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TD/A will Stadion ausbauen: So reagiert die Drochterser Politik

D/A will sein Stadion ausbauen, wenn der Aufstieg in die 3. Liga gelingt. Dann sollen und müssen 5000 Menschen Platz finden.

D/A will sein Stadion ausbauen, wenn der Aufstieg in die 3. Liga gelingt. Dann sollen und müssen 5000 Menschen Platz finden. Foto: Berlin

Ohne das Ja der Drochterser Kommunalpolitiker kann die SV D/A das Kehdinger Stadion kaum ausbauen. So finden die Fraktionsspitzen die ambitionierten Pläne.

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Von Daniel Berlin
Dienstag, 30.12.2025, 04:45 Uhr

Drochtersen. Die Pläne der Spielvereinigung Drochtersen/Assel für den Ausbau des Kehdinger Stadions sind ambitioniert. In neue Tribünen für etwas mehr als 5000 Zuschauer und eine Rasenheizung will der Verein insgesamt etwa fünf Millionen Euro investieren, wenn es die Regionalligamannschaft in die 3. Fußball-Liga schafft. Eine neue Flutlichtanlage baut D/A für 750.000 Euro in jedem Fall.

Weil der Gemeinde Drochtersen das Kehdinger Stadion gehört, haben die Kommune und die Politik bei den Plänen ein gehöriges Wort mitzureden. D/A ging zuletzt mit konkreten Vorstellungen an die Öffentlichkeit und hofft bei den politischen Entscheidern auf Fürsprache. Das TAGEBLATT hat sich bei den Chefs der Fraktionen des Gemeinderates umgehört.

Das sagt die SPD

„Grundsätzlich ist es gut, den Schritt in die 3. Liga zu versuchen“, sagt SPD-Fraktionschef Kai Schildt. D/A sei ein Aushängeschild der Gemeinde und weit über die Grenzen der Region bekannt. Schildt sagt, dass die SPD den Verein im Genehmigungsverfahren und bei den entsprechenden Vereinbarungen mit der Kommune unterstützen werde. Es müsse aber auch noch eine Menge diskutiert werden.

SPD-Fraktionschef Kai Schildt.

SPD-Fraktionschef Kai Schildt.

Wer trägt bei einem Ausbau des Stadions die Folgekosten wie die für Abwasser und Strom? Das sind für Schildt zentrale Fragen. Außerdem dürfe der Ausbau „nicht auf Kosten des Schulsports und des TVG geschehen“. Der Turnverein Germania nutzt das Areal ebenfalls.

Das letzte Spiel

Dass die Kommune für den Bau des neuen Flutlichts 30 Prozent der Gesamtsumme als Förderung an D/A überweist, sieht Schildt noch nicht. Das Projekt kostet etwa 750.000 Euro. „Eine Förderung von weit über 200.000 Euro ist bei der derzeitigen Haushaltslage nicht darstellbar“, sagt der SPD-Fraktionschef.

Das ist die Ausgangslage

Die SV D/A belegt nach 21 von 36 Spieltagen mit 46 Punkten Platz drei in der Fußball-Regionalliga. Der SV Meppen steht mit drei Punkten Vorsprung an der Spitze. Der VfB Oldenburg als Tabellenzweiter ist mit D/A punktgleich.

Die sportliche Ausgangslage ist gut für Drochtersen. Der Meister steigt direkt in die 3. Liga auf. Aber der DFB verlangt von einem Drittligaverein eben eine Kapazität von 5000 Plätzen, Rasenheizung und eine leistungsstarke Flutlichtanlage.

Das sagt die CDU

CDU-Fraktionschef Dr. Hannes Hatecke hält sich mit Wasserstandsmeldungen zurück und verweist auf die Fraktionssitzung am 7. Januar. Dann werden sich seine Politikkollegen und er eine Meinung bilden. Grundsätzlich sagt Fußball-Fan Hatecke, der regelmäßig im Stadion ist: „In der Vergangenheit hat die Fraktion D/A immer konstruktiv unterstützt.“

CDU-Fraktionschef Dr. Hannes Hatecke.

CDU-Fraktionschef Dr. Hannes Hatecke.

Eine Baugenehmigung könne die Politik in Drochtersen nicht beschleunigen. Aber die Vereinbarungen zwischen Kommune und Verein müssten zeitnah getroffen werden, so der CDU-Vertreter. Grundsätzlich sei er positiv gestimmt.

Das sagt die FWG

Zwischen der D/A-Spitze und FWG-Fraktionschef Cornelius van Lessen herrschten in den vergangenen Monaten und Jahren raue Töne. Van Lessen nimmt in den sozialen Netzwerken kein Blatt vor den Mund und zeigt klar, dass er kein Freund von D/A-Präsident Rigo Gooßen ist. In der Sache lehnt van Lessen die D/A-Pläne aber keinesfalls ab.

D/A werde zwar „keinen Cent (mehr) von uns bekommen“. Aber wenn der Umbau genehmigungsfähig sei, könne der Verein das Projekt umsetzen. Rigo Gooßen hatte jüngst angekündigt, dass er und seine Partner den Ausbau des Stadions vorfinanzieren und der Spielbetrieb und die Vermarktung der VIP-Logen die Kosten wieder einspielen sollen.

FWG-Fraktionschef Cornelius van Lessen.

FWG-Fraktionschef Cornelius van Lessen.

Van Lessen fordert in seiner Stellungnahme, dass der Schulsport gewährleistet sein müsse. Zudem müsse D/A die Parkplatz- und Verkehrssituation lösen, ohne die Menschen in dem Wohngebiet vor dem Stadion weiter zu belasten. Außerdem müsse D/A alle laufenden Kosten tragen. Er spricht ferner von Nutzungsvereinbarungen und Verträgen, die regeln, dass die Kommune „mit allen Baulichkeiten nichts zu tun hat“.

Alternativ hat van Lessen noch eine andere Idee. Die Gemeinde verkauft D/A das Stadion. Den Schulsport regelt sie dann über einen Nutzungsvertrag mit D/A. „Ob das sinnvoll ist, soll D/A beurteilen“, sagt van Lessen.

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