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Fußball-Regionalliga

TD/A ist „heiß auf das Spiel“: Freitag geht Mission Aufstieg weiter

Die politischen Debatten um den Stadionausbau erleben Jorik Wulff (links) und Liam Giwah mit. Dennoch fokussieren sie sich auf das Sportliche.

Die politischen Debatten um den Stadionausbau erleben Jorik Wulff (links) und Liam Giwah mit. Dennoch fokussieren sie sich auf das Sportliche. Foto: Struwe (nomo)

D/A steigt gegen Norderstedt in die Regionalliga ein. Und das in Zeiten von politischen Debatten um Millionen-Investitionen fürs Kehdinger Stadion. Erhöht das den Druck?

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Von Daniel Berlin
Freitag, 27.02.2026, 08:55 Uhr

Drochtersen. D/A-Innenverteidiger Liam Giwah sitzt in der Mensa der Drochterser Elbmarschenschule am Mittwochabend ganz rechts. Der 26-jährige lauscht der Debatte des Gemeinderates. Giwahs Verein ist Thema: Das Wohlwollen der Politik zum Ausbau des Kehdinger Stadions zu einer drittligatauglichen Arena im Allgemeinen und ein Zuschuss für die neue Flutlichtanlage im Speziellen. Giwah ist im Vorfeld gut informiert. Er liest die politische Berichterstattung schon seit Wochen.

D/A hatte extra das Training am Mittwoch vorverlegt. Frisch geduscht sitzt der Großteil der Mannschaft im Plenum. „D/A hat Strahlkraft für die Kommune und in der Region“, sagt Giwah. Die Gemeinde habe viel erlebt mit D/A. Der Verein sei eine Institution. Es gebe Wertschätzung aus der Politik. Dennoch geht Giwah nach eigenen Aussagen mit „gemischten Gefühlen“ aus der Sitzung.

Millionen-Invest: Steigt der Druck auf die Spieler?

Er möchte das im TAGEBLATT-Gespräch nicht weiter vertiefen. Der Zuschuss für das Flutlicht fällt weitaus kleiner aus, als vom Verein erhofft. Bei der Generaldebatte reden auch Kritiker. So ist das in der Demokratie.

Die politischen Debatten sind das eine. Die schwindelerregenden Höhen der Investitutionssummen sind das andere. Der finanzstarke D/A-Präsident Rigo Gooßen und Sponsoren wollen in den nächsten Monaten bis zu fünf Millionen Euro in den Stadionausbau stecken. Steigt damit die sportliche Erwartungshaltung? Steigt der Druck auf die Spieler. Ist D/A zum Aufstieg in die 3. Liga verdammt?

Kurz vor dem 22. Saisonspiel in der Regionalliga Nord wischt Liam Giwah das weg. Druck? „Kein Stück“, sagt er. Am Freitagabend (27. Februar, 19.30 Uhr) bestreitet D/A im Kehdinger Stadion gegen Eintracht Norderstedt das erste Pflichtspiel nach der Winterpause. Die Drochterser müssen im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg immerhin vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer SV Meppen aufholen.

Giwah: Traum vom Profifußball ist Anreiz

„Wir erwarten von uns selbst und den Mitspielern das Maximum“, sagt Liam Giwah. Nur so könne ein Einzelner besser werden. Stadionpläne hin oder her. Die Motivation ist intrinsisch. Liefern müsse ein D/A-Spieler in jedem Fall. „Das Maximale rauszuholen, steckt in jedem drin“, sagt Giwah. Und der Traum vom Profifußball sei zudem ein hoher Anreiz.

Liam Giwah sieht nur das nächste Spiel. Er sei ganz heiß darauf. Er hat sich für diesen Tag gequält im Training und in der Physiotherapie. Giwah trieb seinem Körper in den vergangenen Wochen die Schmerzen aus. Wegen einer Schambeinentzündung beim Innenverteidiger schoben Giwah und die medizinische Abteilung Extraschichten. Es hat sich offenbar gelohnt. Giwah ist fit. Anderen Kollegen ist das nicht vergönnt.

Mit Maximilian Geißen vermisst D/A einen Leistungsträger beim Re-Start in das Ligageschehen. Geißen hatte sich in der Vorbereitung das Kreuzband gerissen. Justin Plautz fällt ebenfalls länger aus. Wegen einer alten Fußverletzung muss der Standardexperte erneut unters Messer. Offensivkraft Jannes Wulff konnte aufgrund einer Krankheit nicht voll trainieren. D/A-Trainer Oliver Ioannou schaut dennoch optimistisch auf das Norderstedt-Spiel.

D/A-Trainer wünscht sich mehr Unterstützung

In der Vorbereitung habe sich sein Team viel erarbeitet. Auch wenn sie aufgrund der Witterungsbedingungen holprig war. „Aber von so ein bisschen Schnee sind unsere Stärken nicht verflogen“, sagt Ioannou.

Auch Oliver Ioannou sitzt am Mittwochabend nach dem Training in der Gemeinderatssitzung. Er ordnet die Debatte vorsichtig aber durchaus kritisch ein. „Man wünscht sich vielleicht noch mehr Unterstützung“, sagt Ioannou. Der Zuspruch „könnte noch größer ausfallen“. In der Region gebe es wenige Vereine, die so ambitioniert seien. Viele Gemeinde wären stolz. „Das ist etwas ganz Besonderes. Wir sollten das zu schätzen wissen und uns freuen“, sagt Ioannou.

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