TExperiment geht auf: Dieser taktische Kniff bringt D/A den Erfolg
Ole Schulz wechselte im Sommer von Werder Bremen II zur SV Drochtersen/Assel. Foto: Jörg Struwe (nomo)
D/A klettert in der Regionalliga-Tabelle nach oben. Das Erfolgsrezept hat viele Zutaten. Eine ist die Umstellung auf einer der wichtigsten Positionen im Fußball.
Drochtersen. Am Anfang steht die Idee. Es ist ein paar Wochen her. Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel hat im defensiven Mittelfeld personelle Probleme. Maximilian Geißen muss noch seinen Kreuzbandriss auskurieren. Matti Steinmann ist krank und kann nicht trainieren. Aus der Idee wird ein Experiment. Neuzugang Ole Schulz könnte ein Mann für die Sechserposition sein.
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Der Drochterser Trainerstab probiert es einfach aus. Irgendwann in der Jugend spielte der 23-jährige Schulz das letzte Mal auf dieser immens wichtigen Position. Nicht umsonst gibt es für den Sechser gefühlt die meisten Synonyme. Schaltzentrale, Absicherung, Lückenschließer, Staubsauger, Abräumer. Sechser müssen das Spiel lesen, es verstehen, Zweikämpfe gewinnen und gleichermaßen saubere Pässe spielen können.
So ist D/A auf den defensiven Außenbahnen besetzt
D/A hatte Ole Schulz verpflichtet, weil er auf den Außenpositionen gut verteidigen kann. Dort ist der Verein aber auch mit Spielern wie Dominique Ndure, Jannes Elfers, Niclas Dühring oder Matti Cebulla gut besetzt. „Wir hatten die Überzeugung, dass Ole es kann“, sagt Chefcoach Oliver Ioannou. Also rückte Schulz ins Zentrum.

Im D/A-Trikot stand der 23-jährige zweikampfstarke Ole Schulz bislang in jedem Pflichtspiel auf dem Platz. Foto: Jörg Struwe (nomo)
Beim 3:2-Auswärtssieg beim VfB Lübeck Ende August spielte Schulz noch hinten rechts. Gegen den Eimsbütteler TV eine Woche später beim 7:1 in der Zentrale. Seitdem gilt Schulz dort gesetzt.
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„Er hat überzeugt“, sagt Ioannou. Schulz interpretiert die Position offenbar in Nuancen anders als Geißen oder Steinmann. Aber er zeichne sich durch seine Positionstreue und die Laufstärke aus. Ioannou reflektiert die vergangenen Wochen. Geht die Spiele noch mal durch. Und er kommt zu dem Schluss: „Mit der Veränderung kam der Aufschwung.“
D/A ist seit acht Spielen ungeschlagen
D/A hatte zum Saisonstart ein paar durchwachsene Auftritte hingelegt und auf die Spitzenmannschaften der Liga schon sieben, acht Punkte eingebüßt. Jetzt ist die Mannschaft seit acht Spielen ungeschlagen und holte seit Ende August sieben Siege. Der Rückstand ist längst wieder zusammengeschmolzen. Mit einem Sieg am Freitag, 16. Oktober (Anpfiff: 19.30 Uhr), bei Tabellenführer SC Weiche Flensburg könnte D/A auf Platz eins klettern.
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Schulz spielt im Mittelfeld neben Jorik Wulff. „So bekommt Jorik mehr Freiheiten“, sagt Ioannou. Schulz übernimmt eher den soliden Part, den seriösen, pragmatischen. Wulff holt sich mit der Rückendeckung die Bälle von der imaginären Linie vor der Abwehrkette ab und leitet die kreativen Dinge ein. Wobei Schulz es auch kreativ kann. Gegen den Bremer SV leitete er beim 3:0-Auswärtssieg zuletzt sehenswert das dritte Tor des Tages ein.
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Ole Schulz hält sprichwörtlich den Ball flach. Dass mit der personellen Umstellung der Aufschwung kam, wie der Trainer es formuliert, lässt Schulz so nicht stehen. „Zu hochgegriffen“, sagt er. D/A funktioniere als Team, alle Spieler „performen ganz gut“. Er trage einen Teil dazu bei. Es mache gerade „einfach Laune“.
Schulz und sein Gespür für die zweiten Bälle
Seiner Stärken ist sich Schulz dagegen bewusst. „Ich wusste, dass ich das kann. Ich wurde gut ausgebildet“, sagt er. Schulz durchlief das Nachwuchsleistungszentrum von Werder Bremen und spielte beim JFV A/O/H. Er habe Spielverständnis, räume „ganz gut ab“ und habe ein „gutes Gespür für zweite Bälle“. Schulz kann das Spiel beruhigen. „Aber ich mache keine Zauberdinge und spiele den einfachen Ball“, sagt er.
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Es gibt kaum einen Grund, warum Schulz im Spitzenspiel beim SC Weiche Flensburg am Freitag nicht erneut auf der Sechs spielen sollte. D/A reist als Tabellenzweiter zum Ersten. „Flensburg wird nicht einfach“, sagt Schulz. Aber sein Team habe „die Qualität und den Flow“.
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Matti Steinmann spielt sich langsam wieder in Form. Maximilian Geißen macht nach seiner schweren Verletzung Fortschritte. Hat D/A auf der Sechserposition bald ein Luxusproblem? „Soweit denke ich noch nicht. Außerdem wissen wir, dass wir alle brauchen werden“, sagt Oliver Ioannou.
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