TEinst schoss er Vasen kaputt: Jetzt soll Ndure für D/A sprinten
Dominique Ndure läuft eine Spitzengeschwindigkeit von 36 km/h. Foto: Jörg Struwe (nomo)
Dominique Ndure lebt seinen Traum vom Fußball seit der Pubertät. Freunde gehen zur Party, er geht trainieren. Wann es klick gemacht hat, erzählt er im neuen Podcast.
Drochtersen. D/A-Neuzugang Dominique Ndure saß vor fünf Jahren unter Trainer Ole Werner auf der Reservebank des Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Vier Mal schaffte es der heute 26-Jährige in den Profikader. Zu einem Einsatz kam er nie. Aber er sog die Atmosphäre auf. Die Macht, die Wucht, wenn 35.000 Menschen auf den Tribünen Lärm machen. Den Traum, das und mehr zu erleben, träumt Ndure heute noch. Den Traum lebt er seit seiner Kindheit.
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Aber ab wann schärft sich bei einem jungen Fußballer der Fokus? Wann setzt sich der Ehrgeiz durch? Wann steht der Sport in der Prioritätenliste ganz oben? Wann macht es klick? Bei Ndure geschieht das sehr früh.
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Der schnelle Rechtsaußen, der im Pokalfinale der vergangenen Saison die SV Drochtersen/Assel im Trikot des SSV Jeddeloh mit seinem Tor früh ins Tal der Tränen schoss, erzählt im neuen Podcast „D/A sind wir zuhaus“ genau aus den Jahren in seiner Kindheit, in denen neben dem Spaß am Fußball auch der absolute Wille, ein Großer zu werden, hinzukam.
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TAGEBLATT-Sportchef Daniel Berlin spricht mit D/A-Neuzugang Dominique Ndure (links) über kaputte Vasen im Wohnzimmer, die Stimmung in der Kabine und das Tor, mit dem er D/A ins Tal der Tränen schoss. Foto: Rambow (nomo)
Dominique Ndure ist drei, vier Jahre alt, als er im Wohnzimmer des elterlichen Hauses in einem Dorf bei Bremen alles wegkickte, was auf dem Boden lag. Ein paar Vasen gehen zu Bruch. „Dann hat mich meine Mama im Verein angemeldet“, sagt Ndure. Er spielt ab sofort für den TuS Varrel. Und neben dem Vereinstraining sowieso den halben Tag mit seinen Freunden auf dem Gummiplatz. Dafür reichen zwei Rucksäcke oder ein Paar Schuhe als Torpfosten. Nicht nur einmal verbrennt sich Ndure die Knie.
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Dass er Talent hat, weiß Ndure früh. Was er wirklich drauf hat, noch nicht. „Wir haben bis zum Dunkelwerden gespielt, weil wir Spaß daran hatten“, sagt Ndure. Als er neun, zehn Jahre alt ist, denkt Ndure langsam weiter. Da spielt er in einer Mannschaft, die gespickt ist mit gleichaltrigen Talenten aus den Stützpunkten des Deutschen Fußball-Bundes. Ndure misst sich bei internationalen Turnieren mit Spielern vom FC Barcelona oder von Inter Mailand. Die Zeit prägt. Die Trainer werfen ein Auge auf ihn. Langsam kommt der Fokus.
Ndure: „Ich wusste, dass ich Opfer bringen muss“
Mit 11, 12 Jahren geht Dominique Ndure lieber zum Training, als auf Geburtstagsfeiern. Mit 15, 16 verzichtet Ndure auf Partys, wenn am nächsten Tag ein Spiel ansteht. „Ich wusste, dass ich Opfer bringen muss, wenn ich erfolgreich werden will“, sagt er heute. Er trainiert und achtet auf seinen Körper aus Überzeugung. „Du musst das so früh begreifen, um deinen Traum zu verwirklichen“, sagt Ndure. Ein Fußballer müsse für seine Träume kämpfen.
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Es gibt viele talentierte Fußballer. Aber einige werfen eben ihr Talent weg oder spielen aus freien Stücken nicht ambitioniert. Eines von 1000 Kindern, das in einem normalen Verein spielt, wird Profi. Drei bis fünf Kinder, die an Nachwuchsleistungszentren ausgebildet werden, schaffen den Sprung.
Nur zwei km/h langsamer als Mbappé
Dominique Ndure geht ans Nachwuchsleistungszentrum JFV Nordwest in Oldenburg. Er spielt später für den VfB Oldenburg, Teutonia 05 in Hamburg, Holstein Kiel, den SV Rödinghausen und den SSV Jeddeloh. Er bestreitet mehr als 200 Spiele in der Fußball-Regionalliga. D/A ist schon länger an ihm dran und verpflichtet ihn nach dem verlorenen Pokalspiel. Ndure feiert zunächst mit Jeddeloh auf Mallorca den Triumph und sagt kurz danach in Drochtersen zu.
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D/A holt den 26-Jährigen wegen seiner Geschwindigkeit. Ndure läuft in der Spitze 36 Stundenkilometer. In Kiel, erzählt er, haben sie das mal gemessen. Zum Vergleich: Kylian Mbappé gehört mit 38 km/h zu den schnellsten Profis der Welt. In der Bundesliga kommt Oliver Burke von Union Berlin auf 37 km/h. Usain Bolt lief knapp 45 Stundenkilometer. Aber der war auch 100-Meter-Sprinter.
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