaus auf dem Pfingstmarktplatz in Buxtehude-Neukloster stellen sie sich den Fragen der TAGEBLATT-Reporter und der Zuhörer. Tickets sind hier erhältlich.

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