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Handball-Bundesliga

TDie jüngste Position im BSV-Kader: Frey und Mews wollen hoch hinaus

Das Linksaußen-Duo des BSV: Lilli Frey (links) und Paula Mews.

Das Linksaußen-Duo des BSV: Lilli Frey (links) und Paula Mews. Foto: Scholz

Die Eigengewächse Lilli Frey und Paula Mews konkurrieren auf Linksaußen um Spielzeit. Gleichzeitig unterstützen sie sich gegenseitig, wollen aber nicht nur gelobt werden.

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Von Tim Scholz
01.10.2026, 05:55 Uhr

Buxtehude. Lilli Frey und Paula Mews kennen sich seit Jahren. Sie spielten gemeinsam im Nachwuchs des BSV - seit der B-Jugend auf derselben Position. Jetzt schreiben die beiden Eigengewächse ihre gemeinsame Geschichte im Bundesliga-Team fort.

In dieser Saison bilden sie das Duo auf Linksaußen und machen diese Position mit einem Altersschnitt von 19,5 Jahren zur jüngsten der gesamten Mannschaft.

Konkurrenz und Harmonie auf Linksaußen

„Wir haben ein gutes Miteinander“, sagt Frey. „Wir ergänzen uns gut“, sagt Mews. Dabei konkurrieren die beiden durchaus um Spielzeit. Frey (20) gehörte schon in der vergangenen Saison zum Bundesliga-Kader, war aber die Nummer zwei hinter Teresa von Prittwitz, die im Sommer nach Thüringen wechselte. Mews (19) stieß nun fest zum Team.

Paula Mews kommt aus der BSV-Jugend.

Paula Mews kommt aus der BSV-Jugend. Foto: BSV/Lukas Fürste (nomo)

Gleich zum Saisonauftakt kam Mews zu ihren ersten Einsätzen. Frey fiel mit einer Knieverletzung aus und stand ihrer Positionskollegin mit Rat und Tat zur Seite. „Wir unterstützen uns gegenseitig“, sagt Mews. Fünf Tore hat sie bisher erzielt, Frey kommt auf vier Treffer.

Mews wurde bereits Deutsche Meisterin

Für ihr Alter können die beiden schon einiges vorweisen. Frey, die bis zur C-Jugend beim VfL Fredenbeck spielte, wurde 2024 mit der Buxtehuder A-Jugend Deutsche Vizemeisterin und beste Torschützin beim Final Four. Mews, die vor fünf Jahren vom TV Fischbek zum BSV gewechselt war, gewann mit der A-Jugend in der vergangenen Saison sogar den Titel.

Beim Final Four in Buxtehude wurde Lilli Frey als beste Torschützin ausgezeichnet.

Beim Final Four in Buxtehude wurde Lilli Frey als beste Torschützin ausgezeichnet. Foto: Jan Iso Jürgens (Archiv)

Eine erfahrene Linksaußen, an der sie sich orientieren könnten, gibt es in der ersten Mannschaft nicht - dafür aber einen intensiven Austausch mit dem Trainerteam. „Wir kommunizieren viel mit unseren Trainern“, sagt Frey. Sie bekämen viel Feedback und forderten es auch ein. „Wir wollen uns weiterentwickeln“, sagt Mews. Und sie wollen nicht ausschließlich über ihr Alter definiert werden. Für einen Fehler könne man auch mal „angeschauzt“ werden, sagt Frey.

So geht der BSV-Coach mit Talenten um

Trainer Jonas Schlender sieht die Entwicklung der beiden positiv. „Ich habe da ein gutes Gefühl“, sagt er. Bei Nachwuchsspielerinnen setzt er auf einen anderen Umgang als bei erfahrenen Kräften. „Es geht viel darum, das hervorzuheben, was schon gut funktioniert oder was sie besser machen können“, erklärt er. Und nicht nur das, was schiefgelaufen ist.

Was das bedeutet, zeigte sich vor Kurzem in Neckarsulm: Mews stand 45 Minuten auf der Platte und habe einen entscheidenden Beitrag zum Sieg gegen eine Topmannschaft geleistet, sagt Schlender. „Es ist wichtig, so etwas mitzunehmen und jungen Spielerinnen auf die Schulter zu klopfen.“ Manager Peter Prior sagte vor der Saison: „Beide haben absolut unser Vertrauen.“

Frey träumt vom Europapokal

Frey sagt, dass sie sich in Buxtehude wohl fühle. Sie glaube an die „Vision 2030“ des BSV, durch die der Verein wieder den Sprung in die nationale Spitze und in den internationalen Wettbewerb schaffen will. Europacup mit dem BSV? „Das kann ich mir gut vorstellen“, sagt sie.

Beim letzten Spiel gegen Bensheim stand das Duo mit den Rückennummern 8 und 9 erstmals gemeinsam im Kader. Doch Frey und Mews konnten ihr Potenzial nur eingeschränkt zeigen. Taktisch setzte der BSV zeitweise auf zwei Kreisläuferinnen und spielte in diesen Phasen ohne Linksaußen. Kein einfaches Spiel für die beiden.

Paula Mews erzielte in dieser Saison bisher fünf Tore.

Paula Mews erzielte in dieser Saison bisher fünf Tore. Foto: Jan Iso Jürgens

Frey konnte sich bereits am Ende der vergangenen Saison mehr Spielanteile erkämpfen. Dagegen ist für Mews noch vieles neu: „Auf dem Feld herrscht eine krassere Dynamik als in der dritten Liga“, sagt sie. Auch an die Lautstärke in den Hallen müsse sie sich noch gewöhnen.

Mews bewundert die Ruhe ihrer Teamkollegin

Frey hat bereits beobachtet, dass ihre Positionspartnerin bei der Sprungweite zugelegt habe. Mews wiederum sagt, dass sie sich bei ihrer Mitspielerin einiges abschauen könne, vor allem Freys Ruhe: „Wenn es hektisch wird, bleibt sie ruhig.“

Das Gespräch nach dem Heimspiel gegen Bensheim ist eigentlich schon vorbei, doch dann kommt Mews aus der Kabine zurück. Ihr sei noch etwas eingefallen, was sie sich abschauen könne. „Lilli schafft es, lange zu fliegen“, sagt sie. „Da will ich auch hinkommen.“

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