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US-Regierung

Die Frau, die Trumps Schatten war - und jetzt sichtbar wird

Natalie Harp ist oft an Trumps Seite zu sehen (Archivbild).

Natalie Harp ist oft an Trumps Seite zu sehen (Archivbild). Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Sie gilt als eine der Personen, mit denen sich der US-Präsident permanent umgibt. Bislang fiel sie öffentlich nicht auf - das hat sich geändert. Wer ist Natalie Harp?

Von Anna Ringle, dpa 21.08.2026, 05:25 Uhr
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Washington. Seit Tagen redet Amerika über eine Frau, die sich im engsten Machtzirkel von Donald Trump bewegt, aber nie auffiel: Natalie Harp gilt als eine der loyalsten und treuesten Begleiterinnen des US-Präsidenten.

Früher war die 35-Jährige Fernsehmoderatorin bei einem rechten Sender. Was ihre heutige Rolle in Trumps Team genau umfasst, ist nicht ganz eindeutig. Dass überhaupt über sie gesprochen wird, hat mit mehreren Dingen zu tun: dem Wahlkampf vor den „Midterms“ am 3. November und einem berühmt gewordenen Flug des Präsidenten.

Sie gilt als treue Loyalistin Trumps (Archivbild).

Sie gilt als treue Loyalistin Trumps (Archivbild). Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Trump-Kontrahent: Präsident will Ballsaal bauen und mit Natalie reisen

So richtig ins Rollen brachte die Aufregung um Harp ein Mann, um den sich Spekulationen ranken, ob er bei der Präsidentschaftswahl 2028 für die Demokraten antreten könnte: Senator Jon Ossoff aus dem Ostküsten-Bundesstaat Georgia. Er will bei den Zwischenwahlen im November seinen Platz im US-Senat verteidigen.

Der Demokrat machte Harp bekannt (Archivbild).

Der Demokrat machte Harp bekannt (Archivbild). Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

In einer Wahlkampfrede attackierte Ossoff am Wochenende Trump. Er sagte, dem Präsidenten sei es wichtig, seinen Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses zu bauen und „mit Natalie“ im von Katar geschenkten Regierungsflieger zu reisen - anstatt seinen Präsidentenjob zu erledigen. Das brachten Trump und das Weiße Haus auf die Palme. Gleich von mehreren Seiten wurde Ossoff mit Häme überzogen. So kam Harp ins Rampenlicht.

Die 35-Jährige bewegt sich in Trumps zweiter Amtszeit in seinem direkten Umfeld, steht aber nicht in der ersten Reihe. Harp arbeitet laut dem Weißen Haus als Assistentin des Präsidenten. Sie ist im Hintergrund tätig, ihr wird aber von Medien eine Schlüsselrolle zugeschrieben, was den Zugang zum Präsidenten angeht. Laut Medienberichten soll Harp Trump als eine Art Beschützer ansehen.

Sie ist als Beraterin für den Präsidenten tätig (Archivbild).

Sie ist als Beraterin für den Präsidenten tätig (Archivbild). Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Laut CNN soll Harps Omnipräsenz zu Unmut innerhalb des Stabs geführt haben. Die „New York Times“ schrieb, Harp kontrolliere im Weißen Haus den Zugang zum Präsidenten und arbeite Tag und Nacht.

Medien: Trump diktiert, Harp tippt es auf Truth Social ein

Medienberichten zufolge soll eine ihrer Aufgaben darin bestehen, Beiträge auf Trumps Account bei Truth Social zu posten: Er diktiere und sie tippe. Truth Social ist das wichtigste Kommunikationsinstrument in Trumps Amtszeit. Harp soll Medien zufolge auch für die Organisation von Treffen und das Überbringen von Botschaften an Trump-Verbündete zuständig sein. Bereits vor seiner zweiten Amtszeit war sie in seiner Umgebung, etwa bei einem Gerichtstermin in New York rund um den Fall von Schweigegeldzahlungen Trumps. CNN zufolge stieß sie 2022 zu Trumps Mitarbeiterstab. Davor arbeitete sie als TV-Moderatorin für den rechten Sender One America News Network, der Trump unterstützt.

Schon vor Jahren tauchte sie in seinem Umfeld auf (Archivbild).

Schon vor Jahren tauchte sie in seinem Umfeld auf (Archivbild). Foto: CHARLY TRIBALLEAU/POOL AFP/AP/dpa

Harp soll von Kollegen im Wahlkampf 2024 nach einem Bericht der „New York Times“ „menschlicher Drucker“ getauft worden sein, weil sie einen portablen Drucker mit sich rumgetragen haben soll, um dem Präsidenten Informationen in ausgedruckter Form vorlegen zu können - das bevorzuge er. Laut CBS News soll sie bekannt dafür sein, ihm schnell Ausdrucke positiver Berichterstattung vorzulegen. Unter Mitarbeitern soll der Eindruck bestehen, dass sie allzu bereitwillig allerlei Verschwörungstheorien an den Präsidenten herantrage. 

Medien: Harp wurde mit Trump aus Flieger geschmuggelt

Das Interesse an der Person Harp nahm jüngst auch deshalb zu, weil sie laut „New York Times“ und CBS News als eine der wenigen Auserwählten Teil des Täuschungsmanövers rund um Trumps Flug nach dem Nato-Gipfel im Juli war - was ihre Bedeutung für den Präsidenten zu unterstreichen scheint.

Das Weiße Haus hatte wegen Sicherheitsbedenken in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dass Trump im Juli in Ankara in dem Regierungsflieger in Richtung Großbritannien saß. Er wurde nach dem Einstieg allerdings heimlich über einen Catering-Wagen aus dem Flugzeug geschleust und flog mit einer anderen Maschine. Mehrere Medien berichten, dass Harp dabei gewesen sei. 
Hintergrund der Täuschung soll eine Bedrohung aus dem Iran gewesen sein. Das ganze Manöver mutete wie ein Netflix-Thriller an. Selbst Mitarbeiter aus dem Weißen Haus sollen von der List nichts gewusst und geglaubt haben, der Präsident fliege mit ihnen im selben Flieger.

Harp: Trump rettete mein Leben

Harps Loyalität gegenüber Trump reicht schon viele Jahre zurück. 2020 zum Beispiel trat sie auf einem Parteitag der Republikaner auf und machte Wahlkampf für ihn. Sie ging dabei so weit zu sagen, er habe ihr das Leben gerettet. Sie erzählte von einer Krankheit und davon, dass seine Politik im Gesundheitsbereich dazu geführt habe, dass sie letztlich wieder gesund geworden sei. Es gab danach schnell von Expertenseite Zweifel an dem Zusammenhang, den Harp damals herstellte.

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