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Migration

Ärger um Bezahlkarte: Flüchtlingsrat ruft zu Tauschaktion auf

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hatte die Bezahlkarte im Dezember vorgestellt. (Archivbild)

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hatte die Bezahlkarte im Dezember vorgestellt. (Archivbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

50 Euro im Monat - mehr Bargeld sollen Flüchtlinge in Niedersachsen in der Regel nicht mehr bekommen. Unterstützer wollen das System aber umgehen.

Von dpa Freitag, 10.01.2025, 15:20 Uhr

Hannover. Der niedersächsische Flüchtlingsrat will Asylsuchenden eine Umgehung ihrer Bargeldgrenze durch die neue Bezahlkarte ermöglichen. Der Verein ruft dafür zu „solidarischen Tauschaktionen“ auf: Am kommenden Donnerstag soll eine solche Initiative in Hannover aufgebaut werden, am 23. Januar soll ein landesweites Treffen folgen. 

Wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete, funktioniert der Tausch, indem die Geflüchteten mit ihrer Karte in Supermärkten oder Drogerien Gutscheine kaufen. Diese könnten sie dann bei Unterstützern gegen Bargeld abgeben - und so an mehr als die vorgesehenen 50 Euro pro Monat kommen.

Innenministerin Daniela Behrens sagte der Zeitung, sie halte es für unwahrscheinlich, dass sich die Tauschbörsen zu einem Problem entwickeln. „Wir werden die Entwicklung jedoch sehr genau beobachten.“ Bisher gebe es keinerlei Beschwerden von Geflüchteten, sagte die SPD-Politikerin.

Bezahlkarte wird von Februar an auch von Kommunen ausgegeben

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) unterstützte die geplanten Initiativen dagegen. „Es war zu erwarten und es ist zu begrüßen, dass eine aktive und solidarische Zivilgesellschaft Wege sucht, die Integrationshemmnisse, die von der niedersächsischen Bezahlkarte ausgehen, zu umgehen“, sagte Onay der Zeitung.

Die Bezahlkarte für Flüchtlinge wird in Niedersachsen seit Dezember über die Landesaufnahmebehörde ausgegeben. Die Städte sollen sie von Februar an ausgeben. Das System soll verhindern, dass Geld ins Ausland oder an Schleuser abfließt.

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