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Wegeführung

TDiese Idee könnte ein „Baummassaker“ in Fredenbeck verhindern

Hier soll ein Fuß- und Radweg entstehen.

Hier soll ein Fuß- und Radweg entstehen. Foto: P. Meyer

Wegen eines neuen Fuß- und Radweges stehen in Fredenbeck alte Bäume auf dem Spiel. Doch ihr Erhalt liegt Naturschützern und Rat am Herzen. Die Lösung könnte simpel sein.

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Von Pauline Meyer
22.10.2026, 12:55 Uhr

Fredenbeck. Fast 16.000 Hitzetote gab es in Deutschland in diesem Sommer - das sind die meisten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992. „Viele Betroffene waren Senioren. Solche wohnen auch im Heitmannshof“, sagt Wolfgang Weh, ehemaliges grünes Ratsmitglied, bei der Einwohnerfragestunde im letzten Rat der Gemeinde Fredenbeck.

Es geht um die Wegeführung auf der Westseite der „Schwingestraße“ vom „Neulandweg“ bis zum Rathaus in Fredenbeck. Genauer gesagt geht es um knapp ein Dutzend Bäume, die gerade im Sommer hier für Schatten sorgen. Für das Vorhaben Fuß- und Radweg hätten sie ursprünglich gefällt werden sollen. Eigentlich zumindest - denn eine Idee könnte das Leben der Bäume retten.

Bäume als Schattenspender: Darum sind sie wichtig

„Diese Abholzaktion wäre ein Baummassaker“, sagt Wolfgang Weh deutlich. Nicht nur würden die Bäume Sauerstoff produzieren. Sie würden auch die asphaltierte Fläche zwischen neu entstehender Kita und der Seniorenresidenz Heitmannshof beschatten und somit erheblich zur Kühlung der Straße und ihrer Umgebung beitragen.

Die Bäume an der Schwingestraße bieten Schatten.

Die Bäume an der Schwingestraße bieten Schatten. Foto: P. Meyer

„Unter Bäumen kann die Luft um bis zu 10°C kühler sein, im direkten Umfeld von Bäumen ist die Luft noch um bis zu 3°C kühler“, schreibt das Online-Portal hitzeservice.de, das vom Bundesministerium für Gesundheit entwickelt wurde. Bis zu seiner vollen Klimawirksamkeit benötige ein Jungbaum etwa 20 Jahre.

Trampelpfad als pragmatische Lösung

Ein Alter, das ein Großteil der Bäume an der Schwingestraße bereits längst erreicht hat. Ihr Erhalt liegt vielen Fredenbeckern daher am Herzen - so auch dem Gemeinderat, der mit seinem Beschluss bereits sechs Bäume retten konnte.

Eigentlich sollte der geplante Fuß- und Radweg an der Schwingestraße auf Höhe Heitmannshof schon ab Neulandweg beginnen und diesen mit der vorhandenen Bushaltestelle verbinden. Das hätte aber bedeutet, dass die sechs Bäume vor der Kita hätten gefällt werden müssen, da der Platz für den Bau eines Weges dort nicht ausgereicht hätte.

Der neue Fußweg soll erst ab dieser Einmündung beginnen. So bleiben die Bäume hinten bestehen.

Der neue Fußweg soll erst ab dieser Einmündung beginnen. So bleiben die Bäume hinten bestehen. Foto: P. Meyer

„Auch wir haben uns Gedanken gemacht, ob die Bäume an der Kita doch stehen bleiben könnten“, erklärt Ratsmitglied Marc Lichtmess (SPD) während der Sitzung. Die Idee: Der Weg sollte nicht schon ab Einmündung Neulandweg beginnen, sondern erst ab dem bestehenden abgeschrägten Fußweg an der Bushaltestelle, dort wo es auch zur Blumendiele und zum Schützenverein geht.

Der Vorschlag stieß auf Zustimmung. Sobald die geplante Ampelanlage von der gegenüberliegenden Straßenseite zur Bushaltestelle führt, könnten Kinder der umliegenden Nachbarschaft ihren Weg zum Schützen- oder Reitverein eigenständig über das Gelände finden. Es könne so für das kleine Stück eine Art Trampelpfad entstehen, das habe auch in anderen Gemeinden schon funktioniert, erinnert sich Elke Weh von den Grünen. „Die Samtgemeinde als Anlieger wird da zumindest keine Probleme machen“, bestätigt Ralph Löblich, Erster Samtgemeinderat.

Wege splitten: Idee könnte acht weitere Bäume retten

Ein Stückchen weiter, gegenüber der Einbiegung zur Alten Dorfstraße, geht es um den Erhalt von weiteren acht alten Bäumen. Im Kurvenbereich wäre für einen kombinierten Fuß- und Radweg zwischen Straße und Bäumen nicht ausreichend Platz. „Man könnte ihn aber aufteilen“, erklärt Wolfgang Weh seine Idee. So könnte ein Weg links der Baumreihe und einer rechts der Bäume entlang führen. Bis zum Carport des angrenzenden Wohnhauses sollte hier seiner Meinung nach genügend Platz sein.

Hier soll ein Fuß- und Radweg entstehen.

Hier soll ein Fuß- und Radweg entstehen. Foto: P. Meyer

Auch das sei ein Gedanke, der geprüft werden soll, erklärt Ralph Löblich: „Es gibt Anregungen, Ideen zu entwickeln, die einen Erhalt der Bäume möglich machen.“ Konkretes könne er aber noch nicht nennen.

Da es sich bei dem Grundstück um Privateigentum handele, müsse zunächst mit dem Grundstückseigentümer gesprochen werden. Unter Berücksichtigung von technischer Machbarkeit, Kosten und der Anwohner sollen dann neue Pläne für die Wegeführung in diesem Bereich entwickelt werden.

Diese werden voraussichtlich am 30. November dem Bau- und Wegeauschuss und am 15. Dezember dem Fredenbecker Rat vorgestellt werden. „Der hat dann das letzte Wort“, so Löblich.

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