TD/A muss „Gras fressen“: So kommt die Mannschaft aus dem Leistungstief
D/A wollte dem Gegner wehtun. Am Mittwoch im Spiel gegen Hannover 96 II war es genau andersherum. Jannes Elfers bekam das zu spüren. Foto: Jörg Struwe
Der Saisonstart der SV Drochtersen/Assel in der Regionalliga wirft Fragen auf. Am Mittwoch setzt es die zweite Niederlage. Was Sportdirektor Sören Behrmann jetzt fordert.
Drochtersen. Eine gute Anfangsviertelstunde und eine Schlussoffensive in den letzten acht, neun Spielminuten. Dazwischen herrscht bei D/A gegen die U23 von Hannover 96 lange Leerlauf. Der so ambitioniert in die Saison gestartete Verein aus Drochtersen verliert gegen die Zweitligareserve aus der Landeshauptstadt vor 1074 Zuschauern mit 1:2.
Noch keine wirklich überzeugende Leistung
Ein kurzer Rückblick auf die vergangenen Pflichtspiele: Im Pokalwettbewerb gegen Atlas Delmenhorst rettet sich D/A so eben in die Verlängerung und gewinnt 2:1. Gegen Phönix Lübeck zum Ligaauftakt dreht Christopher Schepp mit individueller Klasse und Traumtoren das Spiel zum Sieg. Trostlos und ohne Mut agiert D/A über weite Strecke gegen den VfB Oldenburg und verliert verdient. Dann kommt Hannover.
T D/A bekommt gegen die U23 von Hannover 96 II auf die Nase
Christopher Schepp leitet mit einem katastrophalen Fehlpass im Mittelfeld in der 18. Minute den 0:1-Rückstand ein. Alexander Vogel trifft für Hannover. Kurz nach dem Seitenwechsel köpft Asuma Ikari das 0:2. Ein Standard wie im Training. Ohne Gegenwehr, ohne Zweikampfverhalten der Drochterser. Ikari steht knochenfrei.
D/A-Mittelfeldspieler Dennis Rosin macht die Partie in der 90. Minute noch mal scharf. Sein 1:2 gibt ein bisschen Hoffnung. Jannes Wulff hat das 2:2 in der Nachspielzeit auf dem Fuß, Matti Steinmann auf dem Kopf. Enttäuscht lassen die Spieler aus Drochtersen nach dem Abpfiff die Köpfe hängen.
D/A ist kein Topfavorit mehr
D/A-Sportdirektor Sören Behrmann hatte bereits nach den schweren Verletzungen der Innenverteidiger Tjorve Mohr und Liam Giwah die Ambitionen eingeschränkt. „Wir sind kein Topfavorit mehr“, sagte er. Aber Behrmann sagte auch, dass die Ausfälle keine Ausrede für die Leistungen sein dürfen.
T D/A-Abwehr komplett lahmgelegt: So lange fehlt Nico von der Reith
Mit Nico von der Reith fällt auch der dritte Innenverteidiger aus. Zwar nur zwei Wochen, aber gegen Hannover 96 II, gegen den HSV II am Sonntag, 16. August, gegen Kickers Emden im Pokal-Viertelfinale am 21. August und wahrscheinlich gegen Werder Bremen II am 26. August fehlt demnach das komplette Herzstück der Drochterser Defensive.
T D/A vom Verletzungspech verfolgt: In Oldenburg erwischt es den Kapitän
Angeblich ist D/A an Alexander Hahn (33) vom Drittligisten MSV Duisburg als Ersatz interessiert. Der Mann ist dort Abwehrspezialist und Kapitän. Aber unterschrieben ist Stand Donnerstagnachmittag noch nichts.
Vor allem die Defensive schwächelt
Vor allem das 0:2 gegen Hannover 96 II zeigt die aktuelle Abwehrschwäche der Drochterser in der gefährlichen Zone. Weil D/A diese Schwäche kennt, will die Mannschaft die Gegner eigentlich soweit wie möglich vom eigenen Tor fernhalten. Die Taktik wird zum Dilemma, wenn es in den anderen Mannschaftsteilen nicht stimmt.
„Uns hat etwas gefehlt, was und sonst stark gemacht hat“, sagt Trainer Oliver Ioannou nach dem Hannover-Spiel. Er vermisst, dass seine Spieler den Gegner früh unter Druck setzen. Insbesondere in einem Heimspiel fordere er mehr Aktivität.
T Die Sägespäne wirbeln: D/A-Verteidiger verfolgt eigene OP am Bildschirm
„Wir müssen den Körperkontakt suchen und den Gegner fühlen lassen, dass er es mit einer Herrenmannschaft zu tun hat, dass es auch mal weh tun kann“, sagt Ioannou. In den ersten fünf Minuten des Spiels ließ sich D/A mehrfach wehtun. Sportdirektor Behrmann wird da noch deutlicher.
Sportliche Leitung redet die Spieler stark
Er fordert, dass „die Spieler wieder Gras fressen“. Im Fußball ist mit diesem Spruch der Kampf um jeden Quadratmeter Boden gemeint, die Laufbereitschaft, die Zweikampfhärte. „Wir müssen uns da reinarbeiten, Gas geben, einfache Fehler abstellen und Selbstvertrauen holen“, sagt Behrmann. Und wie geht das nach zwei Niederlagen?
T D/A-Wappen über dem Herzen: Das ist das Besondere am neuen Trikot
Zunächst einmal müsse D/A „ruhig bleiben“. Behrmann, Berater Holger Stanislawski und Trainer Ioannou sprechen gerade viel mit den Spielern. „Wir müssen die Jungs stark reden. Dass sie Fußball spielen können, wissen wir ja“, sagt Behrmann. Er hofft auch, dass die Mannschaft von innen heraus aktiv wird. Vielleicht hilft ganz pragmatisch ein gemeinsames Abendessen. So eine Art Teambuilding mit reinigendem Gewitter?
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