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TDrastischer Lehrermangel: Kreis Stade bleibt Schlusslicht in Niedersachsen

Niedersachsenweit ist der Lehrermangel im Landkreis Stade am größten.

Niedersachsenweit ist der Lehrermangel im Landkreis Stade am größten. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Lehrermangel im Landkreis Stade erreicht alarmierende Ausmaße: Mit einer Unterrichtsversorgung von nur 91,1 Prozent behält die Region die Rote Laterne in Niedersachsen.

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Von Karsten Wisser
Dienstag, 03.03.2026, 08:00 Uhr

Landkreis. Nirgendwo in Niedersachsen ist der Lehrermangel so gravierend wie im Landkreis Stade. Das bestätigte nun das niedersächsische Kultusministerium. Auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion hin veröffentlichte es erstmals umfassend die Daten zur Unterrichtsversorgung in Städten, Landkreisen und der Region Hannover. Sie liegen dem TAGEBLATT vor.

Niederschmetterndes Ergebnis der CDU-Anfrage

Das Ergebnis ist für Schüler, Lehrer und Eltern niederschmetternd. Mit einer schulformübergreifenden Unterrichtsversorgung von 91,1 Prozent bleibt der Landkreis Stade das Schlusslicht in Niedersachsen. Die CDU-Landtagsabgeordnete und stellvertretende Landrätin Birgit Butter aus Buxtehude initiierte die Anfrage. Sie bat den schulpolitischen Sprecher ihrer Fraktion, Christian Fühner, aktiv zu werden. „Leider hat unsere Abfrage bestätigt, dass wir in Niedersachsen Schlusslicht sind“, sagte Birgit Butter.

Die Kultusministerin gibt den landesweiten Durchschnitt der Unterrichtsversorgung mit 97,2 Prozent an, was eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr andeutet. Das Ministerium betonte jedoch, dass die Versorgung zwischen den Regionen und Schulformen stark variiert. Besonders betroffen ist der Bereich des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung in Lüneburg, zu dem der Landkreis Stade gehört. Die Unterrichtsversorgung wird jeweils zum Schuljahresstart im Sommer abgefragt und im Januar veröffentlicht.

Hier fehlen auch viele Lehrkräfte

Ähnlich großen Lehrermangel gibt es in den Landkreisen Holzminden (91,6 Prozent), Gifhorn (91,8 Prozent) und Cuxhaven (92,2 Prozent). Die beste Unterrichtsversorgung in Niedersachsen hat die kreisfreie Stadt Oldenburg (100,6 Prozent), gefolgt vom Landkreis Ammerland (100,2 Prozent), dem Landkreis Hildesheim (99,8 Prozent) und dem Landkreis Osnabrück (99,6 Prozent).

Ein Grund für den Lehrermangel ist die Nähe zu Hamburg, wo Lehrer lange Zeit besser bezahlt wurden. Inzwischen hat sich das geändert. Ein weiterer Grund ist der drastische Rückgang an Referendaren am Stader Studienseminar. Innerhalb von vier Jahren sank die Zahl der Lehramtsanwärter um fast zwei Drittel. Besonders betroffen ist die Stadt Stade, wo drei der zehn Schulen mit dem größten Lehrermangel im Landkreis liegen.

Vergangene Jahre brachten keine Verbesserung

Dass die Unterrichtsversorgung in den Kreisen Stade und Cuxhaven besonders schlecht ist, ist keine neue Erkenntnis. In den letzten vier Jahren stagnierte die Versorgung im Landkreis Stade auf niedrigem Niveau: 2022/2023 bei 92 Prozent, 2023/2024 bei 89,8 Prozent und 2024/2025 bei 90,9 Prozent.

Deshalb schlossen die Landräte Kai Seefried (CDU) für Stade und Thorsten Krüger (SPD) für Cuxhaven 2025 mit der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg eine Kooperationsvereinbarung zur Verbesserung der Situation der Unterrichtsversorgung.

„Die neuen Daten zeigen, dass es richtig war, selbst aktiv zu werden“, sagte Landrat Seefried dem TAGEBLATT. Er betonte, dass viele Maßnahmen aus der Vereinbarung erst in diesem Jahr starten und die Effekte dann mittelfristig sichtbar werden.

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