TDutch Community beim BSV: So ticken die Neuzugänge aus den Niederlanden
Nikki van der Vorst (links) und Fleur Schouten kennen sich bereits aus der renommierten Handball-Akademie Papendal in den Niederlanden. Foto: Jan Iso Jürgens
Kürzlich standen sie sich noch im Finale gegenüber. Jetzt spielen Fleur Schouten und Nikki van der Vorst für den BSV und sprechen über Hobbys und was sie aneinander schätzen.
Buxtehude. Es ist nicht mal zwei Monate her, dass VOC Amsterdam und Westfriesland SEW im Finale der niederländischen Eredivisie um die Meisterschaft kämpften. Auf der einen Seite VOC-Torhüterin Nikki van der Vorst (20), auf der anderen Rückraumtalent Fleur Schouten (19). Es war ein umkämpftes Endspiel.
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Am Donnerstagabend sitzen die beiden Niederländerinnen entspannt am „Strand“ des Sand- und Fuhrbetriebs Rischkau an der Moisburger Landstraße in Buxtehude. Ihr neuer Club, der BSV, hat 90 Sponsoren und Fanclub-Mitglieder eingeladen, um die Mannschaft für die Saison 2026/27 kennenzulernen. Und das an einem ungewöhnlichen Ort.

Geschäftsführer unter sich: Timm Hubert (BSV, links) und Jan Ellermann (Rischkau). Foto: Jan Iso Jürgens
Für das „Beach-Saison-Opening“ haben Rischkau-Geschäftsführer Jan Ellermann und seine Mitarbeiter einen Strand auf dem Firmengelände aufgeschüttet - mit schöner Kulisse: Palmen, Sitzecken aus Paletten, Gegrilltes, sogar einen kleinen See haben sie angelegt. Fleur Schouten gefällt es: „Very cute and nice“, sagt sie auf Englisch.
Gab es eine Absprache vor dem Wechsel?
Erst vor wenigen Tagen sind die beiden Niederländerinnen in Buxtehude angekommen und in ihre Wohnungen eingezogen. Sie gehören zu den sechs Neuzugängen des BSV und erweitern damit die „Dutch Community“ um Spielmacherin Isa Ternede und Torwarttrainerin Debbie Klijn.

Die Neuen beim BSV (von links): Co-Trainer Philipp Warnholtz, Paula Mews, Fleur Schouten, Enna Oberländer, Lucy Strauchmann, Nikki van der Vorst und Trainer Jonas Schlender. Foto: Jan Iso Jürgens
Schouten, 1,82 Meter groß, gilt als Wunschspielerin des neuen Trainers Jonas Schlender für den Rückraum. Van der Vorst, 1,79 Meter groß, zählt zu den größten niederländischen Torwarttalenten und hat bereits erste Länderspiele für die Nationalmannschaft bestritten.
Beide kennen sich aus ihrer Zeit an der renommierten Handball-Akademie Papendal und der Junioren-Nationalmannschaft. Dass sie jeweils ein Angebot aus Buxtehude erhalten hatten, wussten sie voneinander. „Das war eine lustige Situation“, sagt Schouten. „Aber wir haben die Entscheidung nicht gemeinsam getroffen“, erklärt van der Vorst, die schon ein Jahr zuvor zum Probetraining in Buxtehude war.

Fleur Schouten (links) und Nikki van der Vorst ergänzen die "Dutch Community" beim BSV. Foto: Jan Iso Jürgens
Über ihre ersten Tage in Buxtehude sprechen sie ausschließlich positiv. Sie seien herzlich aufgenommen worden und hätten die Mannschaft bei einem gemeinsamen Abendessen kennengelernt. Auch die Bedingungen beim BSV seien professioneller als in ihren vorherigen Clubs. „Hier gibt es mehr Offizielle und Menschen, die sich um die Mannschaft kümmern“, sagt Schouten.
Die eine will immer gewinnen, die andere zieht immer durch
Sprachlich sehen die beiden keine großen Probleme. Im Training wird Deutsch gesprochen. Van der Vorst spricht es bereits gut, Schouten versteht alles und möchte ihr Deutsch nun verbessern.
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Und was sollten die Fans über die beiden wissen? Schouten kichert, tauscht sich kurz mit ihrer Landsfrau auf Niederländisch aus. „Nikki ist sehr ehrgeizig. Im Spiel und eigentlich bei allem. Sie will immer gewinnen“, sagt Schouten. „Aber sie ist auch gut darin, einen kühlen Kopf zu bewahren.“
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Und umgekehrt: „Fleur ist eine echte Arbeiterin. Sie gibt immer 100 Prozent und zieht immer durch“, sagt van der Vorst.

Das Team Buxtehude präsentierte sich den Sponsoren und einigen Fanclub-Mitgliedern. Foto: Jan Iso Jürgens
Neben dem Handball studiert van der Vorst Jura an einer Universität in Nijmegen und muss nur für wichtige Kurse und Klausuren vor Ort sein. In ihrer Freizeit backt und liest sie gerne. „Meine Brownies sind meine Spezialität“, sagt sie. Ihre Kuchen teilt sie auch gerne mit ihren Mitspielerinnen.
Wer von beiden hat jetzt das Finale gewonnen?
Schouten absolviert ein Online-Studium in Marketing und Sales an der Johan Cruyff Academy. In ihrer Freizeit reist sie am liebsten. Im Winter fährt sie Ski, im Sommer geht sie surfen.
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„Als ich jünger war, waren wir jedes Jahr in Schweden“, erzählt sie. Mittlerweile zieht es sie in wärmere Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland. Mit dem derzeit wechselhaften Wetter in Buxtehude hat sie allerdings keine Probleme. „Das ist wie bei uns zu Hause.“

Palmen in der Sandkuhle: Der neue BSV-Trainer Jonas Schlender. Foto: Jan Iso Jürgens
Beim Talk in der Sandkuhle erinnert Moderator Jörn Stolle schließlich an das Finale der Eredivisie. Trainer Schlender hatte zuvor betont, dass die beiden Neuzugänge aus den besten niederländischen Vereinen der vergangenen Saison gekommen seien. Stolle hakt schmunzelnd nach: „Wer gewonnen hat, können Sie selbst fragen.“ Also …
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„Bisher haben wir nicht viel über das Finale gesprochen“, sagt Schouten auf Nachfrage. Amsterdam hatte die Hauptrunde auf Platz zwei beendet und ging als einer der Favoriten in die Play-offs. Westfriesland wurde nur Fünfter, schaltete aber im Halbfinale den Hauptrunden-Ersten aus. „Wir waren am Saisonende sehr gut in Form“, sagt Schouten.
Das sind die Ziele mit dem BSV
Doch am Ende setzte sich Amsterdam mit einem Tor durch. Van der Vorst feierte ihre zweite niederländische Meisterschaft. Schouten musste sich mit Platz zwei begnügen. „Ich bin froh, jetzt in Nikkis Team zu sein“, scherzt sie. Beide lachen.
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Für Schouten ist die Niederlage aber auch Ansporn. Irgendwann, sagt sie, möchte sie Meister werden. Doch mit dem BSV hat sie erstmal ein anderes Ziel: Platz fünf erreichen und sich für den Europapokal qualifizieren. Es wäre ein guter Anfang.

Das Team des BSV für die Saison 2026/27. Es fehlen: Lin Lück, Nele Franz, Ruslana Litvinov und Aida Mittag. Foto: Jan Iso Jürgens
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