T„Es war schrecklich“: Frau findet sterbenden Schweinswal am Weserstrand
Dieses Foto zeigt den in Kleinensiel gestrandeten Schweinswal. Foto: privat
Erst Hai-Alarm an der Nordseeküste, jetzt wird ein weiterer ungewöhnlicher Fund: Nina Schramm entdeckte kürzlich einen gestrandeten Schweinswal. Wie verhält man sich in solchen Momenten am besten?
Stadtland. Die Großensielerin Nina Schramm hat am Strand von Kleinensiel am 25. März gegen 13 Uhr einen Schweinswal am Strand entdeckt. „Mein Hund begann zu bellen. Ich habe dann gesehen, dass im Wasser etwas zappelt“, berichtet sie. Die Frage war: Was tun?
Nina Schramm, die den Drang verspürte, dem Tier zu helfen, wendete sie sich über 110 an die Polizei, die wiederum an die Wasserschutzpolizei weitervermittelte. Als diese bei ihr anrief, war dem Schweinswal schon nicht mehr zu helfen. „Es hörte plötzlich auf zu zappeln“, berichtet Nina Schramm, diesen Moment als extrem bedrückend, traurig und belastend empfand. Die Wasserschutzpolizei habe ihr gesagt, dass sie gleich in Kleinensiel eintreffen werde.
Untere Naturschutzbehörde ruft an
Noch während Nina Schramm am Kleinensieler Strand auf die Beamten wartete, rief jemand von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch bei ihr an. Die Wasserschutzpolizei hatte zwischenzeitig im Kreishaus bekannt gegeben, dass in Stadland gerade ein gestrandeter Schweinswal gestorben war.
Die Behörde habe ihr mitgeteilt, dass das Technische Hilfswerk den Kadaver abholen werde, so Nina Schramm. Man habe ihr zudem empfohlen, das Tier nicht anzufassen, da es sein könne, dass das Tier eine ansteckende Krankheit hat. „Es war ganz schrecklich“, sagt Nina Schramm, die jetzt verarbeiten musste, dass sie dem Schweinswal nicht hatte helfen können.
Woran das Tier gestorben ist, ist bislang unbekannt. „Erste Ergebnisse sind frühestens Ende nächster Woche zu erwarten“, sagt Hiltrud Schrandt, Pressesprecherin des in diesen Fällen zuständigen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves). Das Tier werde in Oldenburg, genauer gesagt in der Pathologie des Landesamtes, untersucht.
Woran könnte das Tier gestorben sein?
Es gebe viele mögliche Gründe, warum Schweinswale vorzeitig sterben, sagt Martina Dunker von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Denkbar seien Verletzungen durch den Schiffsverkehr, etwa weil das Tier gegen eine Schiffsschraube geraten ist. Hinzu komme, dass beim Ausfahren großer Schiffe eine enorme Wasserverdrängung entsteht. Durch die damit einhergehende Wellenerzeugung könnten noch unbeholfen schwimmende Jungtiere schnell an das Ufer gedrückt werden. Ferner seien Erkrankungen als Todesursache denkbar.
Dass gestrandete Schweinswale gemeldet werden, komme in der Region nur selten vor. Hiltrud Schrandt: „Im Landkreis Wesermarsch wurden 2022 und 2023 jeweils ein gestrandeter Schweinswal gemeldet.“ In ganz Niedersachsen seien es im vergangenen Jahr 20 Tiere gewesen.
Das rät das Landesamt
Für den Fall, dass man ein gestrandetes Tier findet, rät die Laves-Sprecherin dazu, Abstand zu halten, 300 Meter seien hierbei angemessen. Man solle auf keinen Fall versuchen, den Schweinswal zu streicheln. „Zum einen soll dem Tier auf jeden Fall weiterer Stress erspart werden, zum anderen haben Wildtiere eine natürliche Abwehr- und Schutzhaltung, sie können sich wehren und angreifen“, erläutert Hiltrud Schrandt.
Und wen kontaktiert man am besten, wenn man einen Schweinswal findet? „In Niedersachsen ist die Seehundstation Norddeich Ansprechpartner für alle Strandungen mariner Meeressäuger, also auch Schweinswal“, sagt die Laves-Sprecherin. Die Station ist telefonisch unter 04931/973330 erreichbar.