Kommunalwahl 2026

TBürgermeisterwahl in Buxtehude: Mewes legt mit Plakat-Blitzstart vor

Katharina Mewes vor einem ihrer derzeit 17 großen Baustellen-Plakate.

Katharina Mewes vor einem ihrer derzeit 17 großen Baustellen-Plakate. Foto: Wisser

BBG/FWG-Kandidatin Katharina Mewes nutzt eine neue Regelung und eröffnet den Wahlkampf mit einer schnellen Plakataktion. Das planen ihre Konkurrenten.

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Von Karsten Wisser
15.07.2026, 17:50 Uhr

Buxtehude. Katharina Mewes startet den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Buxtehude mit einer blitzschnellen Plakataktion. Die 41-jährige Kandidatin der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft (BBG/FWG) nutzte den vergangenen Sonntag für ihren Blitzstart.

Deshalb durften Plakate am Sonntag aufgestellt werden

Am 12. Juli, dem ersten Tag, an dem Plakate für die Kommunalwahl am 13. September erlaubt waren, griff sie sofort zu. „Wir wollen den Sonntagabend nutzen. Danach sind viele Helfer und Helferinnen im Sommerurlaub“, sagte Mewes dem TAGEBLATT.

Wahlplakate dürfen erst acht Wochen vor der Wahl hängen. Das wäre am Dienstag so weit gewesen. Eine neue gesetzliche Regelung erlaubte es jedoch, bereits am Sonntag mit dem Aufstellen zu beginnen. Die Landesregierung änderte das Gesetz, weil bei Kommunalwahlen meist Ehrenamtliche die Plakate anbringen.

Der Einsatz des sechsköpfigen Teams zahlte sich aus. Aktuell zeigen 17 große Baustellen-Plakate Mewes und andere Kandidaten für die Kommunalwahl in Buxtehude. Weitere sollen folgen. Die Bauzäune stehen meist als Dreieck, jede Seite trägt Wahlwerbung. „Wir wollen auch schnell starten, weil die Briefwahl wohl schon ab dem 17. August möglich ist“, sagt Mewes.

Das Gesicht der Bürgermeisterin als Einkaufstasche

Für sie wichtig ist die Weiterverwertung: Die Plakate werden nach der Wahl durch eine Schülerfirma der Integrierten Gesamtschule Buxtehude zu Taschen und ähnlichem verarbeitet. „Vielleicht bekommt ja jemand eine Tasche mit dem Gesicht der neuen Bürgermeisterin drauf“, sagt sie.

Die Standorte im öffentlichen Raum stimmte sie vorher mit der Stadt ab. „Die Verwaltung war sehr großzügig bei der Genehmigung der Plakate“, sagt Wifried Peper. Der Vorsitzende der BBG zog sich vor zwei Jahren aus dem Stadtrat zurück und übergab nach mehr als 24 Jahren seinen Sitz an Katharina Mewes.

Unterstützung erhält Mewes als Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen. Mewes, seit zehn Jahren Angestellte der Stadt Hamburg und an der Universität tätig, betreibt auch eine Internetseite (www.bbgonline.de), auf der sie sich vorstellt.

Der Kreistagsabgeordnete und Buxtehuder Ratsherr Clemens Ultsch will Buxtehuder Bürgermeister werden.

Der Kreistagsabgeordnete und Buxtehuder Ratsherr Clemens Ultsch will Buxtehuder Bürgermeister werden. Foto: Wisser

Bis Ende der Woche dominiert Mewes die Außenwerbung in Buxtehude. Am Freitag will die Linkspartei nachziehen. In der ersten Serie ginge es nur um Inhalte. „Wir haben ja Inhalte, die persönlichen Plakate kommen etwas später“, erklärt Clemens Ultsch (38) die Strategie mit einem kleinen Seitenhieb auf die Mewes-Plakatserie. Ultsch kandidiert ebenfalls für das Bürgermeisteramt in Buxtehude.

Die Linke plant, ab Freitag in Niedersachsen 10.000 Plakate für den Kommunalwahlkampf aufzuhängen. „Aber ich glaube, wir schaffen locker mehr“, sagt Ultsch. Der Buxtehuder Ratsherr ist Kreissprecher der Linken. „Alleine wir werden im Landkreis Stade 2000 Plakate aufhängen“, so Ultsch.

Darum verzichtet die Linke auf Großplakate

Die Plakate mit den Kandidaten sind noch im Druck. „Auf Großplakate verzichten wir aber ganz“, meint Ultsch. „Deren Effekt fühle ich nicht und die sind auch ziemlich teuer“, sagt Ultsch. 2021 trat er schon einmal zur Bürgermeisterwahl an – damals für die Satirepartei Die Partei. „Damals habe ich fünf Prozent bekommen, diesmal soll es wesentlich mehr werden“, sagt er.

Ralf Dessel (parteilos) wirbt am Sonnabend in der Altstadt für seine Kandidatur.

Ralf Dessel (parteilos) wirbt am Sonnabend in der Altstadt für seine Kandidatur. Foto: Ponath

Ein dritter Kandidat für die Nachfolge ist der amtierende Erste Buxtehuder Stadtrat Ralf Dessel (54). Als Wahlkämpfer wagt er den Perspektivwechsel: Bei den vergangenen Wahlen leitete Dessel in Buxtehude als überparteilicher Wahlleiter die Abstimmungen, jetzt kämpft er selbst um Stimmen. Wahlleiterin ist nun Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos), ihre Stellvertreterin Stadtbaurätin Michaela Springhorn.

Als Einzelbewerber brauchte es 200 Unterschriften

Oldenburg-Schmidts Amt wird frei, weil sie nach zwei Amtszeiten in den Ruhestand geht. Im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern brauchte Dessel als parteiloser Einzelbewerber 200 Unterstützer-Unterschriften, um Nachfolger seiner Chefin Oldenburg-Schmidt werden zu können. „Wir hatten innerhalb kurzer Zeit über 300 Unterschriften zusammen“, sagt Dessel.

CDU, SPD und FDP unterstützen Dessel. Er hat seinen Wahlkampf bereits begonnen und zweimal Flyer verteilt. Dessels Homepage (www.ralf-dessel.de) ist online. Seine eigenen Plakate folgen nächste Woche. CDU und SPD werden ebenfalls mit eigenen Plakaten für Dessel werben. Am Sonnabend sucht Dessel in der Altstadt am historischen Rathaus mit einem Infostand das Gespräch mit den Bürgern.

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