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TDem Krieg entfliehen: Kinder aus Ukraine kommen in Kreis Stade

Gruppenbild mit Landrat und Besuchshund Hermine (von links): Kai Seefried, Anke Wehber und Gabriele Behrens von der Besuchshundegruppe der Johanniter, Catharina Dufft (Kirchenkreis Stade), Adelheid Baltasar (Landfrauen), Marc Wischnowsky (Kirchenkreis Stade), Nicole Drewes (Dussmann Service) und Christina Brandt (DLRG).

Gruppenbild mit Landrat und Besuchshund Hermine (von links): Kai Seefried, Anke Wehber und Gabriele Behrens von der Besuchshundegruppe der Johanniter, Catharina Dufft (Kirchenkreis Stade), Adelheid Baltasar (Landfrauen), Marc Wischnowsky (Kirchenkreis Stade), Nicole Drewes (Dussmann Service) und Christina Brandt (DLRG). Foto: Wisser

Der Landkreis Stade setzt ein Zeichen: Im Juli sollen 30 Kinder aus der schwer getroffenen Region Mykolajiw eine Auszeit von Luftalarm und Todesangst bekommen.

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Von Karsten Wisser
Dienstag, 26.05.2026, 08:45 Uhr

Landkreis. Der Krieg in der Ukraine tobt seit 1550 Tagen – fast so lange wie der Erste Weltkrieg, der 1565 Tage dauerte. Seit dem 24. Februar 2022 erschüttert der andauernde Konflikt die Menschen im Land. „Der Landkreis Stade steht weiterhin fest an der Seite der Opfer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine“, betont Landrat Kai Seefried.

Angesichts der Schrecken des Krieges planen der Landrat und mehrere Hilfsorganisationen eine neue Aktion. Sie wollen einer Gruppe von Kindern eine kurze Auszeit vom Krieg ermöglichen. Zum zweiten Mal organisiert der Landkreis Stade diese Form der Hilfe. Ende Juli sollen 30 Mädchen und Jungen mit ihren Betreuerinnen zehn Tage in Stade verbringen, um sich von Luftalarm, Todesangst und Angriffen zu erholen. „Letztes Jahr starb der Vater eines Kindes, während die Gruppe hier war“, schildert Superintendent Marc Wischnowsky die brutale Realität, in der die Kinder leben.

Die Kinder sind die verletzlichsten Opfer

Die Kinder und Jugendlichen stammen aus der Oblast Mykolajiw, der offiziellen Partnerregion Niedersachsens im Süden der Ukraine. Mykolajiw, mit Zugang zum Schwarzen Meer, wird immer wieder von russischen Gleitbomben, Raketen und Drohnen getroffen. Zuletzt beschossen Angreifer dort sogar zivile Personenzüge. „Die Kinder sind die verletzlichsten Opfer dieses schrecklichen Krieges. Bei uns im Landkreis Stade sollen sie wenigstens für ein paar Tage ohne Angst um ihr Leben sein“, sagt Seefried.

Kinderbesuch aus dem Kriegsgebiet

Auch im fünften Jahr des Krieges zeigt der Landkreis Stade sein Engagement. Seit 2022 haben ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Auftrag des Landkreises mehrfach Einsatzfahrzeuge und Hilfsgüter – vor allem für Rettungseinheiten und Kliniken – an die polnisch-ukrainische Grenze gebracht.

Humanitäre Hilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit

Dort übernahmen ukrainische Freiwillige die Konvois und brachten sie ins Kriegsgebiet. Über Christi Himmelfahrt wurde der siebte große Transport abgewickelt: neun Fahrzeuge und Hilfsgüter im Wert von 250.000 Euro.

Vizekonsul Borys Drogomyretskyi vom Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg begleitet das Projekt und hält den Kontakt nach Mykolajiw. Niedersachsen unterstützt die Region durch humanitäre Hilfe, den Wiederaufbau, wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Ausbau der Gesundheitsversorgung.

Spendenaufruf: Hier kann jeder helfen

Auf Initiative des Landrats haben zahlreiche Vereine und Verbände ihre Unterstützung für die Kinderfreizeit zugesagt. Die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade stellt erneut das Bettenhaus im Technologiezentrum Stade als Unterkunft bereit. Der Caterer Dussmann übernimmt die Verpflegung in der Mensa des Zentrums. Das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Kreislandfrauen gestalten das Programm. Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Stade sorgt für seelsorgerische Begleitung.

„Ich freue mich sehr über den starken Einsatz unserer Partner“, sagt Landrat Seefried. „Nur durch dieses vielfältige ehrenamtliche Engagement können wir das Projekt umsetzen.“ Der Landrat ruft zu Spenden auf, um die ukrainische Delegation zu unterstützen.

Spenden können unter dem Verwendungszweck „Kinderfreizeit Ukraine Landkreis Stade“ auf folgende Konten eingezahlt werden: DRK-Kreisverband Stade gGmbH, IBAN: DE12 2415 1116 0000 1131 18

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Bremen-Verden, IBAN: DE16 3702 0500 0004 3107 18

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