TFrust und Enttäuschung bei D/A: Das Pokalfinale in Bildern
Pure Enttäuschung bei D/A-Stürmer Haris Hyseni. Foto: Struwe
Landespokalfinale. 700 mitgereiste Fans. Gute Stimmung. Optimismus. Dann verliert D/A das Endspiel 0:3. TAGEBLATT-Fotograf Jörg Struwe hat die emotionalsten Szenen festgehalten.
Barsinghausen. Vor dem Anpfiff ist D/A-Präsident Rigo Gooßen auf dem Rasen im August-Wenzel-Stadion ganz für sich allein. „Es riecht nach Pokalsieg“, sagt er. Am Ende verpasst D/A den vierten Triumph nach 2016, 2018 und 2019. Gooßen nach dem Abpfiff: „Unsere Mannschaft hat nicht das gezeigt, was sie kann.“
Ein bisschen wie „Kaiser" Franz Beckenbauer 1990 in Rom: D/A-Präsident Rigo Gooßen. Foto: Struwe
700 Zuschauer aus Drochtersen tauchten das August-Wenzel-Stadion in Blau und Rot. 1556 Menschen kamen insgesamt nach Barsinghausen bei Hannover in die Schaltzentrale des Niedersächsischen Fußballverbandes. Die Arena fasst 2100 Zuschauer und war nicht ganz ausverkauft.

700 Fans aus Drochtersen kamen ins August-Wenzel-Stadion. Foto: Struwe
220 Kilometer hin und 220 Kilometer zurück. Die D/A-Fans rückten in fünf vom Verein gecharterten Bussen und in ihren Privatautos an.

Gute Laune bei den D/A-Fans. Foto: Struwe
D/A ging optimistisch in die Partie. Innenverteidiger Tjorve Mohr lächelte. Nach nur vier Minuten schob D/A Frust. Jeddeloh ging 1:0 in Führung.

Motiviert und optimistisch geben sich die D/A-Spieler unmittelbar vor Spielbeginn. Foto: Struwe
Die D/A-Fans waren auf der Tribüne deutlich in der Überzahl. Nach dem Abpfiff gab es keinen Spott und keine Häme. Im Gegenteil. Die Fans bauten die Spieler wieder auf. „Die Fans waren überragend“, sagt D/A-Sportdirektor Sören Behrmann.

Schon lange vor dem Anpfiff herrscht auf der Tribüne gute Stimmung. Foto: Struwe
Zehn Minuten vor dem Anpfiff kleideten sich die D/A-Fans in blaue und rote Regenponchos. Das brachte noch mehr Farbe auf die Tribüne. Der Himmel über Barsinghausen präsentierte sich indes in einem strahlenden Blau. 25 Grad. Bestes Fußballwetter.

Die D/A-Fans ließen sich etwas einfallen. Foto: Struwe
D/A-Kapitän Nico von der Reith wollte diese vierte Pokaltrophäe unbedingt. Dann allerdings war er am frühen Gegentor des SSV Jeddeloh nicht ganz unbeteiligt und kassierte auch früh eine Gelbe Karte. Für von der Reith war der Pokaltag nach nur 33 Minuten beendet. Für ihn kam Nikola Serra ins Spiel.

D/A-Kapitän Nico von der Reith wurde bereits vor der Pause ausgewechselt. Foto: Struwe
D/A-Mittelfeldspieler Jorik Wulff versuchte, das Spiel zu ordnen und kreativ zu sein. Allerdings spielte Jeddeloh in der ersten Halbzeit bissig. Der spätere Pokalsieger zog Drochtersen mit vielen kleinen Fouls schnell den Zahn und unterbrach den Spielfluss.

Jorik Wulff hadert mit dem Schiedsrichter. Foto: Struwe
Für D/A-Stürmer Alla Aid Hamid war die Partie etwas ganz Besonderes. Der 23-jährige Iraker spielte eineinhalb Jahre für den SSV Jeddeloh und traf auf viele ehemalige Kollegen. Hamid erzielte in 42 Spielen für Jeddeloh zwei Tore und gab acht Vorlagen. Für D/A spielte er bislang 30 Mal und markierte dabei bereits 10 Treffer.

Alla Aid Hamid spielte gegen seinen Ex-Club. Foto: Struwe
So richtig anfreunden konnten sich die Drochterser Offiziellen mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Björn Behrens vom TuS Wettbergen nicht. D/A reklamierte gestenreich. Entscheidend für die Drochterser Niederlage waren an diesem Tag aber die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive und das frühe Gegentor.

Wilde Reklamationen: Die D/A-Bank war nicht immer zufrieden mit den Pfiffen des Unparteiischen. Foto: Struwe
Stürmer Haris Hyseni wurde in der Pause für Philipp Aue eingewechselt. In 31 Pflichtspielen erzielte der 33-Jährige 15 Tore für D/A. Gegen Jeddeloh reichte es nicht. Hyseni war nach dem Abpfiff am Boden zerstört. Er bat höflichst darum, kein Statement abgeben zu müssen.

Mit dem eingewechselten Haris Hyseni erspielt sich D/A nach der Pause Chancen. Foto: Struwe
Spalier stehen für die Sieger und aus einem Spalier der Sieger beklatscht zu werden, gilt zwar als sportlich fair und hat Tradition. Aber es zeigt knallhart auf, dass eine Mannschaft verloren hat. Entsprechend bedröppelt lassen die D/A-Spieler diese Zeremonie über sich ergehen.

Jeddeloh steht bei der Ehrung des Verlierers Spalier. Foto: Struwe
Wer will schon ständig an eine Niederlage erinnert werden? Die Silbermedaillen für D/A um Innenverteidiger Tjorve Mohr sind daher auch ein schwacher Trost. Mohr würdigt den Pokal übrigens keines Blickes. Es schmerzt zu sehr.

Kann nicht hinschauen: Tjorve Mohr. Foto: Struwe
Der SSV Jeddeloh hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den niedersächsischen Verbandspokal gewonnen. Mit fünf Erfolgen ist übrigens der VfL Osnabrück der erfolgreichste Pokalverein. D/A schaffte das Kunststück drei Mal.

Zum ersten Mal Pokalsieger: Der SSV Jeddeloh. Foto: Struwe
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