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Fußball-Regionalliga

TD/A das zweite Elversberg? Parallelen zum Bundesligaaufsteiger

Luca Menke wechselte vom VfB Lübeck zur SV Drochtersen/Assel.

Luca Menke wechselte vom VfB Lübeck zur SV Drochtersen/Assel. Foto: Berlin

Die Dörfer sind ähnlich groß. Die Clubs ziehen Charakterköpfe Edelkickern vor. D/A-Neuzugang Luca Menke spielte für Elversberg und jetzt in Drochtersen. Ihm ist was aufgefallen.

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Von Daniel Berlin
30.07.2026, 05:50 Uhr

Drochtersen. D/A-Neuzugang Luca Menke (26) spielte bereits für einige ambitionierte Fußballvereine. Magdeburg, Halberstadt, Lotte, St. Pauli und den VfB Lübeck. Von 2021 bis 2023 trug er das Trikot des SV Elversberg. Der Innenverteidiger sieht durchaus Parallelen zwischen seinem aktuellen Club und dem Verein aus dem Saarland, der nach vielen Jahren in der Viertklassigkeit zuletzt in wenigen Jahren bis in die 1. Fußball-Bundesliga kletterte.

Das sind die Gemeinsamkeiten in der Personalpolitik

„Erst hinterher ist mir bewusst geworden, was Elversberg ausgezeichnet hat“, sagt Menke im TAGEBLATT-Gespräch. Der Stamm, der Kern der Mannschaft sei über Jahre erhalten geblieben. „Das ist ungewöhnlich im Profigeschäft“, sagt Menke. In dieser Beziehung ähneln sich Elversberg und D/A seiner Meinung nach am meisten.

Luca Menke spielte zwei Jahre lang für den SV Elversberg.

Luca Menke spielte zwei Jahre lang für den SV Elversberg. Foto: Berlin

D/A langte auf dem Spielermarkt in diesem Sommer bei neun Neuzugängen zwar kräftig zu. Aber im Kader stehen nach wie vor Spieler, die, wie Nico von der Reith oder Jannes Elfers, zum Teil schon seit einem Jahrzehnt für D/A kicken. Acht Fußballer sind seit mindestens drei Jahren dabei.

„Elversberg hat auch nicht nur nach fußballerischer Qualität zusammengestellt“, sagt Menke. Wie D/A. Andere Vereine hatten demnach vielleicht bessere Individualisten. Aber Elversberg trumpfte als eingeschworener Haufen auf. Menke erinnert sich gern an ein Zoom-Meeting im Vorfeld seiner Verpflichtung im Saarland.

Damals trainierte Horst Steffen den SV Elversberg. Fast sieben Jahre lang war der heute 57-Jährige im Saarland tätig, bevor er zum SV Werder Bremen in die erste Liga wechselte und dort schließlich scheiterte. Ole Book, heute bei Borussia Dortmund Sportdirektor, saß ebenfalls am Bildschirm. „Wir haben eine Dreiviertelstunde nicht nur über Fußball gesprochen. Sie haben vor allem gefragt, was ich für ein Mensch bin neben dem Platz“, sagt Menke.

Menkes Erinnerungen an die Telefonate mit D/A-Trainer Oliver Ioannou und D/A-Sportdirektor Sören Behrmann sind noch frisch. Die Gespräche liefen ähnlich. D/A setzt demnach auf die gleichen Erfolgsfaktoren. Auf gut kickende Charakterköpfe.

Die sportliche Entwicklung der Vereine verläuft ähnlich

Der SV Elversberg, erzählt Luca Menke, spielte viele Jahre lang in der Regionalliga Südwest an der Spitze mit. Der Verein feierte zwei Meisterschaften und drei Vizemeisterschaften und scheiterte oft in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga. „Auch mit D/A kannst du in jeder Saison rechnen“, sagt Menke über die SV Drochtersen/Assel, die seit 2015 viertklassig spielt und in der Regionalliga Nord längst zum Inventar gehört. Aber um Meister zu werden, bedarf es „einer perfekten Saison“.

2022 schaffte Elversberg schließlich den Sprung in Liga 3, ein Jahr später sogar den in die zweite Liga. Menke war dabei. Er betont, dass sein Ziel mit D/A ebenfalls der Aufstieg in die 3. Liga sei.

Das Umfeld und die Geldgeber weisen Parallelen auf

In Sachen Umfeld und Infrastruktur gebe es durchaus Parallelen, meint Luca Menke. Beide Vereine seien stetig gewachsen. Auch D/A schuf in den vergangenen Jahren auf den Plätzen bessere Trainingsbedingungen, neben dem Stadion entstand ein Athletik-Fitness- und Rehatempel. Unternehmen haben dafür tief in die Tasche gegriffen.

In Drochtersen gilt Vereinspräsident Rigo Gooßen als Mäzen. In Elversberg ist der heutige Aufsichtsratsvorsitzende Frank Holzer mit seinem Pharmaunternehmen größter Geldgeber. Sogar generationsübergreifend. Luca Menke sagt, dass es sowohl für Holzer als auch für Gooßen eine Herzensangelegenheit sei, ihre Vereine finanziell zu unterstützen.

Die Kommunen scheinen durchaus vergleichbar

Elversberg ist ein Teil der Gemeinde Spiesen-Elversberg. 13.000 Menschen leben dort. Drochtersen ist mit Assel und den weiteren Ortsteilen bei 11.200 Einwohnern (Stand: Ende 2025) diesbezüglich nur unwesentlich kleiner, aber bei einer zehn Mal so großen Fläche aufgrund der vielen Mitgliedsgemeinden um einiges dünner besiedelt.

Dennoch: „Im Verein kennt jeder jeden“, sagt Menke. Außerdem könne man als Fußballer „in Ruhe arbeiten, auch wenn ein Ergebnis mal nicht stimmt“.

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