TBuxtehude bis 2035 klimaneutral? Grüne kritisieren Stadt scharf
In Deutschland gab es 16.000 Hitzetote im diesem Jahr. Foto: Federico Gambarini/dpa/Symbolbild
Buxtehude strebt die Klimaneutralität an. Die Grünen zweifeln an der Umsetzbarkeit - und nehmen vor allem die Schulen in den Blick.
Buxtehude. Buxtehude hat sich das Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu sein. Für die Stadt als ganzes ist das ein Ziel, für die Stadtverwaltung und die städtischen Vorgaben eine feste Vorgabe.
Die Grünen fürchten, dass beides nicht funktioniert. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt- und Klimaschutz (ASUK) hat den aktuellen Stand des Klimaschutzkonzepts 2.0 diskutiert. Die Stadt saniert die eigenen Gebäude nicht schnell genug.
Ulrich Felgentreu und Bente Rosebrock sind die Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen in Buxtehude. Foto: Archiv
„Wer 2035 als Symbolpolitik abtut, sollte den Sachstandsbericht der Verwaltung lesen“, sagt Ulrich Felgentreu, Co-Fraktionssprecher. Der Rat hat 2022 beschlossen: Der städtische Sektor muss bis 2035 klimaneutral werden. „Muss, nicht soll“, stellt Felgentreu klar. „Doch ausgerechnet bei den eigenen Gebäuden hinken wir hinterher. Mehr als die Hälfte der Emissionen der Verwaltung entstehen in Schulen, und die Wärmeversorgung städtischer Gebäude hängt fast vollständig an Erdgas. Das ist keine Naturgewalt, sondern eine politische Entscheidung, die wir ändern müssen.“
Deshalb steigen die Wärme- und Stromkosten der Stadt
Auch die Energiekosten zeigen die Folgen des Nicht-Handelns aus Sicht der Grünen: Die Wärme- und Stromkosten der Stadt stiegen von 1,6 Millionen Euro im Jahr 2020 auf über 2,2 Millionen Euro im Jahr 2025 – unter anderem wegen der Rückkehr des vollen Mehrwertsteuersatzes auf Erdgas. „Jedes Jahr mit fossilem Gas birgt finanzielle Risiken für den städtischen Haushalt“, so Felgentreu.
Positiv für die Grünen: Der Ratsbeschluss zur kommunalen Wärmeplanung vom 22. Juni 2026 liefere eine solide Grundlage. Er zeige, dass 93 Prozent der Wärmeversorgung in Buxtehude noch aus fossilen Energieträgern stammen und fast die Hälfte der Gebäude sanierungsbedürftig ist. Fünf Gebiete, darunter Nordwest und Stieglitzweg, würden nun auf mögliche Wärmenetze geprüft.
Grüne fordern kommunale Hitzeaktionsplan
„Das ist der richtige Schritt“, sagt die Grünen-Co-Vorsitzende Bente Rosebrock. „Jetzt muss die Planung schnell in die Umsetzung, vor allem bei den Schulgebäuden.“ Hier habe die Stadt direkten Einfluss und könne mit gutem Beispiel vorangehen. Rosebrock: „Im Rahmen des Masterplans Grundschulen haben wir die Chance, echte Fortschritte zu machen.“
Für die Grünen gehören Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen. Das 2023 auf grüne Initiative gestartete Schwammstadtkonzept müsse verbindlich in jeden neuen Bebauungsplan und jede Straßensanierung einfließen. „Das Klimaanpassungskonzept, das derzeit erarbeitet wird, braucht einen festen Zeitplan für die Beschlussfassung“, so Rosebrock. Zudem fordern die Grünen einen kommunalen Hitzeaktionsplan.
Klares Bekenntnis zur Klimaneutralität
„Die Stadtverwaltung benennt die Hindernisse selbst: lange Planungszeiträume, Finanzierung, Kapazitäten, Priorisierung“, sagt Ulrich Felgentreu. „Das ist ehrlich, aber keine Entschuldigung. Wir erwarten von der neuen Ratsmehrheit ein klares Bekenntnis: Klimaneutralität 2035 bleibt das Ziel, und die Schulsanierung mit Solar und Wärmepumpen statt Gas wird zur obersten Priorität.“
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