TFredenbecker Parteien bedauern überraschende Entscheidung von Hartlef
Die Kandidatensuche beginnt: Wer zieht im nächsten Jahr ins Fredenbecker Rathaus ein? Foto: Bisping
Fredenbecks Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef wird bei der nächsten Wahl nicht wieder antreten. Das sagen die Parteien zur überraschenden Entscheidung.
Fredenbeck. Sie hatten wohl auf eine andere Entscheidung gehofft: Fredenbecks Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef (parteilos) wird für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehen. Das teilte er den Anwesenden am Dienstagabend während des Samtgemeindeausschusses mit. Die Veranstaltung war nicht öffentlich. Was sagt die lokale Politik dazu?
„Wir hatten Befürchtungen, aber auch Hoffnung“
„Das ist ein harter Schlag für Fredenbeck“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Marcel von der Lieth. Matthias Hartlef habe viel angeschoben. „Wir wussten, dass er abwägt“, so von der Lieth. Das sei bekannt gewesen.
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Die CDU-Fraktion habe Hartlef zuvor ihr Vertrauen ausgesprochen und wollte ihn unterstützen. „Wir wollten gerne, dass er weitermacht“, sagt von der Lieth. „Das haben wir ihm auch gesagt, darüber hat er sich sehr gefreut. Bis Dienstagabend hatten wir gedacht, dass er weitermacht.“

Für Matthias Hartlef ist 2026 Schluss. Foto: Bisping
Und nun? „Wir haben eine Idee für einen Kandidaten, den wir für geeignet halten“, sagt der Christdemokrat. Im Vorstand der CDU und mit den Mitgliedern würde man sich jetzt beraten. Von der Lieth: „Ich gehe von einer Nominierungsveranstaltung im September aus. Wir werden auf die anderen Parteien zugehen.“
„Wir bedauern sehr, dass Matthias Hartlef aufhört“
Der SPD-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeister der Gemeinde Fredenbeck Uli Schumacher sagt: „Wir bedauern sehr, dass Matthias Hartlef aufhört. Wir haben gerne mit ihm zusammengearbeitet. Wir verlieren einen kompetenten Verwaltungsfachmann.“ Jemand, der so breit aufgestellt ist wie Hartlef, werde schwer zu finden sein. „Wir werden nach einem geeigneten Nachfolger suchen.“
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Schumacher sagt, er habe sich mit Marcel von der Lieth ausgetauscht, der auf einen geeigneten Kandidaten zu sprechen gekommen sei. Nächsten Freitag sei SPD-Fraktionsklausur. „Dann werden wir darüber beraten.“ Er glaube nicht, dass es jemand aus dem Haus machen sollte.
In der aktuellen Situation hätten potenzielle Kandidaten, die den Job eines Hauptverwaltungsbeamten anstrebten, eine breite Auswahl, so Schumacher. Außer Hartlef gebe es ja fünf weitere Bürgermeister, die nicht wieder antreten werden (in den Städten Buxtehude und Stade sowie in den Samtgemeinden Nordkehdingen, Harsefeld und Oldendorf-Himmelpforten).
Lob von der FDP, Überraschung bei den Grünen
Der FDP-Fraktionsvorsitzende Torsten Lüchau sagt, er persönlich bedaure die Entscheidung. „Matthias Hartlef hat einen guten Job gemacht.“ Für die Samtgemeinde hätte sich Lüchau gewünscht, dass er weitermacht. Lüchau habe ebenfalls „gehofft, aber auch befürchtet“, dass es anders kommt.
„Wir haben noch keine Vorstellung bezüglich eines Kandidaten oder einer Kandidatin“, sagt er. „Wir sind offen für Diskussionen, auch für die anderer Parteien.“ In Fredenbeck bilde die FDP eine Gruppe mit der CDU, man werde sich mit anderen Fraktionen abstimmen.
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„Die Entscheidung hat uns sehr überrascht“, sagt der Sprecher der Grünen-Fraktion Wolfgang Weh. „Für mich ist es auch ein bisschen erstaunlich, weil er noch relativ jung ist.“ Man werde überlegen, ob man mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehe. „Aber die Grünen werden nicht einfach so einen Kandidaten aus dem Hut zaubern“, ergänzt Weh. „Uns ist wichtig, dass wir eine qualifizierte Person bekommen, die auch Ahnung von Verwaltung hat.“
Der Kandidat sollte auch vorausschauen und Perspektiven und Visionen entwickeln. „Wir haben damals Hartlef nicht unterstützt, weil uns Perspektiven und Visionen fehlten“, sagt Weh. Man könne in der Samtgemeinde einiges entwickeln, zum Beispiel im Bereich Mobilität oder Ökologie. „Am 17. Juli werden wir uns treffen und uns über die Perspektiven in der Kommunalpolitik unterhalten. Eventuell haben wir bis dahin personelle Ideen entwickelt.“
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