TDas passt: Zwei junge Männer aus Marokko helfen Stader Betrieben
Mouhcine Boumacheour mit seinem Ausbilder Steffen Sahr von der Spedition Pape und Salah Eddine Elaboussi mit Martin Hardekopf von Bäcker Pfeiffer Foto: Strüning
Salah und Mouhcine haben es geschafft. Die beiden jungen Männer aus Marokko haben auf dem Arbeitsmarkt Fuß gefasst. Darüber freuen sich nicht nur die beiden.
Stade. Mouhcine Boumacheour (26) sprüht vor Charme, Lebensfreude und positiver Energie. Der junge Mann aus Marokko mit dem freundlichen Lächeln kam ohne Ausbildung nach Deutschland - und ist jetzt bei der Spedition Pape in Hollern-Twielenfleth Fachkraft für Lagerlogistik.
Bäckeri Pfeiffer setzt auf Kräfte aus Marokko
Salah Eddine Elaboussi (23) ist noch am Anfang seines Weges und dabei nicht allein. Sein Arbeitgeber, die Bäckerei Pfeiffer mit Sitz in Steinkirchen, hat bereits drei marokkanische Kräfte vor ihm eingestellt. Durchweg mit guten Erfahrungen, wie Ausbilder Martin Hardekopf betont. Salah soll Bäckereifachverkäufer werden.
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Beide Marokkaner stellten sich vor kurzem im Stader Rathaus bei der Fachkräftekonferenz Elbe-Weser einem breiten Fachpublikum vor. Ihr Mut wurde belohnt durch herzlichen Applaus. Salah sagte, es sei schwer gewesen, anzukommen in Deutschland.
Die unbekannte Sprache, das völlig andere Angebot in der Bäckerei mit ihm unbekannten Zutaten. Salah beißt sich durch. An seiner Seite: Martin Hardekopf, Bäckermeister und Betriebswirt. Der Fachkräftemangel im Bäckerhandwerk ist besonders eklatant, deutsche Bewerber sind nur schwer zu bekommen.
Persönlicher Kontakt: Einer muss sich kümmern
Martin Hardekopf holte seinen jüngsten Schützling vom Bahnhof in Buxtehude ab, persönlicher Kontakt ist wichtig für die Ankommenden in der fremden Welt, wenn sie bleiben sollen. Das sagen alle Experten. Es muss einen geben, der sich kümmert.
Den Kontakt hatte Hardekopf über die Handwerkskammer aufgenommen. „Sehr zu empfehlen“, so seine Erfahrung. Per Kontakt über Rabat, der Hauptstadt von Marokko, und mithilfe des beschleunigten Fachkräfteverfahrens kam Salah in den Norden Deutschlands. Ihm half zudem eine persönliche Verbindung.
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Bei Bäcker Pfeiffer ist er nicht allein. Der Betrieb hatte bereits vor ihm drei Azubis aus Marokko eingestellt. Das Unternehmen stellt den Mitarbeitern aus der Ferne Wohnungen zur Verfügung. Denn auch das ist häufig ein Hindernis: Wohnraum für ausländische Arbeitskräfte zu finden. Besonders wichtig für Salah: Seine Schwester lebt und arbeitet bereits in Deutschland. Das hat seine Entscheidung erleichtert.
Mouhcine aus Marokko: „Übung macht den Meister“
Mouhcine Boumacheour ist bereits einige Schritte weiter als sein Landsmann. Er hat seine Lehre mit Erfolg abgelegt und wurde von der Spedition Pape übernommen. „Das hat sofort gepasst“, sagt sein Ausbilder Steffen Sahr. Mouhcine hatte Glück.
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Er kam bei einem Freund von Steffen Sahr unter, lernte Deutsch, deutsche Regeln und die gesamte Infrastruktur in Stade kennen. Was ist wo, wo bekomme ich was? Und er lernte dadurch - auch durch das gemeinsame Kochen - schnell Deutsch. Sahr: „Das war der Schlüssel zur Integration.“ Wäre keine Wohnung frei gewesen, hätte er Mouhcine auch in seiner Familie aufgenommen, sagt Sahr, der Ausbildungsleiter bei Pape ist. Die beiden mögen sich ganz offensichtlich.
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Für Mouhcine ist es keine Frage: Er will in Deutschland bleiben, schätzt die hohe Lebensqualität hier und will die Möglichkeiten nutzen, die ihm der Arbeitsmarkt bietet. Bei seiner Motivation sollte das kein Problem sein. Humor hat er auch. Mit einem breiten Grinsen sagte er auf der Bühne ins Mikrofon: „Übung macht den Meister.“ Mouhcine scheint in Deutschland angekommen zu sein. Andere Firmen suchen noch.
Fruchthandelsverband und Lindemann suchen
Diana Klein zum Beispiel. Sie ist Personalchefin bei Lindemann in Stade. Sie sagte: „Wir haben seit drei Jahren keine Azubis im Baubereich mehr eingestellt.“ Von den jungen Leuten wolle keiner auf die Baustelle. Auch andere Branchen sind unter Druck.

Hilke Ehlers vom Fruchthandelsverband Nord sucht dringend Arbeitskräfte. Foto: Strüning
Hilke Ehlers streckt für den Fruchthandelsverband Nord die Fühler aus. Der Verband vertritt 15 Betriebe aus der Region, die mit Obst handeln. 20 Stellen könnte sie neu besetzen, vor allem Kraftfahrer oder auch ungelernte Kräfte, die das Obst am Band sortieren.
Sie sei schon verschiedene Wege gegangen über Außenhandelskammer oder Jobcenter, bisher ohne Erfolg. Zurzeit gebe es Kontakte nach Vietnam. Um den potenziellen Kollegen Führerschein zu finanzieren und den Spracherwerb, kalkuliert sie mit 10.000 Euro pro Person.
Lindemann und Fruchthandelsverband - das sind nur zwei Beispiele von vielen zwischen Elbe und Weser. Junge Kräfte wie Mouhcine und Salah aus Marokko können helfen, die immer weiter wachsende Lücke zu schließen.
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