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TFalsch navigiert: Wo die Stadt Stade bei Google Maps an Grenzen stößt

Wenn der Verkehr in der Harburger Straße in Stade stockt, wird das auf Google Maps angezeigt. Eine Vollsperrung wurde kürzlich allerdings nicht angezeigt.

Wenn der Verkehr in der Harburger Straße in Stade stockt, wird das auf Google Maps angezeigt. Eine Vollsperrung wurde kürzlich allerdings nicht angezeigt. Foto: Screenshot Google Maps

Normalerweise zeigt Google Maps Sperrungen und Staus zuverlässig an. Bei der Vollsperrung der Harburger Straße klappte das aber nicht. Das könnte wieder passieren.

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Von Lena Stehr
Samstag, 14.03.2026, 07:50 Uhr

Stade. Viele Autofahrerinnen und Autofahrer nutzen Navigationsdienste wie Google Maps. Auch Sabine Jachs ließ sich kürzlich von Google Maps nach Stade navigieren. Am Ende war ihr Frust groß, weil genau an dem Tag die Harburger Straße voll gesperrt war - und Google Maps die Sperrung nicht anzeigte.

Umwege gefahren und wertvolle Zeit verloren

„Ich musste umkehren und mir aufwendig einen alternativen Weg suchen“, sagt Sabine Jachs. Auf dem Rückweg wollte Google Maps sie erneut durch die gesperrte Harburger Straße führen. Sie habe daraufhin wieder Umwege fahren müssen und Zeit verloren.

Die Baustelle auf der Harburger Straße ist halbseitig befahrbar.

Die Baustelle auf der Harburger Straße ist halbseitig befahrbar. Foto: Feindt

Wenn Google Maps Straßensperrungen nicht korrekt anzeige, führe das nicht nur zu Verwirrung und Frust, sondern im schlimmsten Fall dazu, dass potenzielle Besucher die Stadt gar nicht erst erreichen. Gerade jüngere Menschen, die kaum noch auf Umleitungsschilder achten, sondern sich fast ausschließlich auf ihr Smartphone verlassen, könnten so leicht abgeschreckt werden, meint Sabine Jachs.

Die Stadt müsse eine zentrale Stelle einrichten, die temporäre Straßensperrungen und Verkehrsänderungen in Echtzeit an alle relevanten digitalen Plattformen meldet, fordert Sabine Jachs. Nur so könne sichergestellt werden, dass Besucher und Pendler zuverlässig und stressfrei in die Stadt gelangen.

Stadt Stade kann Sperrungen nicht eintragen

Im Stader Rathaus sei man sich der Relevanz von Google Maps durchaus bewusst, sagt Stadtsprecher Stephan Voigt auf TAGEBLATT-Nachfrage. Die Stadt nutze den Dienst zum Beispiel, um auf Öffnungszeiten und Veranstaltungen in städtischen Einrichtungen wie dem Rathaus hinzuweisen. Wenn es um Straßensperrungen gehe, seien der Stadt allerdings die Hände gebunden. „Wir können Sperrungen nicht im Vorfeld eintragen“, sagt Stephan Voigt.

Nutzer des Navigationsdienstes könnten natürlich Staus und Sperrungen aktuell melden. Das geht sogar während der Fahrt per Spracheingabe. Oft sind laut Google aber mehrere Meldungen nötig, damit eine Sperrung berücksichtigt wird. Google kann außerdem aus den Standort- und Geschwindigkeitsdaten der Nutzer ableiten, wie der Verkehr fließt. So entstehen orange oder rot markierte Abschnitte in der Karte. Zudem werden Informationen von Drittanbietern und öffentliche Quellen genutzt.

Doch es kommt vor, dass Google Maps dabei versagt. Zum Beispiel während der vierwöchigen Vollsperrung einer Bundesstraße im Oktober 2024 bei Garmisch-Partenkirchen. Damals leitete Google Maps laut BR24 Auto- und Lkw-Fahrer über schmale Forstwege. Die Polizei musste die Bergstrecke künstlich als „gesperrt“ markieren, weil Google die offizielle Sperrmeldung für die Strecke offenbar nicht übernommen hatte.

Im Mai 2025 zeigte der Navigationsdienst laut NDR falsche Sperrungen auf Abschnitten der A24, A25 und B75 in und um Hamburg an.

Interaktive Baustellenkarte für den Landkreis

In Stade gebe es auch positive Beispiele, sagt Stephan Voigt. Die halbseitige Sperrung der Harsefelder Straße in Stade werde zuverlässig angezeigt. Der neue Kreisel in Riensförde sei ebenfalls schnell bei Google Maps eingezeichnet gewesen. Ohne dass die Stadt darauf Einfluss genommen hat. „Das können wir nämlich nicht“, so Voigt.

Wer auf Nummer sicher gehen wolle, könne sich vor Fahrtbeginn auf einer interaktiven Baustellenkarte auf der Seite des Landkreises Stade über Sperrungen im gesamten Landkreis informieren.

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