TFeuer frei, doch niemand erlegt den Wolf – Anwohner frustriert
In den vergangenen sechs Wochen durfte rund um Farven ein Wolf getötet werden. (Symbolbild) Foto: Carsten Rehder/dpa
Nach dem Riss eines Fohlens: Zum ersten Mal durfte im Landkreis Rotenburg sowie in Stader Jagdrevieren ein Wolf geschossen werden. Doch passiert ist nichts, jetzt ist die Genehmigung hinfällig - die Risse aber halten an.
Farven/Gnarrenburg. Ein junges Fohlen wurde am 10. August in Farven getötet. Schnell wurde vom Rissbegutachter festgestellt, dass ein Wolf das Tier angegriffen hatte. Da das Tier auf einer gut gesicherten Fläche stand, griff im Landkreis Rotenburg zum ersten Mal der niedersächsische Wolf-Managementplan.
Dieser sieht unter anderem Schnellabschüsse nach einem Rissgeschehen vor, wenn der Wolf „einen zumutbar ergriffenen Herdenschutz überwunden hat“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Im Managementplan heißt es, dass durch solche Schnellabschüsse der Weidetierschutz durch gezielte Bejagung unterstützt werde. Ziel sei es, auf Schadereignisse schnell, rechtssicher und unbürokratisch mit gezielten Entnahmen reagieren zu können.
Abschuss von Wölfen wird deutlich erleichtert
Auch Jagdreviere im Kreis Stade betroffen
In einem Radius von drei Kilometern wurden daraufhin alle Jagdpächter von Jagdrevieren in diesem Gebiet informiert, dass sie in den nächsten sechs Wochen in ihren Jagdrevieren rund um Farven einen Wolf töten dürfen. Das betraf auch Jagdreviere im Nachbarkreis Stade. „Entnahmegenehmigung“ heißt das im Amtsdeutsch. Sollte ein Jagdrevier auch nur teilweise in diesem Drei-Kilometer-Radius rund um Farven liegen, darf der Wolf im kompletten Jagdrevier bejagt werden.
Auf Nachfrage der „Bremervörder Zeitung“ teilte das Landwirtschaftsministerium mit, „Entnahmegenehmigungen“ generell nicht öffentlich zu machen. Der Grund: Es habe bereits Vorfälle mit Wolfsschützern gegeben, die nach Bekanntwerden von „Entnahmegenehmigungen“ in den betreffenden Gebieten beispielsweise mit Trillerpfeifen durch Wälder gelaufen seien, um den Wolf dort zu vertreiben und somit vor einer Tötung zu schützen.
Sechs Wochen galt die Genehmigung, die in der vergangenen Woche abgelaufen ist. Das Fazit: Ein Wolf wurde in diesem Zeitraum rund um Farven nicht erlegt. Ein Abschuss ist jetzt nicht mehr erlaubt.

In Byhusen wurde ein Wolf von einer Wildkamera aufgenommen. Foto: bz
Eine Aufnahme einer Wildkamera in Byhusen zeigt, dass ein Wolf zumindest am 6. September im betreffenden Gebiet unterwegs war.
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Tatort Gnarrenburg: Zuchtgänse getötet
Am vergangenen Wochenende sorgte ein Wolf in Gnarrenburg für Unruhe. Das Wildtier hatte vor einem Augenzeugen in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern zwei Pommersche Zuchtgänse getötet. Zudem gab es weitere dokumentierte Sichtungen in unmittelbarer Nähe zu Gnarrenburger Wohnhäusern an der Hindenburgstraße.
Eine Gnarrenburger Landwirtin ist im Gespräch mit der „Bremervörder Zeitung“ erschrocken darüber, dass Wölfe den Häusern und Menschen so nah kommen. „Muss erst ein Mensch draufgehen, bis etwas passiert?“, erklärt sie frustriert. Sie habe nun auch Angst um ihre Rinder, die nicht immer komplett vor Wolfsangriffen geschützt werden könnten.
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