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TBuxtehuder Schulleiter fährt am Tag 190 Kilometer mit dem Motorrad oder Auto

Schulleiter Carsten Schröder pendelt zwischen seinem Wohnort Wilster und seinem Arbeitsplatz in Buxtehude. Ein Viertel seiner Fahrten im Jahr legt er auf seiner BMW 1250 zurück.

Schulleiter Carsten Schröder pendelt zwischen seinem Wohnort Wilster und seinem Arbeitsplatz in Buxtehude. Ein Viertel seiner Fahrten im Jahr legt er auf seiner BMW 1250 zurück. Foto: Schröder

Seit 29 Jahren fährt Carsten Schröder von Wilster nach Buxtehude und zurück. Nadelöhr Elbtunnel und A7-Dauerbaustellen: Warum tut der Pendler sich das an?

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Von Thomas Sulzyc
22.07.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Bis zu 152.000 Kraftfahrzeuge fahren täglich durch den Elbtunnel. Oft stehen sie im Stau. Die Elbquerung und die Dauerbaustellen auf der Autobahn 7 bei Hamburg sind bei Autofahrern wegen der Verkehrsbelastung gefürchtet.

Seit beinahe 29 Jahren fährt der Buxtehuder Schulleiter Carsten Schröder an bis zu fünf Tagen in der Woche durch dieses Nadelöhr - morgens zur Arbeit und am späten Nachmittag oder abends zurück. Der 64-Jährige ist Schulleiter der Berufsbildenden Schulen (BBS) Buxtehude.

Carsten Schröder ist seit 1997 an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Buxtehude tätig, seit 2011 ist er Schulleiter. Im Alter von 64 Jahren geht er am 31. Juli in den Ruhestand.

Carsten Schröder ist seit 1997 an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Buxtehude tätig, seit 2011 ist er Schulleiter. Im Alter von 64 Jahren geht er am 31. Juli in den Ruhestand. Foto: Sulzyc

Würde Carsten Schröder nicht am 31. Juli in den Ruhestand gehen, führe er jahrelang so weiter: insgesamt 190 Kilometer am Tag - 95 Kilometer aus seinem Wohnort Wilster bei Itzehoe in Schleswig-Holstein nach Buxtehude und 95 Kilometer wieder zurück.

Warum tut sich jemand das an? Auch wenn in Niedersachsen zurzeit Schulferien sind, hat Carsten Schröder noch an manchen Tagen in der Schule zu tun. Bei dieser Gelegenheit erzählt er dem TAGEBLATT seine Pendler-Biografie, die verblüfft.

So lange dauert die Fahrt von Wilster nach Buxtehude

Wer aus dem Landkreis Stade auf der A7 in Hamburg regelmäßig im Stau steht, dürfte staunen: „Wenn alles gut läuft, lege ich die Strecke zwischen Wilster und Buxtehude in 65 Minuten zurück“, sagt Carsten Schröder.

Der Grund: Er fahre antizyklisch, also gegen den Strom der meisten Berufspendler, die es zur Arbeit in die Freie und Hansestadt Hamburg zieht. Die stark belastete Bundesstraße 73 meidet er. Stattdessen geht die Fahrt durch das Hamburger und niedersächsische Alte Land über Finkenwerder und Cranz.

Nicht immer gehe die Rechnung auf. Auf etwa 10 bis 15 Prozent der Fahrten auf seiner Pendlerroute sei der Verkehrsfluss gestört gewesen, sagt Carsten Schröder. Wenn auf der A7 bei Hamburg, eine der berüchtigtsten Staufallen Deutschlands, der Verkehr zum Erliegen kommt, geht auch auf den Nebenstraßen nichts. „Manchmal habe ich auch vier Stunden gestanden.“

Aber in der Regel eben nicht. Um 6.10 Uhr macht sich Carsten Schröder auf den Weg, um gegen 7.30 Uhr in Buxtehude einzutreffen. Gegen 17 Uhr geht es ab Buxtehude zurück nach Wilster, manchmal auch später am Abend.

Diese Alternative zum Elbtunnel gibt es

Eine Alternative zur A7 nutzt Carsten Schröder auch gelegentlich: die Fähre zwischen Wischhafen und Glückstadt. „Dauert zwar länger, ist aber schön“, sagt der Pendler.

Was ihn möglicherweise manchmal geschmeidiger durch den Verkehrsstrom gleiten lässt: Ein Viertel seiner Fahrten im Jahr legt Carsten Schröder auf dem Motorrad zurück, einer BMW der 1250er Baureihe. Die leistungsstarke Maschine verbraucht auf 100 Kilometer vier bis fünf Liter Kraftstoff.

So viele Kilometer hat sein Auto auf dem Tacho

Bei Nässe und anderer für Motorradfahrer gefährlicher Witterung steigt der Schulleiter auf das Auto um, einen Dacia. „Ich fahre Billigautos, weil sie bei meiner Pendlerstrecke gnadenlos verbrannt werden.“ 410.000 Kilometer hat sein Vorgängermodell auf dem Tacho gehabt, als Schröder es ausgemustert hat. 200.000 Kilometer ist sein jetziges Auto bereits gefahren.

Warum ist er nie nach Buxtehude umgezogen?

Zumal seine Ehefrau Karin Lewandowski in Buxtehude aufgewachsen ist. Aber in Wilster hat das Paar seine Heimat gefunden, ist tief verwurzelt. Seine Frau war dort lange als Gleichstellungsbeauftragte tätig. Die Kinder sollten nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden. Bis heute engagiert sich Carsten Schröder kommunalpolitisch in Wilster, ist SPD-Ratsherr.

Ein Irrtum war ein weiterer Grund, warum Carsten Schröder bis heute pendelt. 1997 begann er an den Berufsbildenden Schulen Buxtehude. „Ich dachte damals, die Elbquerung bei Glückstadt würde fünf Jahre später gebaut sein.“ Auf den zweiten Elbtunnel warten Berufspendler aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen bis heute.

Erfolgsmodelle an den BBS

Carsten Schröder ist bereits Feinoptikermeister, als er die Lehrerlaufbahn anstrebt. Nach dem Ersten Staatsexamen im Sommer 1997 ist der Arbeitsmarkt schwierig. An Lehrern herrscht gerade kaum Bedarf. In Schleswig-Holstein und Hamburg ist kein Job zu finden - in Niedersachsen dagegen schon. Es folgen 29 Jahre an den Berufsbildenden Schulen Buxtehude, seit 2011 als Schulleiter.

Das Bild zeigt Carsten Schröder 2007 im Lehrerzimmer der Berufsbildenden Schulen Buxtehude.

Das Bild zeigt Carsten Schröder 2007 im Lehrerzimmer der Berufsbildenden Schulen Buxtehude. Foto: Schröder

Unter Schröders Ägide etabliert sich die Mechatronik an den BBS Buxtehude. 2013/2014 kommen die Fachoberschulen für Wirtschaft sowie Ernährung und Hauswirtschaft hinzu. „Bis heute Erfolgsmodelle“, sagt Schröder. Ein anderer markanter Entwicklungsschritt ist das in diesem Jahr eröffnete Zentrum für E-Mobilität.

Sein gewaltiges Pensum im Auto und auf dem Motorrad ist Carsten Schröder bewusst. „Mein Ruhestand“, sagt er, „ist mein Beitrag zum Klimaschutz.“

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